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Festnahme nach versuchtem Enkeltrick

Betrugsmasche Festnahme nach versuchtem Enkeltrick

Die Polizei nahm am Freitag, 22. April, im Hinterland einen bereits einschlägig in Erscheinung getretenen 54-jährigen Mann nach einem versuchten Enkeltrickbetrug fest.

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Die Polizei hat einen Betrüger festgenommen, der mit dem Enkeltrick Geld verdienen wollte.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Marburg. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Marburg erließ der zuständige Richter am Samstag einen Haftbefehl wegen versuchten gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Betrugs als Mitglied einer Bande. Der Mann befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Aufmerksam auf die Täter wurden die Beamten durch die Anzeige eines potenziellen Opfers, das nicht auf die Masche des sogenannten Enkeltricks hineinfiel.

Der Anruf einer Frau erreichte die 59-jährige Hinterländer am Freitag. Das Gespräch verlief ganz typisch für diese Betrugsmasche. Die Anruferin meldete sich nicht mit Namen. Sie sagte, die Angerufene wisse doch sicherlich wer dran sei, schließlich sei sie doch die Enkelin. Das potenzielle Opfer ließ sich zum Schein auf das Gespräch ein, das wie üblich mit einer Bitte um Bargeld endete, 18.000 Euro für den beabsichtigten Kauf eines Autos.

Dann informierte die 59-Jährige die Polizei. Als der von der Anruferin zur Geldübergabe geschickte Mann zum Treffpunkt kam, wurde der von Beamten festgenommen. Die Fahndung nach etwaigen Mittätern des 54-jährigen Tatverdächtigen blieb erfolglos. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Festgenommene sich nicht nur im Hinterland aufhielt. Mittlerweile sind der Polizei weitere verdächtige Anrufe im Landkreis von Freitag bekannt geworden. Auch diese versuchten Enkeltrickbetrügereien blieben erfolglos.

Der Enkeltrick

Die Enkeltrickbetrüger rufen an, ohne ihren Namen zu nennen. Sie geben sich als Enkel, Freund, Verwandter oder Bekannter aus und versuchen durch geschickte Gesprächsführung an einen Namen zu kommen, den der Angerufene erwähnt. Fortan geben sich die Anrufer als diese Person aus, versuchen, am Telefon Vertrauen aufzubauen, bevor sie eine rührselige Geschichte erzählen. Diese Geschichten sind immer etwas anders, aber sie haben alle das gleiche Ende: die Bitte um Geld.

Deshalb rät Polizeisprecher Martin Ahlich: „Die Kenntnis von der Vorgehensweise von Betrügern bewahrt davor, auf deren Maschen hereinzufallen. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Verabreden Sie sich nicht aufgrund solcher Anrufe. Überweisen Sie kein Geld auf unbekannte Konten, besonders keine ausländischen. Geben Sie keinem Fremden Geld und setzen Sie sich vor ihren Aktivitäten unbedingt selbst sofort mit dem angeblichen Anrufer in Verbindung. Wenn es wie im vorliegenden Fall kein Opfer und damit keinen Vermögensschaden gibt und sogar zu einer Festnahme kommt, ist das umso schöner.“

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