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Erfolgskonzept wechselt die Bühne

Birgit Simmler Erfolgskonzept wechselt die Bühne

Von 2018 an wird eine Frau an der Spitze der Luisenburg-Festspiele stehen: Birgit Simmler stellt sich als neue Künstlerische Leiterin vor.

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Birgit Simmler (Mitte) mit Komponist Paul Graham Brown (links) und dem Ensemble des Musicals „Der Postraub“.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Wunsiedel. Gesucht in Wunsiedel und Umgebung: fünf Zimmer mit kleinem Garten, hübsch und mit viel Atmosphäre; Bezug im September 2017; Nutzungsdauer: zunächst vier Jahre, mit Option auf Verlängerung.

Birgit Simmler will Nägel mit Köpfen machen. Sie will nicht nur „Teilzeit-Oberfranke“­ sein, wie ihr Vorgänger, der aktuelle­ Luisenburg-Intendant­ Michael­ Lerchenberg. Die künftige Künstlerische Leiterin der Festspiele im Fichtelgebirge will Vollzeit-Wunsiedlerin werden.­ Ihren Mann und ihren dann achtjährigen Sohn bringt sie beim Umzug nächstes Jahr gleich mit.

Mit den Franken, sagt sie, werde sie schon zurechtkommen. Auch von den Menschen in Nordhessen, aus dem Landstrich rund um Biedenkopf ­habe man behauptet, sie seien scheu, unnahbar und maulfaul. „Quatsch“, sagt Birgit Simmler. „Meine Erfahrung ist: Man muss nur mit den Leuten offen reden.“

Und das tut sie auch hier, gleich bei ihrer ersten Pressekonferenz im Fichtelgebirge. Ohne Barrieren, denn hinter dem wuchtigen Tisch im Sitzungssaal des Rathauses bleibt sie nicht lange sitzen. Sie geht nach vorn, auf die Pressevertreter zu, setzt sich dann auf die Tischplatte vor Bürgermeister Karl-Willi Beck und lässt entspannt die Beine baumeln, während sie die Fragen beantwortet.

Ihre Erfolgsidee: Eigene 
Stoffe, aus der Region

Birgit Simmler erzählt von ihrem Leben, von den Stationen als Theatermacherin in New York, Berlin und Wien. Und von der Entscheidung – „ein ungewöhnlicher Schritt“ – dann doch aufs Land zu gehen: nach Hallenberg als Regisseurin, dann nach Biedenkopf als Kulturreferentin. „Die Identität von Orten findet man im Ländlichen oft besser als im Städtischen“, erläutert sie. Außerdem: Damals sei sie schwanger gewesen, das habe den Entschluss beeinflusst.

In Biedenkopf etabliert sie 2013 die Schlossfestspiele mit historischen Stoffen aus der ­Region: „Das wurde sehr schnell sehr kultig“, sagt sie, nicht ohne­ Stolz. Und blickt sofort in die Zukunft: „So etwas würde ich gerne auf dieser sehr speziellen Bühne hier auch entwickeln: ­Eigene Stoffe, die man in der ­Region findet.“

Im Hintergrund sitzt Bürgermeister Beck und ­lächelt zufrieden. „Wir sind uns sehr sicher, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben“, hatte er eingangs gesagt. Zum ersten Mal in der gut 125-jährigen Geschichte der Festspiele­ werde eine Frau an der Spitze stehen – als Teil einer „Teamlösung“. Denn die Machtfülle ihres Intendanten-Vorgängers wird Birgit Simmler als Künstlerische Leiterin nicht mehr ­haben.

An ihrer Seite wird auch Harald Benz als Festspiel-Verwaltungschef die Strippen des Theaterbetriebs ziehen. „Darüber freue ich mich“, sagt ­Birgit Simmler. „Der kann dann all das machen, was mir keinen Spaß macht.“ Alle lachen. Die Chemie scheint zu stimmen im künftigen Team.

Simmler: Suche schon Locations

Benz sagt, es werde sich wohl einiges ändern, aber die Luisenburg als Marke werde im Kern bestehen bleiben, als Garant für bestes Theater zwischen grandiosen Felsen, als künstlerisches Angebot von Open-Air-Vielfalt für jedermann. „Das wird sie weitertragen“, sagt er und schaut Birgit Simmler an. Die nickt.

Die „vier Säulen“ der Eigenproduktionen – Familienstück, Volksstück, Klassiker und Musical – werde sie „auf jeden Fall weiterführen“, ebenso die Gastspiele von Oper, Operette und bekannten Bands sowie die ­Reihe „Luisenburg Xtra“ im ­Museumshof. Und vielleicht auch an anderen Spielorten im Stadtgebiet.

„Ich suche schon Locations, wo man was machen könnte“,­ sagt Simmler. „Ich werde da eher auf eine Erweiterung des Angebots zusteuern. Mir geht es um eine noch engere Verzahnung der Luisenburg mit der Stadt.“ Schließlich müsse die Kommune als Träger der Festspiele auch profitieren. Bei diesem Vorhaben werde ihr ihre Erfahrung als Kulturreferentin von Biedenkopf „sehr zupasskommen“. „Man kann noch was draufsatteln“, sagt sie. „Nicht nur zur Festspielzeit.“

Dass sie am Vorgänger gemessen werden wird, macht Simmler keine Angst. „Ich habe von mir aus den Anspruch, es auf der Luisenburg so gut zu machen, wie ich es eben kann. Ob das dann besser, schlechter, genauso gut oder einfach anders ist, müssen andere beurteilen.“

von Rainer Maier

 
 
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Birgit Simmler zieht es nach Bayern

Die Biedenkopfer Kulturbeauftragte wird ab 2018 Intendantin der Festspiele auf der Luisenburg in Wunsiedel. Am Mittwoch wird Birgit Simmler als Nachfolgerin von Intendant Michael Lerchenberg vorgestellt, Donnerstag verkündet der Bürgermeister, wie es mit der Kulturarbeit in der Stadt Biedenkopf weitergeht.

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