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Erst entsorgt, dann gut versorgt

Katzenbabyrettung Erst entsorgt, dann gut versorgt

Die 20 Pflegestellen der Katzenbabyrettung Mittelhessen sind übervoll. Erst vorgestern fanden Tierretter in einem Eisencontainer in Niedereisenhausen ein vier Wochen altes Kätzchen.

Wallau. Das „entsorgte“ Kätzchen wird zunächst bei Ulrike Acker in Niedereisenhausen versorgt, wird noch tierärztlich untersucht, um dann noch mal umzuziehen, bevor es ein neues Zuhause findet. Acker betreut eine der 20 Pflegestellen des Vereins Katzenbabyrettung Mittelhessen. Seit der Gründung 2012 hat der Verein mehr als 400 Katzenbabys vermittelt. Es ist deutschlandweit der einzige Verein, der ausgesetzten Katzenbabys einen besseren Start ins Leben ermöglicht.

Manchmal ziehen die Tierpfleger Kätzchen auf, die gerade mal einen Tag oder nur zwei bis drei Wochen alt sind. Fundstellen gibt es überall - ob Holzstapel oder Mülltonne. Wenn die Kätzchen die Mama eigentlich noch brauchen, müssen die „Pflegemütter“ alle zwei Stunden das Fläschchen geben - auch nachts.

„Hat man einen Wurf mit 4 bis 5 Kleinen, dann bekommt man so gut wie keinen Schlaf“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Miriam Leckebusch aus Wallau. Die ganz Kleinen müssten zudem warm gehalten werden, sonst trinken sie nicht. Die spezielle Aufzuchtmilch stellt der Verein den Pflegestellen zur Verfügung. Auch die Tierarztkosten werden übernommen. Nur das Futter für die älteren Kitten zahlen die Pflegestellen selbst. Die ganz jungen Katzenbabys zu versorgen, sei ein Vollzeitjob, erklärt Leckebusch. Die freiwilligen Helfer, die halbtags arbeiten, betreuen deshalb nur die Katzenbabys, die sich auch schon selbst versorgen können. „Dann ist der Aufwand deutlich geringer“, bestätigt Leckebusch.

Die Vermittlung der Katzenbabys übernehmen die Pflegestellen, wovon zehn im Hinterland sind und zehn in der Marburger Region. Sorgen darüber, dass die Katzenbabys keinen Platz finden, macht sich Leckebusch nicht. Auch für das Kätzchen aus dem Eisencontainer gibt es bereits mehrere Anfragen.

Den größten Zuspruch erfährt der Verein nicht über seine Homepage www.katzenbabyrettung-mittelhessen.de, sondern über das Portal „facebook“. Dort posten die Tierpfleger Fotos der Kitten, die eifrig geteilt werden.

„Das ist für uns eine sehr große Hilfe“, bestätigt Leckebusch. Zuweilen erhält der Verein über das Medium auch Rückmeldungen der neuen Katzenbesitzer, die berichten, dass es den Kätzchen gut geht. Andere schreiben direkt an den Verein und senden regelmäßig Nachrichten mit Bildern.

„In den meisten Fällen wissen wir, dass es den Kätzchen gut geht“, bestätigt Leckebusch.

Über weitere freiwillige Helfer - also Pflegestationen - freut sich der Verein. Laut Leckebusch ist damit zu rechnen, dass bis Weihnachten noch viele Katzenbaby ausgesetzt werden, die der Pflege bedürfen und für die ein neues Zuhause gesucht werden muss. Über Krankheiten, Hygiene und Aufzucht, werden die Pflegestellen-Betreuer von einem Tierarzt geschult. „Sie werden damit nicht allein gelassen“, sagt sie.

Kontakt: Vorsitzende Conny Pech, Telefonnummer 06427/931056.

von Silke Pfeifer-Sternke

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