Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Familienzentrum und Krippen kommen

Kinderbetreuung Familienzentrum und Krippen kommen

Nach langen Diskussionen beschlossen Dautphetals Gemeindevertreter überraschend einstimmig in die Kinderbetreuung zu investieren. In diesem und im nächsten Jahr entstehen vier neue Krippen- und eine Regelgruppe in den Orten Mornshausen, Friedensdorf und Holzhausen.

Voriger Artikel
Betreutes Wohnen im alten Brauturm
Nächster Artikel
"Bambini" leisten ihren Beitrag

So wird der erste Bauabschnitt des Familienzentrums bei der Dautphetalschule aussehen. Es wird unter anderem Räume für zwei Kinderkrippen sowie für eine Regelgruppe enthalten. Die Dautphetaler Gemeindevertretung befürwortete am Montagabend einstimmig, mit dem Bau in diesem Jahr zu beginnen.Grafik: DW-Projekt

Quelle: Haus

Dautphe. „Ich bin stolz auf diese einstimmige Entscheidung. Das sah vor wenigen Wochen noch ganz anders aus“, sagte Parlamentschef Gerd Raach nach der Abstimmung am Montagabend. Kurz zuvor hatten die Gemeindevertreter im Bürgerhaus des Ortsteils Dautphe der „Einrichtung, des Betriebs und der Finanzierung weiterer U-3-Gruppen“ zugestimmt. Diese Investitionen in die Kinderbetreuung lässt sich die Gemeinde rund 220000 Euro für eine Krippengruppe im Kindergarten Mornshausen, 400000 Euro für den Teilumbau des Bürgerhauses Holzhausen für eine U-3-Gruppe, und 66000 Euro für den ersten Bauabschnitt des Familienzentrums an der Dautphetalschule kosten. Diese Summe ist 25 Jahre lang jährlich an die evangelische Kirche für die Finanzierung des 1,2 Millionen-Euro-Projekts zu zahlen. Finanziert werden diese Bauvorhaben durch Umschichtungen im Haushalt 2013, der Aussetzung der Leerstandsförderung, Zuschüsse sowie der Erhöhung der Betreuungsgebühren, der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer (die OP berichtete). Nach den Querelen im Vorfeld bemühten sich die Fraktionsvorsitzenden am Montagabend, die Emotionen nicht wieder aufbrausen zu lassen. So sprach Christdemokrat Dr. Horst Falk von einer „schweren Geburt“, deren Komplikationen er kurz vor der Niederkunft nicht alle Revue passieren lassen wolle, ebenso wenig sei ein „Vaterschaftstest“, also das Feststellen des Ideengebers, vonnöten. Es sei ein „guter Tag für Dautphetal“, auch wenn der „Dreiklang“ in der Tonart Moll erfolge, weil sich die Gemeinde die Dreifach-Investition nicht ohne die Erhöhung von Steuern und Elternbeiträgen leisten könne.

Die Kinderbetreuung in Dautphetal zu verbessern sei ein Ziel, welches die Freien Wähler (FW) gerne mit den beiden anderen Fraktionen auf den Weg bringen möchten, erklärt Michael Honndorf. Da es sich jedoch um eine „richtungsweisende Entscheidung“ handelt, habe man die Vorausschau der Kinderentwicklung, mit der Finanzierbarkeit der Investitionen sowie der jährlich anfallenden Betriebskosten gegeneinander abgewogen, bis ein solides Finanzierungskonzept stand. Jedoch, so Honndorf mit Hinweis auf die Gebühren- und Steuererhöhungen, „tragen wir die Einsparungs- und Erhöhungsmaßnahmen mit Bauchschmerzen“.

Honndorf: Schulterschluss mit der Wirtschaft

Sie seien aber auch notwendig, um den demografischen Wandel zu verzögern und den Unternehmen Nachwuchskräfte in der Region für die Region zu bieten. Für diesen „Standortvorteil“ betreibe man einen „Schulterschluss mit der Wirtschaft.“

Als letzter Fraktionsvorsitzender kündigte Joachim Ciliox die Zustimmung der SPD an. „Wir freuen uns, dass das Familienzentrum endlich ernsthaft angegangen wird.“ Er kritisierte aber auch, dass es konkrete Vorstellungen gab, die man hätte früher umsetzen können. Doch damals „waren die Kosten ein Problem, jetzt können wird das“, sprach Ciliox einen Widerspruch an und fügte hinzu: „Auch wenn das Familienzentrum viel Geld kostet, ist es ein zukunftsweisendes Projekt für Dautphetal und über dessen Grenzen hinaus.“.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr