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Er ist nicht hörbar, aber da: Infraschall

Windenergie-Serie Er ist nicht hörbar, aber da: Infraschall

Man sieht ihn nicht, man fühlt ihn nicht, man hört ihn nicht und doch bringen Gegner von Windkraftanlagen den Infraschall mit Gesundheitsgefährdung in Zusammenhang.

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Dieser Black and Tan Coonhound namens Harbor hat große Ohren. Tiere können den Infraschall hören, für Menschen ist der niedrigfrequente Ton nicht hörbar.
Foto:Ryan Schude

Quelle: Ryan Schude

Hinterland . Gegner von Windkraftanlagen führen Infraschall als Ursache für Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen an. Infraschall sei zwar nicht hörbar, aber fühlbar und wirke sich negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus, sagen sie.

„Wir haben das Thema Infraschall im Blick. Aber es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Infraschall einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden hat“, sagt Alexander Sewohl vom Bundesverband Windenergie.

Ist man ständig einem Klopfgeräusch ausgesetzt, wird man darüber schnell verärgert sein. Das Geräusch wird umso lästiger empfunden, je lauter der Ton ist. Der Infraschall kann nur unbewusst wahrgenommen werden. Er hat eine Frequenz von 16 Hertz und wird in erster Linie von Wind erzeugt, der an Häusern, Bäumen, Brücken oder Schornsteinen vorbei streicht.

Ein Windrad erzeugt auch Infraschall. Laut einer Mitteilung des Herstellers Enercon wird zwischen aerodynamischen und mechanischen Lärmquellen unterschieden. Ein aerodynamischer Schall kann entstehen, wenn sich durch Windströmung zwischen Windradblättern und dem Turm Turbulenzen ergeben. Mechanisch erzeugter Infraschall kann entstehen, wenn Flügel und Turm Schwingungen verursachen. Diese Quelle sei im Vergleich zu der erstgenannten Lärmquelle laut Enercon zu vernachlässigen. Dass niedrigfrequente Töne als negativ empfunden werden, liegt daran, dass sich sensible Menschen darauf konzentrieren. Sie können unter Schlafstörungen leiden und unter Konzentrationsstörungen.

Das Bundesumweltamt nennt außerdem Ohrendruck und Angstgefühle als Auswirkungen von Infraschall. Gegner von Windkraftanlagen führen auch Lethargie, Magenbeschwerden, Reizbarkeit, Benommenheit und Appetitlosigkeit an.

Wissenschaftliche Studien geben allerdings keinen Aufschluss darüber, ob ein Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden der Menschen und Infraschall besteht. „Bislang gibt es keinen nachweislichen Effekt hinsichtlich negativer Gesundheitsbeeinträchtigung aufgrund von Infraschalleinflüssen“, heißt es von Seiten Enercons.

Auch die TA Lärm ( (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm)befasst sich mit dem Thema Infraschall. Die Verordnung sieht vor, dass wenn Infraschall festgestellt worden ist, zu prüft ist, wie die Immission gemindert werden kann. Die Windbranche halte das Bundes-Immisionsschutzgesetz genau ein. Dieses sieht die Einhaltung von Grenzwerten vor - auch bei Lärm, sagt Sewohl.

von Silke Pfeifer-Sternke

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