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Eine Anlage fast wie in Gold

Modellbaubörse Eine Anlage fast wie in Gold

Während der Modellbahn- und Autotauschbörse waren zwei Spezies von Eisenbahnfans zu beobachten: Die Raritätensammler und die Anlagenbauer. In beiden lebt das Kind im Manne fort.

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Der Interessent an Raritäten war früh zur Stelle. Vorsichtig holt der Händler die guten Stücke aus der Originalverpackung.

Quelle: Gianfranco Fain

Gladenbach. Etwas verhalten war der Beginn der 22. Modellbahn- und Autotauschbörse am Sonntag im Gladenbacher Haus des Gastes, sodass Bernd Müller von den veranstaltenden Modellbahnfreunden Rachelshausen ein ungutes Gefühl beschlich. Doch schon kurz nach der Eröffnung um 10 Uhr konnte Müller aufatmen: Der Saal füllte sich schnell, und bereits um 11.15 Uhr waren die „Leckerlis“, wie ein Händler seine verkauften Raritäten gegenüber einem Interessenten bezeichnete, weg.

Erfahrungsgemäß sind immer die Sammler zur Eröffnung da, gegen Ende der Veranstaltung kommen dann die Interessenten, die hoffen, manches Schnäppchen zu machen. Doch Schnäppchen können auch zu Beginn der Börse gemacht werden, wenn man die Preise der angebotenen Loks, Güter- und Personenwagen oder sonstiges Zubehör für die Modellbahnanlage vergleicht. Bei vielen Sachen hat man allerdings das Gefühl, dass die ehemaligen Preisauszeichnungen stehen geblieben sind und nur die Währung gewechselt hat: von Deutsche Mark in Euro - eine Investition wie in Gold?

Das stimme nur zum Teil, erklärt einer der Händler. Gut erhaltene Exemplare, die vor den 1960er Jahren hergestellt wurden, seien preisstabil. Alles andere, was danach in zunehmender Massenproduktion produziert wurde, unterliege einem stetigen Wertverlust. „Wer heute solche Sachen sammelt, macht Verlust“, sagt der Händler. Und er nennt einen weiteren Grund für die stetige Wertminderung: „Schauen Sie sich doch mal um: nur alte Männer, kaum Kinder!“ Die Zahl der potenziellen Interessenten nimmt stetig ab. Zudem gibt es ein Überangebot, wie an einem anderen Stand mitzubekommen ist. Dort fragt eine Dame im besten Alter einen Händler, ob er nicht Interesse habe. Sie besitze eine Modellanlage - vermutlich eine Erbschaft . „Nur mit Dampflokomotiven“, betont die Frau.

Doch Anbieter und Raritätenjäger sind in der Minderzahl. Die meisten Besucher kommen zur Börse, um fehlende Teile für die eigenen Anlagen zu finden oder um sich einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Davon gab es auf der 22. Modellbahn- und Autotauschbörse mehr als genug und das von allen Fabrikaten. So wurde fleißig gesucht, gewühlt, gefeilscht und gefachsimpelt. Auch geizten die Händler nicht mit Tipps, und so verließen viele Besucher den Markt mit ausgesuchten Stücken. Die Händler aus Kassel, Koblenz, Montabaur oder Freigericht waren denn auch zufrieden, entwickelte sich die Börse nach zögerlichem Start doch noch „ordentlich“. Zufrieden war auch Mitorganisator Bernd Müller, obwohl die Besucherzahlen vergangener Jahre - in Spitzenzeiten kamen rund 1000 zahlende Gäste ins Gladenbacher Haus des Gastes - seit einiger Zeit nicht mehr erreicht werden.

von Gianfranco Fain

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