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Erweiterung der Therme in der Kritik

Bürgerversammlung Erweiterung der Therme in der Kritik

Die Windparks der Gemeinde mit den dazugehörigen Genehmigungsverfahren, die Thermenerweiterung sowie der geplante U3-Kindergarten waren kontroverse Themen der Bürgerversammlung.

Hartenrod . Die zweite Bürgerversammlung der Großgemeinde Bad Endbach fand für die Ortsteile Bottenhorn, Hartenrod, Hülshof und Schlierbach am Dienstagabend im Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ statt. Parlamentschef Claus Lixfeld begrüßte dazu 15 Bürger. Lixfeld sagte, dass die Bürgerversammlung über aktuelle Themen informiere, wobei es heute Informationen aus erster Hand gebe.

Bürgermeister Markus Schäfer ging wie am Vortag im Kernort auf die geplanten Projekte Windpark „Hilsberg“ und Windpark „Lahn-Dill-Bergland Mitte“, den Anbau an die Lahn-Dill-Bergland-Therme, den Umbau des KSF-Zentrums und die Kindergartensituation ein.

Schäfer betonte, dass sich das Genehmigungsverfahren für den Windpark „Hilsberg“, bedingt durch viele Eingaben, enorm in die Länge gezogen habe. Gleichzeitig sei er zuversichtlich, dass die Genehmigung erfolge.

Schallgutachten: Waren Fachleute überfordert?

Eine Bürgerin führte aus, dass bei der Planung Windpark „Hilsberg“ doch zahlreiche Gutachten nachgefordert beziehungsweise abgeändert und neu erstellt werden mussten. Auch sei bei den ersten Schallgutachten schon für den Laien erkenntlich gewesen, dass etwas nicht stimme. Dies habe die Gemeinde sicherlich viel Geld gekostet. Es habe den Anschein, dass die von der Gemeinde beauftragten Fachleute, die diese Gutachten erstellt hätten, vielleicht überfordert gewesen seien.

Diesen Vorwurf wies Bürgermeister Schäfer entschieden zurück. Die Vielzahl der Eingaben hätten zusätzliche Gutachten und Überarbeitungen derselben notwendig gemacht. Es sei richtig, dass bei den ersten Schallgutachten drei bis vier Zahlen falsch angegeben worden seien. Dies sei darauf zurück zuführen, dass Menschen Fehler machen und machen dürfen.

Zum Windpark „Lahn-Dill-Bergland Mitte“, für den acht Windkraftanlagen in einem interkommunalen Windpark der Gemeinden Bad Endbach, Bischoffen und Siegbach rund um Günterod erstellt werden sollen, erklärte der Bürgermeister, dass durch die noch zu gründende Genossenschaft eine Bürgerbeteiligung an diesem Windpark sichergestellt sei.

Karl-Otto Bamberger wollte den Sachstand des Windparks „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ wissen. Dazu berichtete der Bürgermeister, dass „Rohangebote“ von Herstellern vorliegen, wobei endgültige verbindliche Angebotsabgabe noch vor dem Genehmigungsverfahren vorliegen müssten, da der Windradtyp bei dem Genehmigungsverfahren feststehen müsse. Er rechne damit, dass im Spätsommer das Genehmigungsverfahren so weit fortgeschritten sei, dass in die Genehmigungsphase eingetreten werden könne.

Macht Thermenanbau bei 700000-Euro Defizit Sinn?

Schäfer führte weiter aus, dass in der Lahn-Dill-Bergland-Therme insbesondere der Saunabereich so gut besucht werde, dass eine Kapazitätsausweitung durch einen Anbau notwendig werde. Durch den Umbau des KSF-Zentrums solle eine bessere Nutzung desselben erreicht und damit Großveranstaltungen ermöglicht werden.

Karl-Otto Bamberger fragte nach dem Sinn eines Anbaus an die Lahn-Dill-Bergland-Therme, für die laut Bürgermeister jährlich knapp 700000 Euro an Zuschuss und Darlehnsabtrag seitens der Gemeinde geleistet werden müssten. Die auswärtigen Besucher der Therme seien Tagesgäste, bei denen die Wertschöpfung doch sehr begrenzt sei. Dazu entgegnete Schäfer, dass die Wertschöpfung je Thermengast bei etwa 20 Euro pro Tag liege.

Weiter berichtete der Bürgermeister, dass der Gemeindevorstand sich dafür ausgesprochen habe, die Vorbehaltsgebiete für Freiflächen-Fotovoltaikanlagen für die Gemeinde Bad Endbach aus dem Entwurf des Teilregionalplans Energie Mittelhessen nehmen zu lassen, damit die Gemeinde selbst entscheiden könne, ob und wo solche Anlagen entstehen. Schäfer sprach auch einen zu installierenden Mountainbike-Trial an, wofür Bedarf bestehe, der allerdings auch touristisch für die Gemeinde interessant sein könnte. In dem noch zu bauende Kindergarten auf dem unteren, hinteren Parkplatz gegenüber dem Kur- und Bürgerhaus sollen ausschließlich U-3-Gruppen untergebracht werden. Lediglich Hartenrod würde dann noch über eine gemischte Gruppe verfügen.

Schulumbau statt Kindergartenerrichtung?

Ein Bürger schlug vor, für Kindergartengruppen Leerräume zu nutzen, die durch die zurückgehenden Schülerzahlen an der Mittelpunktschule in Hartenrod vermutlich entstünden. Dadurch könnte doch auch enorm viel Geld gespart werden.

Schäfer entgegnete, dass sich die gemeindlichen Gremien mit dieser Idee auseinandergesetzt hätten. Es habe sich jedoch herausgestellt, dass die Schulen froh seien, wenn frei werdende Räume für andere schulische Zwecke genutzt werden könnten. Auch müssten bei den U-3-Gruppen Schlafplätze, Gelegenheiten zum Windelwechsel und eventuell kleinere Toiletten installiert werden. Es gelten zudem besondere Brandschutzbestimmungen, die eine Schule für eine Kindergartennutzung sehr schwierig machen.

Angesprochen wurde auch der Winterdienst. Bürger beschwerten sich darüber, dass von ihnen gereinigte Bürgersteige entweder von Schneepflügen wieder zugeschüttet würden oder Busse den Schnee vom Straßenrand auf die Bürgersteige beförderten. Zudem machte Bamberger auf die schwierige Verkehrssituation in der „Schlierbacher Straße“ insbesondere im Bereich „Am Loh“ in Richtung „Hauptstraße“ aufmerksam. Die zahlreichen Schulbusse, die dort täglich fahren, müssten zum Teil waghalsige Fahrmanöver ausführen, da parkende Fahrzeuge die Straßen insbesondere in Höhe der Post einengen.

Bamberger schlug vor, dort ein Halteverbot einzurichten. Schäfer teilte dazu mit, dass die Gemeinde dies versucht habe, aber die Genehmigungsbehörde den Ausführungen nicht gefolgt sei.

von Klaus Peter

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