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FWG hilft SPD in den Sattel

Zusammenarbeit mit CDU auf der Kippe FWG hilft SPD in den Sattel

In Bad Endbach kündigt sich eine Sensation an: Die Sozialdemokraten sind auf dem besten Weg, mit der Freien Wählergemeinschaft die Geschicke der Gemeinde zu lenken.

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In der Bad Endbacher Kommunalpolitik kündigt sich ein Machtwechsel an. Rolf Bernshausen (SPD, links) und Arndt Räuber (FWG) streben eine Zusammenarbeit unter einem Dach an.

Quelle: Archivfoto

Bad Endbach. Nächsten Dienstag wird es vermutlich offiziell: Die Sozialdemokraten und die Freie Wählergemeinschaft wollen in der kommenden Legislaturperiode koalieren. Der Wahlsieger SPD nutzt die Chance und hat in Gesprächen mit der FWG abgeklopft, ob es in den Fragen der Kommunalpolitik Gemeinsamkeiten gibt.

Offenbar ist man sich hinter den Kulissen schon einig und die Bekanntgabe reine Formalität. Doch die Verantwortlichen halten sich noch bedeckt: „Das Zwischenergebnis ist nicht schlecht“, bestätigte SPD-Sprecher Rolf Bernshausen auf OP-Anfrage. Die SPD kann das Ruder in die Hand nehmen und die Politik in Bad Endbach gestalten.

Noch sind aber nicht alle Vorstellungen von SPD und FWG untereinander abgestimmt. Ein nächstes Treffen ist am Dienstag kommender Woche geplant. Die SPD und die FWG haben laut Bernshausen allerdings eine große Schnittmenge festgestellt, nun wird noch ein wenig an Details gefeilt. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass es in der Koalitionsfrage unüberwindbare Hindernisse gibt.

Mehr Überzeugungsarbeit für Bürgermeister

Die FWG stellte sich mit dem Richtungswechsel dem Votum der Wähler, die ihre Stimmen mehrheitlich der SPD gegeben haben. Mit 10 Sitzen haben die Sozialdemokraten zwei Sitze mehr als die Christdemokraten, die mit acht Sitzen im Parlament vertreten sind. Die FWG ist mit ihren fünf Sitzen somit das Zünglein an der Waage.

Sie hat ebenso die Option, weiterhin mit der CDU die Politik in der Hinterlandkommune zu dominieren, wie dies über Jahrzehnte praktiziert wurde. Der Sinneswandel kann auch mit personellen Veränderungen innerhalb der Wählergemeinschaft zusammenhängen, die ein Umdenken bewirkt haben.

Ob der Machtwechsel dann auch ein Richtungswechsel in der Politik werden wird, muss sich noch zeigen. Sicher ist, dass Bürgermeister Markus Schäfer (CDU) bei einer Zusammenarbeit von SPD und FWG in Zukunft mehr Überzeugungsarbeit leisten muss, wenn er Entscheidungen durch das Parlament absegnen lassen will.

Arndt Räuber hat sich einen Namen gemacht

Der Politik tut eine Veränderung sicher gut, sodass die Chance besteht, eingetretene Pfade zu verlassen. Auch ist erkennbar, dass sich Rolf Bernshausen als Sprecher der Sozialdemokraten über viele Jahre ein positives Image aufgebaut hat.

Zudem hat sich Arndt Räuber als Erster Beigeordneter und Sprecher der Freien Wählergemeinschaft auch als Zugezogener längst einen Namen gemacht. Die CDU tut gut daran, in den kommenden fünf Jahren nicht nur ihre Wunden zu lecken, sondern sie muss, ebenso engagiert wie die SPD dies über Jahrzehnte unermüdlich getan hat, sich als Opposition die Sporen verdienen, will sie im März 2021 wieder fest im Sattel sitzen.

  • Die konstituierende Sitzung des Parlaments findet am Montag, 18. April, um 19.30 Uhr im Kur- und Bürgerhaus statt.

von Silke Pfeifer-Sternke

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