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Fest beginnt mit Blick in Vergangenheit

Grenzgang Buchenau Fest beginnt mit Blick in Vergangenheit

Pünktlich um 18 Uhr läuten die Kirchenglocken, vom Burgberg ertönen drei Böllerschüsse: Der Buchenauer Grenzgang 2013 ist eröffnet.

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Gestern Abend böllerten Helmut Gäckler, Markus Kaiser, Markus Reitz und Peter Heinzerling von der Böllergruppe im Schützenverein Wetter von Burgberg zur
Eröffnung des Festes. Fotos: Benedikt Bernshausen

Quelle: Benedikt Bernshausen

Buchenau . Der erste Gang führt die Buchenauer gestern Abend vom Rathaus zum Friedhof. Denn der Grenzgang beginnt traditionsgemäß nicht mit fröhlicher Feierstimmung, sondern mit einer Gedenkfeier am Ehrenmal. Dort wird all jenenen gedacht, die das Fest nicht miterleben können, weil sie verstorben sind. Als Dank und Anerkennung an die Verstorbenen wird ein Kranz niedergelegt.

Der evangelische Gemeindepfarrer Jürgen Barth sagt: „Jeder Buchenauer ist ein Grenzgänger.“ Es sei gut, dass das Fest an dieser Stelle beginne, dass wir denjenigen gedenken, „die vor uns gelebt haben und denen wir sicher vieles zu verdanken haben “. Wo sonst als an diesem Ort könne es deutlicher und bewusster werden: Jeder Buchenauer sei ein Grenzgänger. Im Grunde sei jeder Mensch ein Grenzgänger. Grenzgänger werde man nicht alleine dadurch, indem man auf der Grenze mitmarschiere oder am Fest teilnehme.

„Wir sind vom ersten Atemzug unseres Lebens an Grenzgänger“, betont Barth. „Wir gehen und leben immer an einer Grenze.“ Jeder Grabstein auf dem Friedhof erinnere daran, dass unser Leben begrenzt sei. Lebenszeit sei etwas Kostbares, das man nicht vergeuden sollte. Der Pfarrer erinnert: „Beim letzten Grenzgang war noch mancher dabei, der auch dieses Fest gerne miterlebt hätte, der aber heute nicht mehr unter uns ist.“ Zwischen 100 und 150 Menschen seien in den vergangenen sieben Jahren in Buchenau gestorben. „Sie fehlen uns“, sagte Barth. Und wenn in sieben Jahren wieder Grenzgang gefeiert werde, „wird manch einer von uns nicht mehr dabei sein. Dann sind wir keine Grenzgänger mehr, dann haben wir die Grenze überschritten.“ Er sage das nicht, um die Feststimmung zu vermiesen, sich dessen bewusst zu werden, gehöre einfach zu einem Gedenken.

Die musikalische Gestaltung der Gedenkfeier übernehmen der Spielmannszug, der Posaunenchor und der Gesangverein „Concordia“. Erstmals in der Geschichte des Grenzgangfestes trägt der Brieftaubenverein „Heimatliebe“ zum Programm der Feier bei: Mitglieder lassen - unterstützt von Bür­geroberst Dieter Veit, Männeroberst Holger Schmidt und Burschenoberst Florian Kamm - zum Zeichen des Friedens Tauben aufsteigen. Nach der Gedenkfeier ziehen die Buchenauer vom Friedhof zum Festplatz, wo der Kommers beginnt. Voran geht eine Abordnung der Gesellschaft „Budchersch Männer“, die die Grenzgangfahne trägt.

In den langen Lindwurm reiht sich noch im Dorf die Blaskapelle „Charivari“, die anschließend im Festzelt für Stimmung sorgt.

von Hartmut Berge

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