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Ein Zug in Tracht bis zum Hochzeitsaltar

Trachtenhochzeit Ein Zug in Tracht bis zum Hochzeitsaltar

Nach dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ gaben sich Janine und Jens Zimmermann das Jawort auf traditionelle Weise: mit einem bunten Hochzeitszug in Tracht.

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Zahlreiche Mornshäuser säumten die Straßen und machten fleißig Fotos von dem bunten Hochzeitszug. Die 38-jährige Braut trug Marburger evangelische Tracht. Das Brautkränzchen auf dem Kopf trug schon ihre Urgroßmutter.

Quelle: Nadine Weigel

Mornshausen/S.. Viele Zaungäste bestaunten am Samstag, wie sich ein bunter Hochzeitszug durch den Gladenbacher Stadtteil Mornshausen schlängelte. An den bunten Trachten ließ sich gut die gemeinsame Leidenschaft des Brautpaares erkennen: Janine und Jens Zimmermann lernten sich in der Hessischen Volkskunstgilde kennen und lieben. „Deshalb war es für uns klar, dass wir ganz traditionell in Tracht heiraten“, verriet die 38-jährige Erzieherin kurz bevor sich der Hochzeitszug in Bewegung setzte.

Mehr als 30 Mitglieder der Hessischen Volkskunstgilde waren gekommen, um ihre Freunde vom Haus des 36-jährigen Bräutigams in der Aulenbachstraße bis zur Kirche zu geleiten. Angeführt wurde der lange Brautzug von den Blumenkindern in Tracht, die vor dem Paar herschritten, gefolgt von der Volkskunstgilde, die verschiedene Trachten präsentierten sowie den weiteren Gästen, die ebenfalls zum Teil in Tracht erschienen.

Das Paar hatte sich für die Marburger evangelische Tracht aus der Zeit um 1910 entschieden. „Das ist die schwarze Abendmahlstracht, die man auch zur Hochzeit getragen hat“, erklärte Janine Zimmermann, die besonders stolz auf ihr buntes Brautkränzchen auf dem Haupt war. „Das hat schon meine Urgroßmutter getragen“, freute sich die 38-Jährige, die zwei Tage zuvor ihren Geburtsnamen Damm bei der standesamtlichen Heirat ablegte.

Nach dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ gaben sich Janine und Jens Zimmerman das Ja-Wort auf traditionelle Weise: mit einem bunten Hochzeitszug in Tracht.

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Jens und Janine Zimmermann waren sich schnell darüber einig, in Tracht zu heiraten. Beide sind schon seit langer Zeit liebevoll mit der alten Tradition und dem Brauchtum verbunden.

„Zukunft braucht Herkunft“, findet die Grundschullehrerin, die in Buchenau lehrt und in Niederweimar geboren wurde. Die 38-Jährige vermittelt ihren Schüler hessische Tradition und unterrichtet dabei auch schon mal in Tracht.

Auch der Bräutigam ist ein Trachten-Fan. Er wirkte zuerst in der Tanzgruppe „Wiedehöpfe“ in Rollshausen mit und trat 2011, später als seine Braut, der Volkskunstgilde bei. Der gebürtige Mornshäuser arbeitet als Altenpfleger in der Marburger Diakonie.

„Das kommt bei uns auch selten vor, um so mehr freuen wir uns, wenn sich jemand dazu entscheidet, in Tracht zu heiraten“, betonte Eckhard Hofmann, stellvertretender Vorsitzender der Hessischen Volkskunstgilde. Das seltene Ereignis zog genügend Bewünderer an. Fast an jeder Straßenecke standen Einwohner und freuten sich über den imposanten Hochzeitszug. Vor der Kirche standen dutzende Menschen und empfingen das strahlende Brautpaar mit Applaus.

Die von Pfarrer Thomas Schmidt vorgetragene Geschichte des Paares erfreute die Gäste. Es habe schon eine Weile gedauert, bis Janine seine Signale aufnahm und beide auf der selben Wellenlänge waren, habe ihm der Bräutigam berichtet. Er sei auch gefragt worden, ob Jens eine Freundin habe, was der Pfarrer erst wusste, als Jens ihm ein Bild des frisch verliebten Paares vom Heimatfest in Schlitz mailte. An Pfingsten hatte es gefunkt und an Weihnachten fand die Verlobung statt. Den Traugottesdienst untermalten drei Lieder wie „Licht unseres Lebens“ des Singkreises der Kirchengemeinde unter der Leitung von Annette Hof sowie das Solo von Lena Lauer, die „Ich reich dir meine Hand“ sang.

Nach dem kirchlichen Segen galt es durch ein Sonnenblumen-Spalier des Singkreises zu schreiten. Anschließend stoppte ein Seil das Brautpaar. Gespannt hatten es die Volkskunstgilde-Mitglieder Regina und Wilfried Orth aus Niederdieten sowie Renate und Siegfried Jahn aus Oberhörlen. Nach einem kurzen Dialekt-Vers von Jahn musste sich das Paar auslösen.

von Ingrid Lang und Nadine Weigel

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