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Erst raucht die Scheune, dann der Backofen

Feuerwehr übt und feiert Erst raucht die Scheune, dann der Backofen

Ein Alarm hielt die Feuerwehr in Atem. Doch es handelte sich nur um eine Übung. Für ihre Anstrengungen belohnten sich die Brandschützer mit Flammkuchen und Apfelwein.

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Hans-Jürgen Holzapfel holt einen Flammkuchen aus dem Backofen.

Quelle: Ingrid Lang

Kirchvers. Mit Sirenengeheul rückten am Samstagnachmittag die freiwilligen Feuerwehren
 aus Kirchvers, Weipoltshausen, Reimershausen und Altenvers, unterstützt von dem Einsatzleitwagen Lohra, zu einer Übung in Kirchvers an. Gemeldet worden war dichter Rauch aus der ehemaligen Hofreite (altes Pfarrgehöft). Am Einsatzort waren laute Hilferufe zu hören. Vier Kinder der Jugendfeuerwehr aus Kirchvers mimten dabei die Vermissten.

Mit Atemschutzgeräten machten sich die Kameraden auf die Suche nach der Rauchquelle und den Vermissten. In der verqualmten Scheune wurden sie fündig. Hier hatten die Kinder gespielt. Dabei war ein Kind vom Heuboden mehrere Meter tief gestürzt und hatte sich verletzt.

Nachdem die Atemschutzgeräteträger die drei Kinder gerettet hatten, wurden diese von der Feuerwehr erstversorgt und anschließend mit dem Rettungswagen abtransportiert. Den Kindern der Jugendfeuerwehr hatte die Übung viel Spaß bereitet. „Wir haben uns gut versteckt, so dass die Feuerwehrmänner uns nicht gleich gefunden haben“, berichten sie nach der Aktion.

Original Handkäse aus Hüttenberg

Im Einsatz waren neben den vier „Opfern“ 31 aktive Feuerwehrleute. Mit der Übung zeigte sich Gemeindebrandinspektor Markus Wißmann zufrieden. Nachdem alle Gerätschaften wieder verstaut waren, begann das Apfelweinfest, das die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Kirchvers am Backhaus zum ersten Mal ausrichtete. Einig waren sich die Feuerwehrkameraden darin, dass es ein Fest für das ganze Dorf und im Dorf sein sollte.

Da Kirchvers mitten in Hessen liege, so betonte Markus Wißmann, sei die Idee entstanden, ein Apfelweinfest mit fantastischen und hessischen Gerichten und nicht – wie fast überall – ein Oktoberfest zu feiern. Schnell einigten sich die Kameraden Norbert Groß, Andreas Schmidt und Wißmann vom Feuerwehrausschuss auf Handkäs mit Musik und Flammkuchen, den sie selber zubereiten wollten.

Dazu wurde Original Handkäse aus Hüttenberg geholt. Für den Handkäs mit Musik hatte Michael Lütt bereits am Freitag fünf Kilo Zwiebeln geschält und kleingeschnitten und dabei manche Träne vergossen. Der Handkäse wurde mit den Zwiebeln in Essig und Öl eingelegt und über Nacht kühl gestellt, so dass er am Samstag den Gästen serviert werden konnte.

Frisch aus dem Ofen 
auf den Tisch

Bernd Willershausen sorgte für die richtige Temperatur im Backofen. Willershausen hatte im Backhaus den Ofen mit Reisig angeheizt, so dass die großen Bleche mit Flammkuchen nacheinander gebacken werden konnten. Das Reisig stammte von den Gymnastikdamen, die noch genug vom Pizzabacken am Maifeiertag übrig hatten. Die FFW wird aber das verbrauchte Brennmaterial ersetzen.

Vor dem Backhaus arbeiteten Hand in Hand Hans-Jürgen Holzapfel, Michael Lütt, Ingrid Bernhardt und Franziska Willershausen, die den Flammkuchen vorbereiteten. Der Teig wurde auf den großen Blechen ausgerollt und mit einer dünnen Schicht Crème Fraîche 
bestrichen, bevor die Schinken- und Zwiebelwürfel darüber gestreut wurden. Anschließend wurde der Flammkuchen einige Minuten im Backhaus gebacken und den Gästen frisch 
serviert. Flammkuchen und Handkäs mit Musik fanden reißenden Absatz.

Zu den Gästen zählten auch Radfahrer, die am Getränke- und Essensstand eine kurze Rast 
 einlegten. Für diejenigen, die keinen Flammkuchen oder Handkäse mögen, hielt das Team Würstchen vom Grill bereit. Passend zum Essen gab es Apfelwein, aber auch alkoholfreie Getränke. Die Kinder konnten sich auf einer Hüpfburg austoben.

von Ingrid Lang

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