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Ein willkommener Bote aus Wiesbaden

Dorferneuerung Ein willkommener Bote aus Wiesbaden

Eine gute Nachricht für Dautphetal - die Gemeinde erhält finanzielle Unterstützung vom Land. Bis das Geld fließt, wird aber noch einige Zeit vergehen, in der es Diskussionen um die Verwendung geben wird.

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Abteilungsleiter Werner Müller (links) und Dautphetals Bürgermeister Bernd Schmidt halten den Anerkennungsbescheid des Landes Hessens in Händen. Bei der Übergabe dabei waren (von links) Ekkehard Henrich vom Amt Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Vanessa Schmidt, Auszubildende im selben Fachbereich, dessen Leiter Dr. Helmut Otto ist, sowie der Erste Beigeordnete der Gemeinde Dautphetal Hans Günter Wagner.

Quelle: Dennis Siepmann

Dautphetal. Nein, mit der Post wollte er den Bescheid nicht schicken. Positive Nachrichten überbringt man schließlich am besten persönlich, findet Werner Müller. Und so ließ es sich der Abteilungsleiter im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung auch nicht nehmen, im Dautphetaler Rathaus vorbeizuschauen.

Im Gepäck des Wiesbadener Ministerialdirigenten: der Anerkennungsbescheid „Dorfentwicklung“. Ein Erfolg für die Hinterlandgemeinde. Die mit dem Schriftstück zugesicherte Finanzspritze ermöglicht es Bürgermeister Bernd Schmidt und seinen Mitarbeitern neue Projekte auf den Weg zu bringen. Dadurch bleibe die Gemeinde Dautphetal „zukunftsfähig“, wie Schmidt betonte.

Keine „Luxusförderung“ mehr für ein einzelnes Dorf

Bei der Übergabe des Bescheids teilte Müller auch eine Änderung in der langen Tradition der Zuwendungen für die „Dorfverschönerungen“ mit. Dabei geht es um ein Pilotprojekt namens „Ikek“, was für Integriertes kommunales Entwicklungskonzept steht. Diese Neuerung betrifft nicht die Höhe der finanziellen Unterstützung, sondern die Verteilung des zugesicherten Geldes.

In Zukunft wird nicht mehr nur ein einzelner Ortsteil gefördert - in der Vergangenheit waren dies zum Beispiel Herzhausen und Damshausen - sondern die ganze Gemeinde. Dies geschehe auch aus Gründen der Fairness, betonte Müller. Die bis zuletzt praktizierte „Luxusförderung“ für ein Dorf führe unweigerlich dazu, dass andere Orte „sich hinten anstellen müssen“, sagte Müller.

Das neue Konzept der Verteilung führt nun aber dazu, dass mehr Bürger am Entscheidungsprozess in Dautphetal beteiligt werden müssen. „Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es jetzt um die gesamte Gemeinde geht und nicht nur um die Anliegen eines einzelnen Ortsteils“, sagt Ekkehard Henrich vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises. Diese neue Sachlage müsse in die Köpfe der Menschen, die sich aktiv engagieren - zum Beispiel im Ortsbeirat oder als Ortsvorsteher.

Immerhin seien nun zwölf Ortsteile eingebunden. „Wir müssen überlegen, wo wir hin wollen und welche Investitionen sich in Zukunft auszahlen können“, erklärte Henrich. Dabei gehe es eben nicht mehr um die „typische Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses“, ergänzte Müller.

Ein möglicher Bereich, für den das Geld aufgewendet werden könne, ist nach Ansicht von Schmidt die Wohnungspolitik. Im besonderen Wohnungsmodelle für ältere Bürger. Ein anderes Betätigungsfeld sei die Ansiedlung von Ärzten. Aber auch die gemeinschaftliche Energiepolitik sei ein interessanter Aspekt, den man berücksichtigen müsse, erklärte Schmidt.

Müller warnt vor unüberlegten Handlungen

Wichtig sei, dass das Konzept auch zu den gegebenen Verhältnissen passe. Es gibt durchaus auch Projekte in Hessen, die gescheitert sind, gab Werner Müller zu bedenken und berichtete von einem Fall aus Mühlheim am Main.

Dort habe der vormalige Bürgermeister eine Biogasanlage bauen lassen, ohne vorher geklärt zu haben, woher denn eigentlich die benötigte Biomasse zu beschaffen sei. Mit den entstandenen Kosten und der nutzlosen Anlage müsse sich nun sein Nachfolger beschäftigen.

„Klar - das Programm muss natürlich auch zur heimischen Region passen“, sagt Schmidt. Vor diesem Hintergrund soll für Dautphe nun ein kommunales Entwicklungskonzept erstellt werden.

Dies will man zunächst einem „Profi“ überlassen, sagte Henrich und wird diese Machbarkeitsstudie öffentlich ausschreiben lassen. Mit ersten Ergebnissen eines Fachbüros rechnet Henrich aber erst im kommenden Jahr. Danach geht es in die weitere Planung.

von Dennis Siepmann

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