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Fahrt auf Harley bringt 39-Jährigen ins Gefängnis

Gericht Fahrt auf Harley bringt 39-Jährigen ins Gefängnis

Als die Polizei einen 39-jährigen Motorradfahrer erneut ohne Fahrerlaubnis aufgriff, endete er im Gefängnis. Am Dienstag verurteilte ihn das Biedenkopfer Amtsgericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 11 Monaten.

Biedenkopf. „Bandido kann man sich nennen, darf sich aber nicht so verhalten“, ermahnte Richter Mirko Schulte den Angeklagten aufgrund dessen Zugehörigkeit zu dem Motorradclub „Bandidos“ am Ende der Verhandlung. Wie einen solchen beförderten am Dienstag Justizangestellte den 39-jährigen Angeklagten in Handschellen von der Justizvollzugsanstalt Frankfurt ins Biedenkopfer Amtsgericht und zurück. Den Gerichtssaal verließ der Hinterländer mit einem Urteil über eine Gesamtfreiheitsstrafe von 11 Monaten und einer Zahlung von 1.400 Euro.

Grund für die Haftstrafe ist, dass der schmächtige Angeklagte keine 8 Tage nach seiner Verurteilung wegen Fahrens ohne Führerschein am 14. September des vergangenen Jahres Polizisten in einer Hinterländer Gemeinde auffiel, als er mit einer Harley Davidson am Morgen des 22. September losfahren wollte. Dieses Delikts beschuldigte ihn Tina Grün von der Marburger Staatsanwaltschaft.

Gegenüber Schulte zeigte sich der Angeklagte geständig und berichtete, dass er wegen des Ausfalls von Arbeitskollegen von seinem Chef gebeten worden sei, am 21. September eine Nachtschicht einzulegen. Aus Angst um seinen Arbeitsplatz habe er zugesagt, wohl wissend, dass er keine Mitfahrgelegenheit hatte.

Daraufhin wollte Schulte wissen, weshalb er nicht mit dem Fahrrad gefahren sei, wie und wo er an das Motorrad gekommen sei. Die Maschine sollte er für 150 Euro für einen Bekannten reparieren. „Hand aufs Herz, könnte es nicht sogar ihr Motorrad gewesen sein?“, fragte Schulte den Angeklagten. Das gab dieser postwendend zu und erklärte, dass die Maschine, Baujahr 1989, kurz nach seiner Inhaftierung am 21. März für 2.000 Euro in den Frankfurter Raum verkauft worden sei. Dieser Betrag werde von einem „Kollegen“ verwahrt.

Anschließend verlas Schulte das Vorstrafenregister des Angeklagten, angefangen von Fahren ohne Fahrerlaubnis, über Betrug, Diebstahl und mehrere Straßenverkehrsdelikte bis zum Urteil vom 14. September 2010, mit dem der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten verurteilt worden war. Die eingelegte Berufung wurde verworfen. Schulte verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlichem Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 11 Monaten mit der Auflage, für weitere 18 Monate keine Fahrerlaubnis zu erhalten.

von Helga Peter

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