Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Einbrüche finanzieren Spiele

Aus dem Amtsgericht Einbrüche finanzieren Spiele

Um seine Spielsucht zu 
finanzieren, brach ein 48-Jähriger in den Kindergarten in Mornshausen/S. und in ein Haus in Gisselberg ein. Zehn Monate Haft lautet das Urteil des 
Marburger Amtsgerichts.

Voriger Artikel
Bioladen sichert Grundversorgung
Nächster Artikel
Anwalt: „Er wird nicht wieder straffällig werden“

Die Richterin machte bei Bewährung für 48-jährigen Einbrecher nicht mit.

Quelle: Dieter Schütz / pixelio.de

Marburg. Der Angeklagte gestand die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Aufgrund der Aufnahmen der Überwachungskamera des Wohnhauses wurde er als Täter des Einbruchs vom 17. Mai identifiziert und festgenommen.

Er verschaffte sich über ein aufgebrochenes Küchenfenster Zutritt zur Wohnung und erbeutete unter anderem Schmuck und Uhren, die laut dem Eigentümer einen 
Gesamtwert von 26.000 Euro haben, aber verschwunden blieben.

Bei der Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei bei dem Mann allerdings einen Drucker und einen Akkuschneider, Beute eines Einbruchs in den Mornshäuser Kindergarten Anfang April. Auch da gelang der Einstieg durch ein aufgehebeltes Fenster.

„Habe die Kontrolle verloren“

Wie Verteidiger Carsten Marx berichtete, habe sein Mandant in den vergangenen Jahren mehr als 100.000 Euro verspielt. „Und nach oben ist das nicht begrenzt“. Der Angeklagte gab zudem an, praktisch täglich 20 Flaschen Bier und 10 Joints konsumiert zu haben. „Deshalb habe ich die Kontrolle verloren.“ Ein psychiatrischer Sachverständiger wollte wegen der Sucht eine das Strafmaß reduzierende verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen.

In der Untersuchungshaft 
habe er endlich gemerkt, so der 48-Jährige, dass er an seinem Leben etwas ändern müsse. „Ich bitte um die Chance, eine Therapie beginnen zu können“, sagte er vor Gericht.

Strafrichterin Barbara Steinmann schloss eine Bewährung aus, obwohl der Mann nicht vorbestraft ist. Weil er keinen festen Wohnsitz hat und zudem in Bonn eine weitere Verhandlung ansteht, sei Fluchtgefahr gegeben. Eine günstige Prognose sei auch nicht, dass die Schwester den Mann aufnehmen will. „Ich traue niemandem, der nicht professionell geschult ist“, betonte die Richterin. Diese 
Verantwortung wolle sie der 
Verwandten nicht aufbürden.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, müsste der 48-Jährige nicht mehr lange ins Gefängnis, schließlich sitzt er seit rund fünf Monaten in Untersuchungshaft.

von Heiko Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr