Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Eine Honigschleuder für Kenia

Hilfsprojekt Eine Honigschleuder für Kenia

Seit 2006 unterstützt der im Hinterland gegründete Verein "Home Care International" (HCI) Kinder in Kenia. In Mainz wird derzeit ein Container beladen, der Hilfsgüter nach Nakuru bringen soll.

Voriger Artikel
Großes Fest in Diedenshausen
Nächster Artikel
Unterwegs auf abenteuerlichen Pfaden

Der Theologe Dr. James Karanja und die Studentin Milena Trommlitz organisieren für den Verein Home Care International (HCI) einen Hilfstransport nach Nakuru in Kenia. Für den Bau eines Kinderheims fehlen noch Materialien.
Fotos: Nadja Schwarzwäller, Privat

Bad Endbach . Egal ob Kabel oder Steckdosen, Fenstergriffe oder Dachrinnen - die Liste der Dinge, die für den Auf- und Ausbau des Kinderheims im Südosten Nakurus noch fehlen, ist lang. Besonders dringend benötigt werden unter anderem Bauzubehör, Elektrogeräte und Werkzeuge. Der Bau ziehe sich viel länger hin, als man das in Deutschland gewohnt ist, weil Materialien wie Holz oder Zement vor Ort teuer seien und vieles erst nach und nach gekauft werden könne, erklärt Dr. James Karanja.

Karanja stammt ursprünglich aus Kenia, kam zum Studium nach Marburg und hat lange in Bad Endbach gelebt. Dort gründete er 2006 gemeinsam mit anderen Freiwilligen „Home Care International“ (HCI). Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern eine bessere Welt zu bauen. Seit April wird ein Container in Mainz beladen, der möglichst bald nach Kenia verschifft werden soll, beladen mit allem was gebraucht wird - von der Waschmaschine bis hin zum Verbandskasten.

Rasenmäher und Honigschleuder nach facebook-Aufruf

Das Kinderheim ist dabei nur eines von mehreren Projekten, die über die Jahre entstanden sind.

16 Mädchen aus einem Slum nahe einer Mülldeponie in Nakuru leben inzwischen in einem „Rescue Center“ des Vereins. In Kooperation mit der Missionsgesellschaft Diguna werden Camps für Straßenkinder angeboten und auch Krisenhilfe oder die Unterstützung einer Krankenstation gehört zu den Aktivitäten von HCI. 70 Kinder und ihre Familien werden durch Patenschaften unterstützt.

Um Hilfe für den Neubau des Kinderheims zu erhalten, startete Milena Trommlitz vor einigen Tagen einen Aufruf im sozialen Netzwerk „facebook“. Die 21-jährige Studentin engagiert sich ehrenamtlich bei HCI und hat auch schon vor Ort in Kenia mitangepackt. Sofort kamen die ersten Angebote: Eine Studenten-WG in Marburg spendete einen Rasenmäher und eine Frau aus dem Ebsdorfergrund eine Honigschleuder. Im Gebiet von Masai Mara soll die Imkerei ausgebaut werden, um den Menschen dort zu ermöglichen, sich andere Einnahmequellen außerhalb des Tourismus zu erschließen, erklären Trommlitz und Karanja.

Ziel: nach dem Studium eine Arbeit finden

Es muss aber nicht unbedingt ein Rasenmäher sein - auch kleine Dinge wie Schrauben, ein Hammer oder Glühlampen helfen. Und natürlich ist der Verein für Geldspenden ebenfalls dankbar. Momentan fehlen noch rund 21000 Euro, damit Strom- und Wasserleitungen verlegt und die Verputzarbeiten am Heim getätigt werden können, sagt James Karanja. In etwa vier Wochen soll der Container mit dem Schiff nach Kenia gebracht werden. Der Transport wird mehrere tausend Euro kosten und auch dafür werden Spenden benötigt. Wer eine Patenschaft übernehmen möchte, der kann bereits mit 25 Euro pro Monat einem Kind die schulische Ausbildung, regelmäßige Mahlzeiten, Nachhilfe und ärztliche Versorgung ermöglichen.

Für James Karanja ist es entscheidend, dass die Kinder über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Deshalb hat er sich auch entschlossen, einen Verein zu gründen und nicht mit bereits vorhandenen Organisationen zusammenzuarbeiten.

„Es geht nicht nur darum, den Kindern Bildung zu ermöglichen. In Deutschland ist Bildung viel wert, in Afrika aber nicht“, erklärt der Theologe. Er und seine Mitarbeiter kümmern sich darum, dass die Kinder nach ihrer Ausbildung ein Praktikum machen können oder nach dem Studium eine Arbeit finden.

„Wir arbeiten vor Ort mit Partnerorganisationen zusammen oder wir finanzieren auch Mikro-Kredite“, sagt Karanja. Und damit habe man sehr viel Erfolg.

  • Mehr Informationen zum Verein stehen im Internet auf www.hcinternational.de. Fragen beantwortet James Karanja unter der Telefonnummer 0176/ 65682719 oder per Mail:info@hcinternation.de.

von Nadja Schwarzwäller

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr