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Empfang setzt Signal für die Zukunft

Jahresempfang Empfang setzt Signal für die Zukunft

Zum ersten gemeinsamen Jahresempfang hatten der Gewerbeverein Bad Endbach und das Wirtschaftsforum Lohra 2020 in das Kur- und Bürgerhaus nach Bad Endbach geladen.

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Aufmerksam verfolgen die etwa 170 Gäste des gemeinsamen Jahresempfangs des Gewerbevereins Bad Endbach und des Wirtschaftsforums Lohra 2020 die Ausführungen der Referenten.

Quelle: Klaus Peter

Bad Endbach. Am Freitagabend bot das Kur- und Bürgerhaus Bad Endbach eine Plattform für einen besonderen Jahresempfang: Der Gewerbeverein Bad Endbach und das Wirtschaftsforum Lohra 2020 präsentierten sich gemeinsam. Die beiden Vorsitzenden Jürgen Haas (Wirtschaftsforum Lohra 2020) und Gerolf Happel (Gewerbeverein Bad Endbach) begrüßten etwa 170 Gäste aus Politik und Wirtschaft.

„Hausherr“ Happel führte durch das Programm. Dass die beiden Gewerbevereine doch recht eng zusammenarbeiten, hob Haas dann hervor. Ziel sei es, Wirtschaft und Politik zusammenzubringen. Nur gemeinsam sei es möglich, die Region voranzubringen.

Happel bestätigte, dass die Wirtschaftszahlen in der Region „gut“ seien und dazu hätte die Politik einiges beigetragen. Die Region habe vieles zu bieten, denn es seien auch Weltmarktführer ansässig. Der gemeinsame Jahresempfang mit den „Salzbödetal-Gewerbevereinen“ solle dazu beitragen, dass die Vereine in Zukunft noch enger zusammenarbeiten.

Happel erklärte, dass sich der Gewerbeverein Gladenbach noch nicht entschließen konnte, an der gemeinsamen Aktion der Gewerbevereine teilzunehmen. „Das wird sich hoffentlich in Zukunft ändern“, glaubt er.

Bundestagsabgeordneter Sören Bartol referierte zum Thema „Verkehrspolitische Visionen für den Landkreis Marburg-Biedenkopf“ und berichtete aus dem Alltag des Bundestages in Berlin. Bartol, der seit 2002 Mitglied des Bundestages ist, sprach die für die Genossen „ungeliebte“ Pkw-Maut an, die von der CSU offenbar auch gegen den Willen der CDU durchgesetzt werde, aber noch nicht vom Bundestag beschlossen sei.

„Wir haben die Weisheit in Berlin nicht gepachtet und holen uns deshalb manchmal Ratschläge von Fachleuten oder Fachverbänden ein, bevor eine Entscheidung getroffen wird“, erklärte er. Ein wichtiges Thema sei in der hiesigen Region auch, die Mobilität für die nächsten Jahrzehnte durch eine entsprechende Infrastruktur zu sichern. Älteren Mitbürgern, die kein Auto mehr fahren können, müsste die Möglichkeit geboten werden, von A nach B zu kommen. „Wir brauchen eine gute Infrastruktur mit den entsprechenden Verkehrsanbindungen“, sagte er. Ein Projekt, das Bartol nicht befürwortet, sei der Autobahnbau von Olpe in das Hinterland. Das Vorhaben würde durch Naturschutzgebiete führen und koste mehrere Milliarden Euro, erklärte er.

Hans-Georg Hof, Geschäftsführer und Inhaber der Firma „Hof Sonderanlagenbau “ Lohra (kleines Foto), referierte zum Thema „Von der Idee zum Industriebetrieb“ und stellte die Gründung und Entwicklung seiner Firma vor. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 230 Mitarbeiter und produziert Gefriertrocknungsanlagen für die Pharmaindustrie.

In dieser Branche arbeitete Hof vor seiner Selbstständigkeit in Marburg. Als dieses Unternehmen „nach England verkauft“ wurde, sei anschließend durchgesickert, dass die neuen Inhaber ihren Firmenschwerpunkt in den USA sehen und möglicherweise dann den Standort Marburg aufgeben.

Er sei dann von mehreren Arbeitskollegen, aber auch Kunden des Unternehmens motiviert worden, sich in dieser Branche selbstständig zu machen, um den dringend benötigten Service für die Zukunft sicherzustellen.

Nach vielen „Hochrechnungen“, Konzepterstellungen und Gesprächen mit seiner Frau sei am 1. Oktober 1988 die Firma gegründet worden.

Für die Produktionsräume und damit die Herstellung von Gefriertrocknungsanlagen habe er damals die alte Zigarrenfabrik in Lohra gekauft. Damit sei auch die Idee, nur einen Service zu leisten, vom Tisch gewesen. Die Entwicklung seiner Firma habe immer unter dem Motto gestanden: „Ohne Risiko geht nichts. Das Risiko muss aber kalkulierbar sein.“ Bereits ein Jahr nach Firmengründung sei eine weitere Halle für sein Unternehmen geplant worden, das mittlerweile auch im Interkommunalen Gewerbegebiet angesiedelt ist. „Nur gemeinsam sind wir stark“, betonte Hof.

Etwa fünf Jahre nach der Firmengründung habe dann tatsächlich sein ehemaliger Betrieb in Marburg „die Tore geschlossen“ und 70 Mitarbeiter hätten damals „auf der Straße gestanden“. Zu dieser Zeit habe sein Unternehmen 30 Mitarbeiter beschäftigt und diese Mitarbeiterzahl innerhalb weniger Wochen auf 60 verdoppelt. Grund dieser Entwicklung sei die Tatsache gewesen, dass „Hof Sonderanlagenbau“ ein großes Stück des Kuchens abbekommen habe, den sein ehemaliger Arbeitgeber hinterließ.

Landrätin Kirsten Fründt sprach die gleichen Interessen von Politik und Wirtschaft an. Bad Endbachs Bürgermeister Markus Schäfer verwies darauf, dass es für die Wirtschaft wichtig sei, dass sich die Verkehrsanbindungen in einem guten Zustand befinden und Lohras Bürgermeister Georg Gaul mahnte, dass die Region Salzbödetal nur gemeinsam weiterentwickelt werden könne.

von Klaus Peter

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