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Eingespieltes Musiker-Team überzeugt

Weihnachtsoratorium Eingespieltes Musiker-Team überzeugt

Einen grandiosen Jahresauftakt erlebten dieBesucher in der evange­lischen Kirche Weidenhausen am Samstagabend mit dem Weihnachtsoratorium von Johann ­Sebastian Bach.

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Sopranistin Katrin Strocka und Christos Pelekanos sangen im Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“.

Quelle: Klaus Kordesch

Weidenhausen.. Die Gladenbacher Dekanatskantorei, das Reußische Kammerorchester Gera und die Solisten Katrin Strocka, Claudia Maria Laule, Sören Richter und Christos Pelekanos unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Burghardt Zitzmann wurden vom Publikum für ihre Glanzleistungen mit „standing ovations“ gefeiert.

In den Kantaten 1 bis 3 des berühmten sechsteiligen Vokalwerks mit ihren großartigen Chorälen und Arien folgt ein musikalischer Höhepunkt dem nächsten, und der Dekanatskantor verstand es meisterhaft, seine Akteure mit präzisem Dirigat entlang dieser festlichen Dramaturgie zu lotsen. Schon beim triumphalen Auftakt in Gestalt des Eröffnungs­chors „Jauchzet, frohlocket!“ bewiesen die Ausführenden, dass sie dem Werk auf Augenhöhe begegnen - eigentlich kein Wunder, ist doch die Dekanatskantorei aus einem Projektchor zur Aufführung des Weihnachtsoratoriums hervorgegangen.

Die hohe Qualität der Aufführung zog sich bis zum mitreißenden Schlusschor des dritten Teils „Herrscher des Himmels“ durch, mit dem der rund 50-köpfige Chor über sichhinauswuchs und der auch zusammen mit den Solisten angestimmt als Zugabe diente. Die semiprofessionelle Gelassenheit und Souveränität der Agierenden verstärkte dabei die festlich-andächtige Atmosphäre, die weder ein umgestoßener Notenständer noch der Umstand trübte, dass der eigentlich engagierte Leipziger Bass Thomas Oertel-Gormanns krankheitsbedingt hatte absagen müssen. Der auf alte Musik spezialisierte Christos Pelekanos indes erwies sich als idealer Ersatz, der bei den Arien „Großer Herr, o starker König“ und im Duett mit Sopranistin Katrin Strocka (Leipzig) mit „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ besonders glänzte.

Katrin Strocka mit ihrem ausdrucksstarken Sopran und die ebenfalls aus Leipzig stammende und gleichermaßen beeindruckende Altistin Claudia Maria Laule waren ebenso wie der Frankfurter Tenor Sören Richter mit seiner geradezu für die Bach‘schen Evangelisten-Rezitative geschaffenen Stimme schon mehrfach gemeinsam mit der Dekanatskantorei zu hören.

Das bestens aufeinander eingespielte Team komplettierte das Reußische Kammerorchester Gera, mit dem Dekanatskantor Burghardt Zitzmann ebenfalls sehr gerne und oft zusammenarbeitet - aus gutem Grund, wie die Instrumentalisten bei den zahlreichen Orchesterpassagen immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen konnten. Zitzmann hatte zu Beginn des gut eineinhalbstündigen Konzerts auf die Aktualität des von Bach verarbeiteten biblischen Stoffs der Weihnachtsgeschichte aufmerksam gemacht und explizit auch die Flüchtlinge begrüßt, die in die Kirche gekommen waren: „Diese Geschichte handelt von Flucht und der Suche nach einer Herberge, und wir haben Menschen in unserer Mitte, die aus der Region kommen, wo sich das zugetragen hat und wo Jesus zu Hause war“, sagte der Dekanatskantor auch auf Englisch: „Wir sind heute Teil der Geschichte.“ Altistin Claudia Maria Laule übersetzte zudem für die Neuankömmlinge in arabische Sprache.

von Klaus Kordesch

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