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Einblick in moderne Forstwirtschaft

Hinterländer Waldbauerntag Einblick in moderne Forstwirtschaft

Am 3. Oktober soll Gladenbach zur Hauptstadt der Waldbauern werden. Sie ist Schauplatz des 2. Hinterländer Waldbauerntages. Die Premiere fand am 1. Mai 2006 in Herzhausen statt.

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In dem waldreichen Hinterland hat die Forstwirtschaft wieder an Bedeutung gewonnen.

Quelle: Heribert Theis

Gladenbach. Die Idee, einen Waldbauerntag zu veranstalten, wurde vor gut acht Jahren im Dautphetaler Ortsteil Herzhausen geboren. Dort machten sich einige Waldbesitzer Gedanken darüber, wie sie die Produkte aus der Waldwirtschaft, insbesondere Holzschnitzel oder Pellets für Holzheizungen sinnvoll vermarkten könnten. Der Idee wurde in die Tat umgesetzt. Am 1. Mai 2006 wurde der Erste Hinterländer Waldbauerntag in Herzhausen aus der Taufe gehoben.

Diese Veranstaltung mit Informationscharakter war ein „Bombenerfolg“, wie der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Biedenkopf, und stellvertretende Vorsitzende der FBG Gladenbach, sowie Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Kreisgruppe Biedenkopf, Klaus Uwe Koch berichtet. Mehrere Tausend Gäste kamen, das überraschte und erfreute die Veranstalter.

Anlass für eine Neuauflage des Hinterländer Waldbauerntages ist der Geburtstag des großen Forstmannes Georg Ludwig Hartig, der sich am 2. September dieses Jahres zum 250. Mal jährt. Dieser gebürtige Gladenbacher hatte maßgeblichen Anteil an einer modernen Waldwirtschaft, indem der studierte Forstwissenschaftler das von Hans Carl von Carlowitz 1645- 1714) entwickelte so genannte Nachhaltigkeitsprinzip eingeführt hatte.

„Es lässt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist (…) dass die Nachkommenschaft wenigstens ebensoviel Vorteil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet“, schrieb Hartig zu diesem Thema.

Es sollten also nur so viele Bäume geschlagen werden dürfen, wie sie rechtzeitig wieder nachwachsen können.

Im „Zillertal“ wird eine Hochseilbahn installiert

Der 2. Waldbauerntag sei nicht auf den Geburtstag von Hartig am 2. September gelegt worden, weil dieses Jubiläum ein eigenes Programm habe, erklärt Koch. Man habe sich den 3. Oktober ausgesucht, weil das ein Feiertag sei und die Menschen dann eher die Möglichkeit hätten, die Ausstellung zu besuchen. Eine ausreichende Anzahl von Parkplätzen für die Gäste sei ausgewiesen.

Ein gewaltiges Programm hat sich auch der Vorbereitungsausschuss des Waldbauerntages vorgenommen. Klaus Uwe Koch ist Vorsitzender dieses Ausschusses und in Sachen Waldbauerntag ständig unterwegs. Durch seine Mitstreiter erhalte er aber eine hervorragende Unterstützung für die er sehr dankbar sei, betonte er. Da gilt es beispielsweise einen riesigen Ausstellungsparcours vorzubereiten, der im Gladenbacher „Zillertal“ beginnt. Dort muss in den Steilhängen eine Hochseilbahn installiert werden. Dann zieht sich die Ausstellung weiter zur untergegangenen Siedlung Minzhausen und von dort zur Runzhäuser Höhe bis hin zum Gladenbacher Reitplatz und zur Schutzhütte des Gladenbacher Männergesangvereins. Dort ist dann auch am 3. Oktober um 10 Uhr die offizielle Eröffnung. Auf dem Parcours werden insbesondere Maschinen der Holzverarbeitung vorgestellt, von deren geschichtlicher Entwicklung bis hin zu den heutigen hochmodernen Geräten, die dann auch in ihrem Arbeitseinsatz präsentiert werden. Auch die Vorführung der Arbeit mit Pferdegespannen beim Holzrücken wird nicht fehlen.

Forstamt und Stadt sind mit im Boot

„Wir wollen der Bevölkerung zeigen was in einer modernen Waldwirtschaft läuft. Der Holzindustrie wollen wir den Privatwaldbesitzer als Vertragspartner vorstellen und der Politik den Stellenwert des Privatwaldes deutlich machen“, erläutert Koch die Kernpunkte der Veranstaltung. Im Bereich des Forstamtes Biedenkopf gibt es rund 8000 Privatwaldbesitzer und 60 Forstbetriebsgemeinschaften.

Die Vorbereitungen für den Waldbauerntag obliegen den Vertretern der Waldbauern zwar vorwiegend selbst, das Forstamt Biedenkopf unterstützt jedoch die Veranstaltung. „Wir als Forstamt leisten sozusagen Beihilfe“ erläutert dessen Leiterin Sigrid Krawielitzki. Das Forstamt wird bei der Ausstellung unter anderem mit der Mobilen Waldbauernschule präsent sein. Krawielitzki ist von der Idee des Waldbauerntages begeistert. „Dort wird Forsttechnik live geboten, Forsttechnik zum anfassen quasi “ kommentiert sie. Neben den Vorbereitungen zum Waldbauerntag ist das Forstamt derzeit auch mit den Planungen zum Hartig Jubiläum befasst.

von Heribert Theis

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