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Erste Gitarre mit Machete geschnitzt

Hilfsaktion Erste Gitarre mit Machete geschnitzt

"Sie sieht nicht nur gut aus, sie klingt auch gut", sagt Dr. Carsten Wenzel über seine neue Gitarre - ein handgefertigtes Stück aus Nicaragua, bei dessen Entstehung er dem Gitarrenbauer zuschaute.

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Rufino Zavala T. war Kaffeepflücker, bevor er lernte, Gitarre zu spielen und die Instrumente zu bauen. Carsten Wenzel konnte zuschauen, wie binnen zwölf Tagen seine Wunschgitarre entstand.Fotos: Björn-Uwe Klein

Gladenbach. Der Gladenbacher Zahnarzt Carsten Wenzel hat Land und Leute kennen gelernt, als er sich kürzlich an einem sechswöchigen Hilfseinsatz der „German Doctors“ in Nicaragua beteiligte. Doch nicht nur als Zahnarzt ist er mit den Menschen in Kontakt gekommen. Auch abseits seiner ärztlichen Tätigkeit hat er eine Menge erlebt.

Fasziniert war der Musikliebhaber von der Arbeit eines Gitarrenbauers, bei dem er eine nach seinen Wünschen angefertigte Gitarre in Auftrag gab.

Zwölf Tage für die Handarbeit

Eine Konzertgitarre sollte es sein - und zwar in einer bestimmten Größe. „Ich wollte eine Gitarre, die in meinen Rucksack passt“, erzählt Wenzel. Kein Problem für Rufino Zavala T., einen Gitarrenbauer aus Ocotal. Nachdem Form, Maße und Preis besprochen waren, begab er sich an die Arbeit.

Früher war er Kaffeepflücker - wie so viele andere Männer in dieser Gegend. Irgendwann machte sich Rufino Zavala T. mit einer Gitarrenwerkstatt selbstständig - und das, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal selbst Gitarre spielen konnte. Zudem verfügte er damals noch nicht über seine heutige Ausstattung an Werkzeugen.

Seine erste Gitarre habe er mit einer Machete geschnitzt, berichtet Carsten Wenzel.

Zwölf Tage brauchte Rufino Zavala T. von der ersten Skizze bis zur Vollendung der Konzertgitarre. Tag für Tag schaute Wenzel in der Werkstatt vorbei und verfolgte staunend die Entstehung seines Instruments, die er Schritt für Schritt mit seinem iPhone auf Video festhielt.

Am ersten Tag entstanden Hals und Kopf des Instruments - die Teile einer Gitarre, an denen das Holz am massivsten ist. Die grobe Form hatte der Gitarrenbauer schnell passend gesägt, anschließend machte er sich an die Feinheiten, schliff an einigen Stellen nach.

Rufino lässt sich beider Arbeit nicht stören

Da war millimetergenaues Arbeiten gefragt - wie auch bei allen anderen „Körperteilen“ der Gitarre. Rufino Zavala T. ging die Feinheiten in aller Seelenruhe an, während Kinder und Hund um ihn herumliefen.

Am zweiten Tag fertigte er die Decken: das dünne Holz, aus dem Vorder- und Rückseite des Gitarrenkorpus bestehen. Vier weitere Tage vergingen, bis der Korpus zumindest in seiner Form vollendet war. Am siebten Tag fertigte Rufino Zavala T. das Griffbrett an, das er mit Kerben für die Bünde versah. Am Hals befestigt wurde es mit Hilfe zweier Metallstifte und Leim.

Den Steg, an dem die Saiten verknoten werden, trug Rufino Zavala T. am achten Tag auf, am neunten Tag die Bünde. Die hämmerte er in die Kerben des Griffbretts ein. Anschließend schliff er die scharfen Bundspitzen und Holzkanten an der Seite des Griffbretts ab und schmirgelte noch einmal die ganze Gitarre glatt.

Um das Schall-Loch herum versah Rufino Zavala T. das Instrument mit Verzierungen, so wie es sich Carsten Wenzel gewünscht hatte. Grundierung, Farbauftragung, Lackierung und Trocknung folgten als nächstes. Nach zwölf Tagen war das gute Stück schließlich fertig.

„Sie wurde wirklich am 24. Dezember fertig“, freut sich Wenzel. Das war mein Weihnachtsgeschenk.“

Beeindruckt war Wenzel nicht nur von den einzelnen Arbeitsschritten, sondern auch von der entspannten Art, mit der der Gitarrenbauer ans Werk ging. „Er war so glücklich, so in sich ruhend.“

Erleichtert war Wenzel, nachdem er mit seiner neuen Gitarre durch den Zoll gekommen war. Da stand dem Musizieren nichts mehr im Weg. Erste Aufnahmen hat der Gitarrist, der unter anderem in den Bands „Scale Hill“ und „Side of Soul“ spielt, schon gemacht. Zufrieden stellte er fest: „Sie klingt gut.“

von Björn Uwe Klein

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