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Ende des Wegestreits ist nicht in Sicht

Windpark Hilsberg Ende des Wegestreits ist nicht in Sicht

Auf Nachfrage der OP nach dem Fernsehbeitrag erneuert Endbachs Bauamtsleiter seine Darstellung, dass die Planung der Zuwegung nicht vergessen wurde. Währenddessen fordert die Gemeinde von der Bürgerinitiative eine Erlaubnis zum Überschwenken des von ihr gepachteten Grundstücks beim Antransport der Windradteile zur Hilsberg-Baustelle.

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Mitglieder der Bürgerinitiative Holzhausen und Umgebung erläutern hr-Redakteurin Silja Tietz (hintere Reihe 2. von links) ihre Sicht der Dinge zum Thema Hilsberg. Mit Tietz sprechen Dieter Theis und der Vorsitzende der Bürgerinitiative Reinhold Leinweber.

Quelle: Klaus Peter

Bottenhorn. Am Donnerstag vergangener Woche weilte ein Team des HR-Fernsehens im Hinterland. Die Redakteurin Silja Tietz sprach mit Standort­gegnern und Vertretern der Gemeinde Bad Endbach. Thema war die Sicht der „Bürgerini­tiative (BI) Holzhausen und Umgebung zur Förderung des Naturschutzes und der Heimatpflege“ zum Bau des Windparks Hilsberg und den damit einhergehenden Ungereimtheiten bei der Planung des Windparkes.

Vertreter der Standortgegner und der Gemeinde bedauerten gegenüber der OP, dass ihre Beiträge stark gekürzt wurden. Über die Vermutung der Standortgegner, dass die Gemeinde Bad Endbach beziehungsweise deren Eigenbetrieb „Kur, Tourismus, Energie“ zwar das 25-Millionen-Projekt plante, aber vergaß, für eine geeignete Zuwegung zu sorgen, berichtete die OP ebenso wie über die Entgegnung des Bauamtsleiters der Gemeinde, dass eine Erweiterung der Zufahrt nötig wurde, weil der Hersteller seine Spezi­fikationen im Januar dieses Jahres änderte, nachdem die Zufahrtswege schon 2012 ab­gestimmt worden waren.

Endbachs Bauamtsleiter: Wir haben nichts versäumt

Weil aus dem Sendebeitrag des hr der Eindruck entsteht, dass es doch eine Panne bei der Planung der Zufahrt zur Windparkbaustelle gab, fragte die OP bei Thomas Reuter nach. „Wir haben nichts versäumt“, sagte Reuter gestern erneut. Er bestätigte, wie im Fernsehbeitrag gesagt, dass nicht damit gerechnet wurde, wegen eines gemeindlichen Grundstücks solche Probleme zu bekommen. Jedoch seien seine Erläuterungen dazu „rausgeschnitten worden“.

Die gingen dahin, dass die Ausführungsplanung - wie üblich - erst im zweiten Schritt nach der Erteilung der Baugenehmigung erfolgte. Für die Verbreiterung des Feldweges auf 4,5 Meter gab es eine teure Alternative. Um den Bau einer Stützmauer für 10000 bis 15000 Euro zu vermeiden, habe man versucht, ein rund 1000 Quadratmeter großes Grundstück von der Gemeinde Steffenberg zu pachten.

Da dies nicht gelungen sei, habe die Gemeinde eine gegenüberliegende Parzelle erworben. So habe die Gemeinde nur die Kosten der Böschungsverbreiterung und für den Kauf des Grundstücks, die Reuter auf rund 1000 Euro beziffert, zu tragen.

Für Aufsehen sorgten Berichte, dass die Gemeinde Bad Endbach für den Kauf des Grundstücks der Gemeinde Steffenberg, die dieses zwischenzeitlich an die BI verpachtet hatte, 30000 Euro geboten hatte, um die Zufahrt zu sichern. Diese Summe dementierte Bernd Grebe, kaufmännischer Leiter des Bad Endbacher Eigenbetriebs, ebenso wie die Behauptung der Gemeinde Steffenberg, dass es eine schriftliche Zusage des Endbacher Eigenbetriebs über eine Kaufsumme von 27500 Euro gebe. Nachdem die Endbacher ihren Kaufverzicht erklärt hatten, folgte die Steffenberger Gemeindevertretung einem Vorschlag des Gemeindevorstands und nahm den Verkauf von der Tagesordnung, ohne dass der Öffentlichkeit kundgetan wurde, weshalb auf den angeblich zugesicherten Kaufpreis verzichtet wurde.

Endbach will von BI Stillhalteerklärung

Dennoch ist die Angelegenheit der Zuwegung für den Endbacher Eigenbetrieb noch nicht erledigt. Deren Anwalt schrieb die BI angesichts ihrer „unbedingten Gegnerschaft gegenüber dem Windkraftprojekt“ an und fordert diese zu einer Erklärung auf. Die BI soll bis zum 10. April, 12 Uhr, zusagen, dass „Sie ein Überschwenken Ihres Grundstücks für Transportzwecke zulassen und die Transporte von Ihrem Besitzgrundstück aus nicht behindern werden“.

Hintergrund ist, dass der Feldweg nun zwar verdichtet und verbreitert ist, die Schwertransporte mit den Windradteilen bei Kurvenfahrten aber einen Schwenkradius haben, der die Teile weit über den Weg hinausragen lässt. Das Schreiben des Anwalts endet für den Fall einer Ablehnung mit der Androhung, „zur Sicherung des ungehinderten Transports zu den Baustellen vorbeugend gerichtliche Hilfe in Anspruch“ zu nehmen.

„Wir überlegen noch, wir wir uns verhalten“, sagt dazu BI-Vorsitzender Reinhold Leinweber.

von Gianfranco Fain und Klaus Peter

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