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Ein großer Ort feiert seine große Wehr

125 Jahre Feuerwehr Ein großer Ort feiert seine große Wehr

Mit einem Festzug und einem Kommers feierte die Kirchverser Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen.

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Das Ehrungsfoto zeigt links Wehrführer Christoph Abel und rechts Ulrich Bernhardt, Vorsitzender des Fördervereins, mit den Geehrten für 50 Jahre Mitgliedschaft, die eine Medaille zur Erinnerung erhielten.

Quelle: Ingrid Lang

Kirchvers. Pünktlich um 13 Uhr startete am Sonntag der Festzug zur Feier des 125-jährigen Bestehens der freiwilligen Feuerwehr durch Kirchvers. An den Straßen jubelten viele Menschen den Feuerwehrleuten und den beiden Musikgruppen - dem Fanfaren-Corps Gießen West und den Grenzgangsmusikern aus Goßfelden - sowie den weiteren Gruppen zu.

Die Mitglieder der Feuerwehr sowie der Jugendabteilung führten den Festzug an und präsentierten dabei ihre neue Schutzkleidung. Mit dabei waren auch die Feuerwehren der Großgemeinde Lohra sowie die aus Odenhausen, Erda, Frankenbach, Bieber, Krumbach, Rodheim, Fellinghausen und Heuchelheim, aber auch der Schützen- und Sportverein Kirchvers und die Campingfreunde.

Beim anschließenden Festkommers begrüßten Wehrführer Christoph Abel und der Vorsitzende des Fördervereins Ulrich Bernhardt die zahlreichen Gäste im vollen Festzelt. Anschließend ließ Bernhardt die Geschichte der Kirchverser Feuerwehr Revue passieren: Durch Verfügung der Regierung im Jahre 1874 und Beschluss des Kreisausschusses 14 Jahre später wurden die Gemeinden Altenvers, Kirchvers, Reimershausen und Rollshausen zu einem Spitzenverband zusammengeschlossen. Doch bereits am 7. März 1889 bildete Kirchvers einen eigenen Verband. Die Gemeinde kaufte eine neue Fahr-, Saug- und Druckspritze, die 1350 Mark kostete. Im Jahr 1906 wurden alle dienstpflichtigen Männer in die Wehr beordert. Eine Satzung akzeptierten die Kirchverser 1934, als die Wehr 334 Mitglieder zählte. Erster Ortsbrandmeister wurde Johannes Rühl, der bis Anfang der fünfziger Jahre im Amt blieb.

Ein Neuanfang erfolgte auf Initiative des Bürgermeisters Konrad Becker am 10. März 1964. Helmut Abel wurde zum Ortsbrandmeister gewählt. Zur Ausrüstung der 22 Aktiven gehörten eine Fahr-, Saug-und Druckspritze, einige defekte Schläuche und Einreißhaken. Bei der Gemeinde wurden ein Fahrzeug, Ausrüstung und Uniform beantragt, deren Übergabe im Herbst 1964 erfolgte. Der gute Stand der Ausbildung wurde bei den Bezirkswettkämpfen 1965 in Weipoltshausen mit dem 1. Platz bewiesen. Die erste Bewährungsprobe bestand die Wehr bei einem Scheunenbrand in der Burggartenstraße, wo sie die Weipolts­häuser unterstützten.

Nach einer zweijährigen Pause übernahm Abel erneut den Posten des Ortsbrandmeisters, den er 1994 nach 30 Jahren aus Altersgründen abgab. 1970 wurde mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses und eines Unterrichtsraums begonnen. Am 18. Dezember desselben Jahres wurde das neue Löschfahrzeug (TSF) abgeholt und mit dem TSA und den vier Atemschutzgeräten hatte die Wehr eine gute Ausrüstung. Im Jahr 1972 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Im November 1984 wurde mit dem Anbau am Feuerwehrgerätehaus begonnen. Der Anbau erfolgte mit fast 1400 Arbeitsstunden in Eigenleistung, was einem Wert von 25000 Mark entsprach.

Eine Überraschung bereitete die Feuerwehr aus Weickersdorf im Kreis Bischofswerda, die zum hundertjährigen Bestehen der Kirchverser Wehr einen in mühevoller Kleinarbeit renovierten Trabi mit Sondersignal schenkte, der bis zum Jahre 2001 seinen Dienst als MTW versah.

Heute zählt die Jugendwehr 18, die Wehr 162 Mitglieder, von denen 30 aktiv und 8 in der Alters-und Ehrenabteilung sind.

von Ingrid Lang

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