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Ermittler arbeiten an einem Puzzle mit vielen Teilen

Bluttat in Breidenbach Ermittler arbeiten an einem Puzzle mit vielen Teilen

Während der Tatverdächtige noch schweigt, versuchen die Ermittler die vielen offenen Fragen zum Gewaltverbrechen von Breidenbach noch zu beantworten.

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Der verdächtige Muhittin C. hat sich am Mittwoch in Dortmund der Polizei gestellt.

Breidenbach. „Der tatverdächtige Ehemann wurde noch am Mittwoch, 12. Februar, nach seiner Festnahme von Dortmund nach Marburg überstellt und am Abend dem Haftrichter des Amtsgerichts vorgeführt. Auch vor dem Marburger Haftrichter machte er keine Angaben zum Tatgeschehen. Muhittin C. befindet sich jetzt in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt.“ Mit diesen wenigen Zeilen teilten gestern Martin Ahlich und Annemarie Petri, Sprecher der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Marburg, mit, wie der Stand im Ermittlungsverfahren zu der Bluttat ist, die sich am Sonntag in Breidenbach ereignete.

Muhittin C. stellte sich am Mittwochvormittag in der Kanzlei eines Dortmunder Anwalts, wo er gegen Mittag von Polizisten festgenommen wurde. Der 31-Jährige wurde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht, weil er unter dem Verdacht steht, seine 4 Jahre jüngere Ehefrau in deren Wohnung durch 20 Messerstiche in Oberkörper und Hals getötet zu haben. Wie in Dortmund bei seiner Festnahme schwieg der Verdächtige auch in Marburg, als der Haftrichter ihn am Mittwochabend mit den Tatvorwürfen aus dem Haftbefehl konfrontierte. Somit gibt es keine Hinweise auf ein mögliches Motiv oder wie sich das Gewaltverbrechen abspielte.

Ob der Tatverdächtige weiterhin schweigt, sich selbst oder über einen Rechtsanwalt äußert, vermag noch niemand zu sagen. Bisher hat sich noch kein Anwalt zu diesem Verfahren bei der Marburger Staatsanwaltschaft gemeldet, erklärte Petri gestern nur noch.

Während der 31-Jährige nun in einer hessischen Justizanstalt in Untersuchungshaft sitzt, laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Unter anderem werten die Ermittler noch eine Vielzahl an Tatortspuren, darunter auch die gefundene Tatwaffe - ein handelsübliches Küchenmesser -, aus. Auch ein am Tatort aufgefundener Brief, der vom Verdächtigen stammen soll, muss noch ausgewertet werden.

Weitere offene Fragen sind die Lebensumstände des Paares - so ist nicht klar, ob sie noch zusammenlebten -, wie die Flucht des Verdächtigen ablief, ob er selbst mit dem gelben VW-Beetle nach Paris fuhr und wo er sich während der rund drei Tage aufhielt.

von Gianfranco Fain

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Breidenbacher Bluttat
In diesem Mehrfamilienhaus in der Breidenbacher Bachstraße wurde am Sonntag eine 27-Jährige durch 20 Messerstiche getötet. Der unter Tatverdacht stehende Ehemann stellte sich gestern der Polizei.Foto: Thorsten Richter

Der vermeintliche Täter befindet sichnach einer Flucht bis nach Paris in Haft, doch aufgeklärt ist die Bluttat von Breidenbach noch lange nicht. Seine Festnahme war das Ergebnis einer intensiven dreitägigen internationalen Fahndung.

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