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Engagement hat Vorbildfunktion

Bundesverdienstorden Engagement hat Vorbildfunktion

Für Rudolf H. Schneider ist heute ein großer Tag: In Wiesbaden erhält der Gladenbacher das Bundesverdienstkreuz als Auszeichnung für seine vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft.

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Das Arbeitszimmer ist sein kleines Reich: Rudolf H. Schneider verbringt dort viel Zeit, recherchiert und hält Kontakt zu Freunden im In- und Ausland.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. In der Öffentlichkeit bekannt ist der 76-Jährige als engagierter Kommunalpolitiker, Förderer internationaler Kontakte, der Jugendarbeit und der Kultur.

In Rheinland-Pfalz erblickte er das Licht der Welt, kam dann mit der Familie ins Hinterland, besuchte die Volksschule in Bottenhorn, die Freiherr-vom-Stein-Schule in Gladenbach und das Gymnasium in Biedenkopf. Auch nach der Bundeswehrzeit blieb er dem Grundgedanken der wehrhaften Demokratie treu, absolvierte regelmäßig Wehrübungen und brachte es bis zum Hauptmann der Reserve.

Nach dem Abitur führte sein Weg mit Hilfe einer „Greencard“ in die USA nach Chicago. Dort arbeitete er ein halbes Jahr lang bei einer Firma für Marketing und Research. Zurück in der Heimat, studierte er zunächst in Marburg Jura - bis zum ersten Staatsexamen - darüber hinaus Volkswirtschaft. Es folgte das Referendariat und zweite juristische Staatsexamen in Kassel. 1970 erhielt Schneider die Zulassung als selbstständiger Rechtsanwalt, zwei Jahre später als Notar.

Vielfältige Tätigkeiten

Vielfältig war und ist die ehrenamtliche Tätigkeit des Gladenbachers. Er arbeitete im DLRG-Bezirk Marburg mit und war beteiligt an der Neugründung der Ortsgruppe Gladenbach, deren Justiziar er heute noch ist.

Als junger Mann begleitete er Freizeiten im kreiseigenen Zeltlager in Glücksburg als Betreuer, trainierte und betreute eine Jugendmannschaft des Gladen­bacher Sportclubs und war aktives Mitglied der Gladenbacher Feuerwehr. Er ist förderndes Mitglied in zahlreichen Vereinen und seit jeher Sportler. 2012 errang er beim Turnverein Gladenbach zum 37. Mal das goldene Sportabzeichen. Er nahm an vielen Laufveranstaltungen teil. Eine ist ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben: 1989 absolvierte er erfolgreich den Chicago-Marathon, auf dem Flughafen erfuhr er vom Fall der Mauer in Berlin. Diesen Glückstag für das Deutsche Volk werde er nie vergessen, sagt Schneider.

Von 1978 an war er sechs Jahre lang Vorsitzender des Elternbeirates der Freiherr-vom-Stein-Schule Gladenbach. In diese Zeit fiel auch der Beginn des heute noch andauernden Schüleraustausches mit der südfranzösischen Stadt Monteux. 1980 fand der erste Austausch statt. Schneider machte sich damals mit Gleichgesinnten per Pkw auf in die Provence, um Kontakte zu knüpfen. Viele weitere Besuche und Gegenbesuche folgten.

Aus dem regen Schüleraustausch erwuchs die Städtepartnerschaft zwischen Monteux und Gladenbach, die Verschwisterungs-Urkunden wurden 1987 unterzeichnet. Ein Jahr zuvor wurde Gladenbachs Partnerschaftsverein gegründet, Rudolf H. Schneider arbeitete 24 Jahre lang im Vorstand mit. Der Name Schneider ist auch im Partnerschaftsverein von Monteux längst zum Begriff geworden.

Die Förderung von Jugendsport und Kultur hatte er sich ebenso auf die Fahne geschrieben. Seit Gründung der Dr.-Berthold-Leinweber-Stiftung gehörte er mehr als 30 Jahre lang dem Vorstand an, war fünf Mal Laudator bei der Vergabe des Kulturpreises. Der Förderung der Jugend- und Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens und des Amateursports hat sich die Erwin-Ney-Stiftung verschrieben, in deren Vorstand er mitarbeitet.

"Stiften zum Anstiften"

1987 wurde die Familie-Schneider-Stiftung in Gladenbach gegründet. Sie fördert jugendliche Sportler in Gladenbach und Bad Endbach. Bis zur Übergabe an seinen Sohn Michael im Jahr 2009 war Rudolf H. Schneider Stiftungsvorsitzender und arbeitet auch heute noch im Vorstand mit. Dem Vorstand der Familie-Karl-Lenz-Stiftung gehört er seit 2011 an.

Im Sinne seines Mottos „Stiften zum Anstiften“ habe er Stiftungen und Vereine gegründet, betont der Jurist. Als engagierter Kommunalpolitiker ist er nicht nur den Gladenbachern bekannt. Von 1972 bis 1997 gehörte er dem Stadtparlament an, war mehr als 15 Jahre Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Sport und kulturelle Angelegenheiten. Neben dem Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft pflegt er Kontakte in die USA. Sehr am Herzen lag ihm der Kontakt und die spätere Freundschaft zum 1904 in Gladenbach geborenen Juden Benno Lederer und dessen Familie. Auch nach dessen Tod im Jahr 2000 pflegt er Kontakte zu Lederers Söhnen in Kanada und Israel. Mit Leidenschaft wendet sich Rudolf H. Schneider gegen Rassismus und Faschismus in jeglicher Form. Er habe sich gerne für Stadt und Leute engagiert, davon lebe die Bürgerschaft. Die Vorbildfunktion sei wichtig, betont Schneider. Der Aufwand lohne sich, er führe zu Wertschätzung in Form von Anerkennung und Respekt. Die Kraft für das große Engagement tankt Rudolf H. Schneider in seiner Familie, er spricht gerne vom Vater als Vorbild und von seiner Frau, die ihn stets unterstützt habe. So richtig zur Ruhe gekommen ist der 76-Jährige bisher nicht. Er arbeite heute noch als Angestellter in seinem früheren Rechtsanwaltsbüro, ist ehrenamtlich tätig und reist nach wie vor mit seiner Frau leidenschaftlich gerne in fremde Länder, in denen er sich bisher immer wohlgefühlt habe, betont der engagierte Gladenbacher.

von Hartmut Berge

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