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Ferienkinder beäugen achtäugigen Rollegel

Ferienspiele Ferienkinder beäugen achtäugigen Rollegel

Mit Gummistiefeln an den Füßen und Küchensieben in den Händen gehen die Dautphetaler Ferien­kinder auf Spurensuche in dem Bach, der der Gemeinde ihren Namen gab - der Dautphe.

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Nevena (links) und Fiona fischen die kleinen Lebewesen mit dem Eimer auf dem Bachlauf.
Foto: Benedikt Bernshausen

Quelle: Benedikt Bernshausen

Friedensdorf. . Mit Eimern, Bechern und Küchensieben gehen die jungen Ferienspiel-Forscher auf Spurensuche. Unter Anleitung von Gerhard Kraft vom Schulbiologiezentrum des Landkreises untersuchen die Kinder das Leben im Bach.

„Wir wollen herausfinden, wie sauber die Dautphe ist“, betont der Umwelt-Pädagoge. Indikatoren der biologischen Güte eines Gewässers sind die Organismen, „also die großen und kleinen Lebewesen“, die darin vorkommen. Allerdings konzentrieren sich die Schülerinnen und Schüler allein auf die kleinen Wassertiere, auf Larven und Egel.

„Bestimmte Tierchen haben bestimmte Ansprüche an ihren Lebensraum. So brauchen einige zum Beispiel viel Sauerstoff, andere wenig“, erklärt Gerhard Kraft. Und so sind alle zu erwartenden Arten, entsprechend der Anforderungen, die sie an ihren Lebensraum stellen, mit einer Note verknüpft, die der biologischen Güteklasse entspricht - je niedriger die Zahl, desto höher der Anspruch an den Lebensraum.

Mit Feuereifer machen sich die jungen Forscher in knallbunten Gummistiefeln ans Werk. Sie schreiten aufmerksam durch das Bachbett, drehen große Steine herum und durchsieben vorsichtig die ufernahen Sand-, Schlamm- und Kiesschichten. Die Tiere, die die Kinder dabei finden, werden in mit Wasser befüllten Eimern gesammelt und anschließend im naturwissenschaftlichen Fachraum der Dautphetalschule untersucht. Dort bestimmen die Teilnehmer die eingesammelten Arten mit der Becherlupe oder dem Mikroskop und betrachten auch Besonderheiten - etwa die acht Augen des Rollegels.

In den Wasserschalen im Klassenraum tummelt sich eine Vielzahl von Lebewesen: vereinzelte Steinfliegenlarven (Note: 1), viele Eintags- und Köcherfliegenlarven (1,5) sowie einige Schneckenegel (2) und Schlammröhrenwürmer (4). Nachdem alle Arten auf speziellen Bögen protokolliert und die Tiere wieder in die Freiheit entlassen sind, fällt die Schülergruppe das Urteil über die Dautphe: „Gut - Gewässergüteklasse 2“. Das Untersuchungsergebnis überrascht den Experten nicht. „Im Prinzip haben alle Fließgewässer im Hinterland, auch die Lahn, die Güteklasse 2“, sagt Gerhard Kraft. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich die Situation enorm verbessert. Einst seien Abwässer aus den Siedlungen ungefiltert in die Bäche und Flüsse eingeleitet worden. Das Abstellen solcher Zustände habe die Gewässergüte rasch gesteigert. Ungleich größer sei hingegen der Aufwand, um die heimischen Gewässer aus der zweithöchsten in die höchste Güteklasse zu befördern. Ein bekannter Fluss der höchsten Stufe sei beispielsweise die Eder. „Aber sauberes Wasser ist noch lange kein Trinkwasser“, stellt Kraft fest.

Zum Abschluss des feucht-fröhlichen und wissenswerten Abenteuers ziehen die Kinder Bilanz. „Es war lustig und hat Spaß gemacht“, findet Johannes und auch Dana hat der Nachmittag am Bach gut gefallen. Sie erzählt: „Ich wollte unbedingt mitmachen, weil mich Wasser einfach interessiert!“

von Benedikt Bernshausen

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