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Experte zweifelt Aussage des Angeklagten an

Aus dem Landgericht Experte zweifelt Aussage des Angeklagten an

Textnachrichten mit Beleidigungen und Drohungen auf dem Mobiltelefon des mutmaßlichen Opfers sind wohl nicht manipuliert worden. Das hat ein Sachverständiger im Prozess gegen einen 50-Jährigen aus Biedenkopf, der pornografische Bilder seiner Ex-Freundin verbreitet haben soll, festgestellt.

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Im Prozess um verschickte Pornobilder rät der Richter der Verteidigung, ihre Strategie zu überdenken.

Quelle: wu-buster / pixelio.de

Marburg. Der Mann wehrt sich vor dem Landgericht gegen eine Verurteilung durch das Amtsgericht Biedenkopf zu ­einer achtmonatigen Bewährungsstrafe.

Per SMS soll der Angeklagte der Frau nach der Trennung unter anderem damit gedroht haben, die einvernehmlich entstandenen Bilder zu verbreiten. Tatsächlich sind die Fotos unter anderem dem Vermieter und dem Arbeitgeber der Frau zugespielt worden.

Nach der Ankündigung „Ich schicke dir ein Bild mit deinem liebsten Hobby“ hat sie laut eigener Aussage ein Foto, das sie in Dessous zeigt, erhalten, obwohl sie den Ordner noch vor der Trennung auf seinem Laptop gelöscht habe. Auf dem PC des Mannes waren auch keine Bilder gefunden worden. Der Experte, der den Computer ausgewertet hat, betonte, dass es unwahrscheinlich ist, dass ein Laie diese ohne Spuren entfernt.

Der Biedenkopfer bestreitet die Taten, auch die Textnachrichten will er nicht verschickt haben. Am Ende des Verhandlungstages machte der vorsitzende Richter, Gernot Christ, jedoch keinen Hehl daraus, dass er zumindest das nicht glaubt und gab den Hinweis, die Verteidigungsstrategie eventuell zu überdenken.

Die Verteidigung hatte unter anderem aufgrund von Dopplungen der SMS die Vermutung geäußert, dass das Handy manipuliert wurde. Der Sachverständige betonte dagegen, dass gerade das auf die Authentizität hinweise, weil lange Nachrichten zwischengespeichert wurden. Das komme bei späterer Manipulation nicht vor, so der Experte.

Vieles konnte er nicht wiederherstellen, auch zwei Bildnachrichten. So konnte nicht festgestellt werden, ob oben genanntes Bild tatsächlich die Frau erreichte.
Die Verhandlung wird am Mittwoch, 21. Dezember, fortgesetzt.

von Heiko Krause

 
 
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Richter liest 300 Kurznachrichten vor

Im Prozess gegen einen 50-jährigen Biedenkopfer, der pornografische Bilder seiner Ex-Freundin verbreitet haben soll, sind Texte aus Chats verlesen worden, in denen die Frau beschimpft und bedroht wird.

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