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Erfolgsstory ist auf Maß gefertigt

Musical Eingefädelt Erfolgsstory ist auf Maß gefertigt

Das hat Birgit Simmler ganz schön gut eingefädelt: Das Musical mit historischem Hintergrund war ein Riesenerfolg. Dieser könnte im nächsten Jahr fortgesetzt werden.

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Das Schlussbild mit Happyend: mit den zwei verliebten Pärchen und mit Philipp dem Großmütigen.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Biedenkopf. Ausverkauft! 2400 Besucher kamen zu den sieben Vorstellungen und zu der einen Generalprobe, die von Förderern und Sponsoren besucht wurde. Die Nachfrage nach dem Musical „Eingefädelt“ war so groß, dass die 135 Mitwirkenden zwei Mal mehr als ursprünglich geplant auf der Bühne standen oder zum Einsatz im Service und an der Technik kamen.

Von dem Erfolg des Stücks ist Biedenkopfs Kulturreferentin Birgit Simmler selbst überrascht. „Das war Wahnsinn. Ich bin erschlagen von der positiven Resonanz“, berichtet sie, nachdem am Sonntag der Vorhang gefallen ist. Vorerst. Wenn es nach den Akteuren ginge, dann würde das Musical im nächsten Jahr erneut auf dem Spielplan der Stadt Biedenkopf stehen. Und auch die Besucher waren sich in ihren Äußerungen einig: ein Erlebnis.

Doch vor der Entscheidung einer Wiederauflage steht die Frage nach der Finanzierung. 2013 hat die Stadt Biedenkopf ausschließlich profitiert und nichts finanziert. Das zur Verfügung stehende Kulturbudget hat Birgit Simmler umgeschichtet, hat 12000 Euro als Preisgeld für die gute Idee des Musicals erhalten und natürlich gab es auch Zuschüsse: vom Landkreis bis hin zur Europäischen Union. Auch viele heimische Firmen haben die Aufführung im Schlosshof des Landgrafenschlosses unterstützt, manche mit Geld, andere mit Gaben.

Für eine mögliche Aufführung im nächsten Jahr muss sich Simmler jetzt um neue Fördertöpfe bemühen, vielleicht sogar die politisch Verantwortlichen überzeugen, dass es sich auch in Zeiten knapper Kassen lohnt, für ein solch prestigeträchtiges Projekt das Kulturbudget anzuheben. Birgit Simmler hat schon mal „quergerechnet“. Es könnte klappen - wenn alle mitspielen.

Die Mitwirkenden, Musical-Profis aus der Republik wie auch die Talente aus der Region, würden auf jeden Fall gern wieder auf der Schlossbühne stehen, um das Publikum zu begeistern. Stehende Ovationen waren an allen sieben Vorstellungstagen der Lohn für die hervorragenden Leistungen. Und viel Zeit haben sie investiert, egal ob sie als Profis nach Biedenkopf geholt worden sind oder als Sänger sowie Tänzer mit heimischen Wurzeln ihr bestes nach Außen kehrten. Auch ein Großteil der Kostüme wurden von Anja Klaus entweder speziell noch angefertigt oder aus ihrem Fundus angepasst.

Die Anfänge der Vorbereitungen reichen zurück in den November 2011. Birgit Simmer fing zu diesem Zeitpunkt mit dem Schreiben an. Entstanden ist ein Stück mit historischem Hintergrund und mit Lokalkolorit. Die Geschichte handelt von Philipp dem Großmütigen, der vom Fürsten eingekerkert war, weil er mit Billigung der Kirche seine zweite Frau geheiratet hatte.

„Es ist eine wahre Begebenheit“, berichtet Simmler. Der Biedenkopfer Tuchhändler Kurt Breidenstein und Zeugmeister Rommel aus Kassel versuchten, den Landgraf aus Mecheln zu befreiten. Der Plan wurde laut Überlieferung von einem Diener des Fürsten verraten und viele Diener, die beteiligt waren, „verloren ihren Kopf“, berichtet Simmler. Im Musical wird niemand geköpft, es endet mit einem Happyend, für den Landgrafen und für Liebende. Und mit Tränen, aber nur bei der letzten Aufführung am Sonntag. Die Mitwirkenden des für die Hinterlandkommune maßgefertigten Stücks waren zum einen erleichtert, dass die anstrengende Zeit vorüber war, und zum anderen traurig, dass die „Musical-Familie“ nun auseinander ging.

„Es sind dicke Kullertränen geflossen“, sagt Simmler und erklärt auch warum. Das Musical habe sich zu einem richtigen „Hype“ entwickelt, weil es so passgenau für die Stadt war und an einem historischen Ort spielte. Das habe eine ganz besondere Faszination ausgemacht und die Mitwirkenden zusammengeschweißt. Die Besonderheit des Projektes sei auch die Gemeinschaft gewesen, man habe sich gegenseitig eingeladen und sei miteinander ausgegangen. Deshalb hoffen die Akteure wohl auch, dass es noch nicht das Ende war. Birgit Simmler will nun mit allen Partnern das Gespräch suchen und die Ausschreibungen der Kulturförderprogramme abwarten, die sehr kurzfristig veröffentlich werden.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn die Musical-Erfolgsgeschichte weiter geht“, sagt die Kulturreferentin und Regisseurin des Stücks, die für Biedenkopfer Kulturverhältnisse neue Maßstäbe gesetzt hat, die nur schwer zu toppen sind.

von Silke Pfeifer-Sternke

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