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Eine Auffrischung für den Lauf der Salzböde

Renaturierung Eine Auffrischung für den Lauf der Salzböde

Das Gewässer in der Gemarkung Lohra soll innerhalb von zwei Jahren renaturiert werden. Für den ersten Bauabschnitt der Bachrenaturierung von der Mappesmühle zur Eselsmühle sind 212000 Euro an Kosten vorgesehen.

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Die Salzböde in ihrem Bett unterhalb der Mappesmühle bei Lohra.

Quelle: Anita Ruprecht

Lohra. Zur Sitzung des Bau-,Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Lohra begrüßte Ausschussvorsitzender Heinz Werner Weimer am Dienstagabend die Landschaftsplaner Ingo Pfeiffer und Georg Streicher vom Planungsbüro Christian Koch aus Aßlar, die die Pläne zur Renaturierung der Salzböde in der Gemarkung Lohra von Damm bis zur Mappesmühle an der Grenze zum Gladenbacher Stadtteil Mornshausen vorstellten.

Geld für Renaturierung im Haushaltsplan vorgesehen

Neben den Ausschussmitgliedern waren die Ortsvorsteher, die Ortslandwirte und die Vorsitzenden der Jagdgenossenschaften aus Lohra und Damm eingeladen. Hans Kraft vom Gemeindevorstand, der den erkrankten Bürgermeister Georg Gaul vertrat, erläuterte in seiner Begrüßung, dass die Renaturierung der Salzböde für die in den vergangenen 20 Jahren in Lohra entstandenen Neubaugebiete als Ausgleichsmaßnahme gesetzlich vorgeschrieben sei. Im Haushaltsplan für den Doppelhaushalt 2015/2016 ist das dazu nötige Geld für das Projekt vorgesehen. Der erste Bauabschnitt von der Mappesmühle bis zur Eselsmühle soll in diesem Jahr umgesetzt werden. Die Arbeiten werden je nach Wetterlage in den nächsten Wochen beginnen, denn von April bis September darf an den Gewässern nicht gearbeitet werden, erläuterten die Planer. Der zweite Bauabschnitt von der Eselsmühle bis zur Etzelmühle soll in 2016 in Angriff genommen werden.

Ihre rechtliche Grundlage sei die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie aus dem Jahr 2000 und das damit verbundene Programm für das Land Hessen, das die Entwicklung naturnaher Gewässer mit der Entstehung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen zum Ziel hat.

Das Bachbett soll vergrößert werden

Eine Vergrößerung des Bachbetts mit flachen Ufern reduziere die Hochwasserspitzen, erläuterten die Planer. Dazu müssten die Uferrandstreifen ausgepflockt werden, Strukturelemente und Grundschwellen eingebaut und zwei Hochflutmulden im ersten Bauabschnitt eingebaut werden sowie vier Sohlabstürze, das sind quer zur Strömungsrichtung verlaufende Aufschüttungen von Steinen oder Schwellen zur Verhinderung der Tiefenerosion, zurückgebaut werden.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt sind auf rund 212000 Euro beziffert. Bei den Bauarbeiten zur Renaturierung müssten sie allerdings vorhandene Brückenbauten und Hochwasserrückhaltebecken berücksichtigen, damit bei Extremwetterlagen an diesen Bauwerken keine Schäden entstehen und sie müssten beim Umbau des Bachbetts darauf achten, dass die Ortslagen bei Hochwasser möglichst geschützt seien.

Bei der anschließenden Diskussion sagten Teilnehmer, dass die Salzböde doch weitgehend naturnah durch den Wiesengrund fließe. Dies sei an einigen Stellen auch der Fall, sagten die Planer, und dort wollten sie auch nichts machen. Trotzdem gebe es viele Abschnitte, an denen die Ufer schon seit Jahrzehnten ausgesteint seien, massive Eingriffe in den Bachverlauf und die Fließgeschwindigkeit vorgenommen wurden, die für Laien auf den ersten Blick nicht sichtbar seien, erläuterten die Planer.

von Anita Ruprecht

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