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Feierstunde nach „Freiwillig Aktiv“

Belohnung Feierstunde nach „Freiwillig Aktiv“

27 Schülerinnen und Schüler der Dautphetalschule waren im vergangenen halben Jahr „freiwillig Aktiv“. Den Abschluss des Projektes feierten Schüler, Eltern und Betreuer in der Aula.

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Die Teilnehmer, Betreuer und Initiatoren von „Freiwillig Aktiv“ an der Mittelpunktschule Dautphetal.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Friedensdorf. In seiner Ausgestaltung ist das Projekt „Freiwillig Aktiv“ der Mittelpunktschule Dautphetal innerhalb des Landkreises Marburg-Biedenkopf wohl einzigartig. Für ein halbes Jahr arbeiten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn, meist in kleinen Gruppen ehrenamtlich an ein oder zwei Nachmittagen der Woche in einer sozialen Einrichtung, einem Verein, einer Kirchengemeinde oder einem Schulprojekt mit.

Besonders begehrt sind die Projektplätze in Kindertagesstätten: Dort leisteten diesmal 5 der 13 Gruppen ihren besonderen „Freiwilligendienst“. Andere unterstützten das Kinder- und Kleinkindertraining in Sportvereinen, die Arbeit des Naturschutzbundes (NABU) oder waren im Seniorenheim im Einsatz. Darüberhinaus las eine Gruppe in der großen Pause in der Schulbibliothek für jüngere Schüler, eine zweite betreute den Schulladen.

Während der Feierstunde in der Aula, die zugleich Projektabschluss war, berichteten die Gruppen von ihrer Arbeit und den gesammelten Erfahrungen: Dabei erzählten etwa Jana und Lena von ihrem Einsatz im Seniorenzentrum Dautphetal, in dem sie mit den Bewohnern malten, spielten und Spaziergänge unternahmen. Marvin verriet, dass er während seiner Zeit im Kindergarten nicht allein die Kinder betreute, sondern auch Aufgaben im Haushalt erledigen musste. Janny und Philipp berichteten von spannenden Einsätzen an der Seite der Nabu-Mitarbeiter, mit denen sie Nistkästen aufhingen und Hotels für Wildbienen und andere Insekten bauten.

Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt lobte das Engagement der Schüler und widersprach der vorherrschenden Meinung über eine vermeintlich antriebslose Jugendgeneration. Die Schüler hätten gezeigt, dass junge Menschen Gutes tun, wenn sich ihnen die Chance dazu böte. „Damit seid ihr Vorbilder für alle Jugendlichen in unserer Gemeinde!“, sagte Schmidt. Daran anknüpfend stellte Roland Hartmann, der Vorsitzende der Leitstelle „Freiwillig Aktiv in Dautphetal“, stolz fest: „Mir ist nicht bange um die Zukunft, solange es Menschen wie euch gibt!“

Kaum Abbrecher in Vergangenheit

Darüber hinaus betonte Schulleiter Harald Becker den besonderen Wert des Projektes als „wichtige Lebenserfahrung“, die generell Lust auf ehrenamtliches Engagement machen oder für die baldige Berufswahl von Bedeutung sein könnte.

Während der vergangenen Monate betreuten Lehrer Alexander Wagner und Schulpädagogin Meike Foegen die Teilnehmer. „Freiwillig Aktiv ist ein tolles Projekt, dass den Kindern viel bringt. Ich finde es super, es bietet Berufsorientierung und ganz nebenbei zeigen wir, dass Jugendliche nicht nur auf der Couch herum sitzen“, betonte Foegen.

Die Schüler wählen ihren Arbeitsplatz selbstständig aus oder lassen sich einen freien Platz zuteilen. Abbrecher habe es in der Vergangenheit kaum gegeben - und wenn, dann in der Regel nur aus Zeitgründen. Die Rückmeldungen von Vereinen und Institutionen seien durchweg positiv. „Viele freuen sich über junge Menschen, die sich engagieren wollen“, weiß die Schulpädagogin.

Zum Ende des Feierstunde belohnte die Schule die Teilnehmer mit Zertifikaten, der Bürgermeister stiftete besondere T-Shirts und der Förderverein der Schule schenkte den Aktiven eine Freikarte für einen Kinobesuch. Damit endet für die Jugendlichen kurz vor den Sommerferien eine spannende Zeit, die viele Eindrücke hinterlassen hat. Einige Schüler werden sich sicher auch im nächsten Jahr wieder anmelden. Dann startet das Projekt, das einst vom Seniorenbeirat der Gemeinde angestoßen wurde, schon zum dreizehnten Mal.

von Benedikt Bernshausen

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