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Es steht fast alles wieder auf „Los“

Teilregionalplan Es steht fast alles wieder auf „Los“

Stellungnahme zum Teilregionalplan Energie Mittelhessen: Dautphetals Hauptausschuss stimmt Forderung nach Wiederherstellung des Zustands nach erster Flächenmeldung der Vorrangflächen für Windenergie zu. Freiwillig verzichten will die Gemeinde neben der Fläche nördlich von Buchenau nur auf die Vorbehaltsflächen für Fotovoltaik und die Suchräume für Biomasse und -gasanlagen.

Dautphe. Gilt die gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Bau- und Planungsausschusses als Indikator, so dürfte es heute Abend eine schnelle Sitzung der Gemeindevertretung geben. Nach einer eingehenden Information durch Fachbereichsleiter Hermann Henkel stimmten die Mitglieder der einzelnen Ausschüsse vor vier Zuhörern jeweils einstimmig für die schon vom Gemeindevorstand begrüßte Stellungnahme der Gemeinde zum Teilregionalplan Energie Mittelhessen.

Diese lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Gemeinde wünscht die Aufnahme der Flächen in den Teilregionalplan, die sie beantragt hatte, aber zum Teil im ausliegenden Entwurf des vom Regierungspräsidium (RP) ausgearbeiteten Planes nicht mehr enthalten sind (siehe STELLUNGNAHME ZUM TEILREGIONALPLAN). Verzichtet wird nur auf die Fläche bei Buchenau, die in einem FFH-Gebiet liegt, und ein Flecken am Hilsberg.

Nachfragen gab es vor allen Dingen, als es um den Kaltenberg bei Herzhausen ging, dessen Windvorrangfläche nach anfänglicher Aufnahme in den Plan, dann von RP um 50 Prozent reduziert wurde, was sich auf den Karten in den Farben weiß, grün, rot widerspiegelte. Dazu sagte Klaus Ronzheimer (FW): „Die spielen mit den Farben, das ist eine Unmöglichkeit.“ Nach Angaben des Herzhäusers Ortsvorstehers hat seine Anfrage beim RP ergeben, dass das jetzt als nicht genehmigungsfähige Fläche rot markierte Gebiet nach der Offen­legungsphase durchaus auch wieder grün sein könnte. „Die wissen gar nicht, was sie damit anrichten“, ergänzte Ronzheimer in Anspielung auf die Lage in seinem Ort.

Dazu erklärte Henkel, dass die Fachabteilung beim RP „alles ohne Plausibilitätsprüfung aufgenommen hat“ und nun dies abgearbeitet werde, was für die Gemeinde nicht unproblematisch sei. In diesem Zusammenhang wurde der Horst eines Schwarzstorches genannt, der auf dem Kaltenberg existieren soll. Ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten soll darüber Klarheit bringen. „Wir wollen eine ergebnisoffene Prüfung“, bezeichnete Henkel das Ziel der Gemeinde.

Die Sitzung der Gemeindevertreter beginnt heute um 19 Uhr im Bürgerhaus Dautphe.

von Gianfranco Fain

STELLUNGNAHME ZUM TEILREGIONALPLAN

Die gestern Abend vom Haupt- und Finanzausschuss befürwortete Stellungnahme zum Teilregionalplan Energie Mittelhessen sagt im Kern folgendes aus:

Kaltenberg: Die im ersten Plan vorgesehene Fläche wurde vom Regierungspräsidium im ausliegenden Entwurf um rund 50 Prozent reduziert. Doch den als Grund genannten „tradierten Horst eines Schwarzstorches“ kann die Gemeinde in keinem der zugrunde gelegten Dokumente nachvollziehen. Eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene, laufende avifaunistische Erhebung soll darüber Aufschluss bringen. Da eine „Umzingelung“ der Ortschaften Herzhausen, Damshausen und Diedenshausen ebenfalls nicht nachvollziehbar sei, dringt die Gemeinde darauf, dass das Gebiet wie beantragt in den Regionalplan aufgenommen wird.

Höhe Höll: Dieses Vorranggebiet, welches sich auf dem Höhenzug der Orte Allendorf und Damshausen östlich der K 73 vom Kronenberg über die Hohe Höll bis zur Kappe erstreckt, liegt am südwestlichen Rand eines FFH-Gebietes. Konfliktpotenzial hinsichtlich von Fledermäusen sei im bauleitplanerischen Verfahren abzuarbeiten. Da auch kein Rotmilanhorst kartiert ist, und eine Umzingelung von Caldern nicht gegeben sei, soll dieses Gebiet ebenfalls wieder aufgenommen werden.

Weißenberg: Diese Fläche deckt sich im wesentlichen mit der von der Gemeinde gemeldeten Fläche. Nachmeldungen zur „Arrondierung“ sollten bei Nachweis einer Windhöffigkeit von mehr als 5,75 Meter/Sekunde möglich sein.

Hilsberg: Die Teilfläche auf der Dautphetaler Gemarkung soll aus dem Plan herausgenommen werden, da keine eigenständige Planung realisiert werden könne.

Zu den ausgewiesenen „Vorbehaltsflächen“ für Fotovoltaik-Freiflächenanlagen und der „Suchräume“ für Biogasanlagen und Biomasse heißt es: Sie sollen aus dem Planwerk gestrichen werden.

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