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Endbach soll 20,7 Millionen bereitstellen

Windpark Endbach soll 20,7 Millionen bereitstellen

Mehrheitlich votierte der Ausschuss für den Nachtrag zum Wirtschaftsplan 2014 des Eigenbetriebs „Kur, Tourismus, Energie“ und die Beteiligung des Eigenbetriebs an der Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH. 4 Millionen sollen als Gesellschafteranteil, 16,7 Millionen Euro als Kredit für Bau des interkommunalen Windparks zur Verfügung stehen.

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Die Gemeinde Bad Endbach treibt die Finanzierung des Windparks Lahn-Dill-Bergland-Mitte voran.

Quelle: Archiv

Bad Endbach. Während der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Bad Endbacher Gemeindevertretung nahm Bürgermeister Markus Schäfer zum ersten Nachtrag „Wirtschaftsplan 2014 des Eigenbetriebs „Kur, Tourismus, Energie“ Stellung. Der Grund für den Nachtrag sei, dass die Finanzierung des Windparks „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ überdacht werden müsse. Ursprünglich war geplant, den Windpark mit einer 50-prozentigen Beteiligung der Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH zu planen, bauen und betreiben zu lassen. Das Eigenkapital in Höhe von etwa 10,29 Millionen Euro sollten die strategischen Partner und eine noch zu gründende Energiegenossenschaft zur Verfügung stellen.

Genossenschaftsrecht und Finanzierung geändert

Da sich aber das Genossenschaftsrecht einschneidend geändert habe, sei die Finanzierung des Windparks in der ursprünglichen Form nicht mehr gewährleistet. Genossenschaften, so Schäfer, dürften sich nur noch an Projekten beteiligen, bei denen sie maßgeblichen Anteil auf das operative Geschäft haben.

Um die Realisierung nicht zu gefährden, werde dieses Projekt nun alleine von der Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH gestemmt. Der Gesamtbetrag der Kredite, deren Aufnahme im Wirtschaftsjahr 2014 zur Finanzierung von Investitionen erforderlich ist, wird jetzt von rund 1,76 Millionen Euro um 15 Millionen auf 16757600 Euro erhöht. Die Verpflichtungsermächtigungen bleiben unverändert.

Dieser Kreditrahmen sei für den Fall gedacht, dass die Gemeinde Bad Endbach die drei Windkraftanlagen auf ihren Arealen selbst errichtet, falls die an dem Gesamtwindpark beteiligten Gemeinden Bischoffen und Siegbach sich aus dem Projekt zurückziehen.

Wie den Nachtrag empfiehlt der Haupt- und Finanzausschuss auch mehrheitlich die Beteiligung des Eigenbetriebs an der Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH. Hierbei soll sich der Eigenbetrieb „Kur, Tourismus, Energie“ mit einem Gesellschaftsanteil in Höhe von 39 Prozent am Stammkapital der Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH beteiligen.

Windpark: Eigenbetrieb soll Gesellschafter werden

Der Eigenbetrieb stellt der Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte GmbH in Höhe seines Gesellschaftsanteils ein Darlehen zur Finanzierung des Windparks in Höhe von bis zu 4013100 Euro zur Verfügung, wobei die Verzinsung des Gesellschaftsdarlehens vier Prozent beträgt.

Wie aus der Beschlussempfehlung hervorgeht, wurde der Genehmigungsantrag für den Windpark Lahn-Dill-Bergland Mitte am 2. Oktober 2013 gestellt und stehe unmittelbar vor seiner Genehmigung. Parallel wird eine Änderungsgenehmigung für sieben Windräder Enercon E 115 – statt bisher sieben Anlagen des Typs Nordex N 117 – vorbereitet, die Anfang des nächsten Jahres erwartet werde.

Bei vergleichbarer Wirtschaftlichkeit bietet der Hersteller Enercon höhere Garantien für eine Inbetriebnahme im Jahre 2015 und bessere Sicherheiten durch Vollwartungsverträge über die gesamte Nutzungsdauer sowie eine unbeschränkte Haftung bei Maschinenausfall. Die Gesamtinvestitionskosten für den Windpark mit sieben Anlagen E115 belaufen sich auf etwa 34,3 Millionen Euro. Gesellschafter dieses Windparks sollen die Gemeinden Bad Endbach und Bischoffen mit je 39 Prozent sowie die Gemeinde Siegbach mit 13 Prozent und EAM Natur mit neun Prozent werden.

Bau steht und fällt derzeit mit Inbetriebnahme 2015

Sozialdemokrat Karl-Heinz Seitz verwies auf einen Bericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, der nachdenklich mache, da nach deren Ausführungen zukünftig ein nicht unbeträchtliches Risiko bei den Einspeisevergütungen bestehe. Bürgermeister Schäfer gab Seitz insofern Recht, dass die vorliegende wirtschaftliche Betrachtung nur realistisch sei, wenn die Inbetriebnahme des Windparks noch im Jahr 2015 erfolge. Um dies realisieren zu können, müsste die Baugenehmigung bis Februar vorliegen.

Wenn diese nicht rechtzeitig eintreffe, müsse überlegt und erneut geprüft werden, ob eine Verwirklichung des Windparks Sinn mache, wenn dieser erst 2016 ans Netz gehen könne, da bekanntlich die Einspeisevergütungen ab 2016 geringer ausfallen. Auch die Kommunalaufsicht verlange dann erneut einen gesicherten Nachweis über die Wirtschaftlichkeit.

Insgesamt sei das Genehmigungsverfahren für diesen Windpark doch recht kompliziert, da bei Nachkartierungen Fledermäuse festgestellt wurden und wohl ein Schwarzstorch gesehen worden sei. Dennoch hofft Schäfer, dass der Windpark termingerecht verwirklicht werden kann. Das Genehmigungsverfahren und die Finanzierung müssten bis zum 15. März erledigt sein, dann verspreche Ener­con, dass der Windpark bis ­Ende 2015 ans Netz gehe.

von Klaus Peter

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