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Flatrate macht Fliegen erschwinglich

Flugplatzfest Flatrate macht Fliegen erschwinglich

Zwar fiel der zweite Schautag des Flugplatzfestes der LSG Bottenhorn ins Wasser, dafür hatten die Besucher Zeit, um sich über die Ausbildung zum Piloten eines Segelflugzeugs zu informieren.

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Früh übt sich, was ein guter Flieger werden will: Paul Lasse Müller und sein Vater, Philipp Müller, prüfen die Sitzgelegenheit im Cockpit des Ausbildungsflugzeugs, ASK 21, der LSG Bottenhorn.Fotos: Salomé Weber

Bottenhorn. „In den letzten Tagen hat es so viel geregnet, dass der Flugplatz heute zu nass ist und keine Flieger starten können“, erklärt der zweite Vorsitzende der LSG Bottenhorn, René Hoch, am Sonntag. Trotzdem lassen sich die Vereinsmitglieder und Gäste den letzten Tag des Flugplatzfests nicht vermiesen. Einige sitzen im warmen Vereinsheim beim gemeinsamen Mittagessen und besprechen die nächsten geplanten Flüge. Im Hangar bewundern Schaulustige die ausgestellten Segelflugzeuge des Vereins. Auch die extra für dieses Event herbeigeschafften Flugzeuge, die eigentlich mit akrobatischen Kunstflügen für die Unterhaltung der Besucher sorgen sollten, sind echte Hingucker. Wolfgang Seitz und Falk Weinreich sind die Besitzer eines YAK 55.

Der knallroter Einsitzer, russischer Bauart mit 420 PS zieht bewundernde Blicke der Besucher auf sich. Weinrich nutzt die erzwungene Pause, um das Flugzeug auf Hochglanz zu polieren, während Seitz die umstehenden Zuschauer mit Informationen versorgt. „Dieses Flugzeug gibt es nur fünf Mal in Deutschland. Es kann alle Fluglagen einnehmen, ist sehr wendig und deshalb gut für akrobatische Kunststücke geeignet“, schwärmt der Besitzer. Der spezielle Propeller des Flugzeugs erlaubt es den Fliegern sogar, senkrecht in den Himmel zu starten und dort für einige Sekunden in dieser Position zu verharren. „Das ist fast einmalig in Deutschland“, ergänzt Weinreich mit unüberhörbarem Stolz.

Die Kunststücke eines anderen Flugzeugs, der „Skybolt“ bei dem Flugplatzfest im letzten Jahr, weckten bei Franziska Feist den Wunsch, selbst das Steuer eines Flugzeugs in die Hand zu nehmen und über die grünen Hügel der Bottenhorner Landschaft zu segeln. Heute, ein Jahr später, ist die Jugendliche ihrem Traum ein ganzes Stück nähergerückt.

Nach dem Bauch-Kribbeln kommt der Adrenalin-Schub

Sie ist eine von insgesamt zehn Flugschülern des Vereins. Das Gefühl, zu fliegen beschreibt sie so: „Zuerst fühlt man ein Kribbeln im Bauch, dann kommt ein Adrenalin-Schub und anschließend bleibt einfach nur die Faszination für die wunderschöne Landschaft, über der man schwebt.“ Alexander Seibert rät: „Man muss es selbst erleben, um dieses besondere Erlebnis wirklich nachempfinden zu können.“

Wer mit dem Gedanken spiele, selbst einmal ein Segelflugzeug zu steuern, der sei bei der LSG Bottenhorn genau richtig, sagt Hoch und führt weiter aus: „Wir haben eine sogenannte Segelflugflatrate. Für einen Jahresbeitrag von 360 Euro werden für Jugendliche bis 20 Jahre alle Segelfluggebühren abgedeckt. Für Erwachsene kostet es 600 Euro. Außerdem bieten wir Schnupperkurse und Wochenendkurse an.“ Der zweitägige Kurs kostet 25 Euro. Der Schnupperkurs über zwei Monate belastet die Geldbörse mit 100 Euro. „Für alle diese Kurse gilt, dass die Schüler so oft wie möglich fliegen können“, erklärt der Zweite Vorsitzende. Neben Lernflügen im Ausbildungsflugzeug, der ASK 21, steht auch das Erlernen der Theorie auf dem Stundenplan eines angehenden Piloten. „Die Schüler eignen sich Wissen rund um die Technik eines Flugzeugs, die richtige Navigation, das Flugrecht und weitere wichtige Themen an“, berichtet Hoch.

Das große Ziel der zehn Flug-Schülerinnen und Schüler ist es, einmal das Segelflugzeug Duo Discus zu fliegen. „Das beste Flugzeug unseres Vereins“, sagt Hoch und ergänzt: „Es hat einen kleinen Motor, der die Heimkehr aus eigener Kraft, ermöglicht. Das Flugplatzfest soll auch im kommenden Jahr stattfinden. Wie das Programm dann aussehen wird, steht noch nicht fest. „Das werden wir bei unserer Jahreshauptversammlung bereden“, sagt der Zweite Vorsitzende. Ein Anliegen steht aber jetzt schon fest: die Hoffnung auf bessere Wetterbedingungen.

von Salomé Weber

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