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Ein Ohr für die Pläne der Ärzte

Medizinercheck Ein Ohr für die Pläne der Ärzte

Die Nachfolgeregelung in den Arztpraxen innerhalb der Gemeinde Dautphetal soll erörtert werden. Der Bürgermeister soll dazu Gespräche mit den Medizinern führen.

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Ein Hausarzt hört beim Blutdruckmessen den Herzschlag eines Patienten ab.

Quelle: Bernd Weißbrod

Dautphe. Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) vermochte in dem Antrag der CDU und der Freien Wähler (FW) nach eigener Aussage kein Misstrauensvotum sehen. Dahin rückte ihn SPD-Fraktionschef Joachim Ciliox mit einem „fast“ versehen während der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss. Zuständig sei doch die Kassenärztliche Vereinigung (KV), weniger die Gemeinde. Außerdem halte er es für eine grundsätzliche Aufgabe des Bürgermeisters, das Gespräch mit den örtlichen Ärzten zu suchen. Deshalb brauche es dazu keinen Antrag, schon gar nicht so einen, wie einen gleichlautenden der CDU aus dem Jahre 2013.

Ciliox‘ Fraktionskollege Jürgen Dannenhaus fragte gar: „Ist das Problem wirklich so akut?“ Das Renteneintrittsalter liege bei vielen Landärzten doch deutlich höher als 63, meinte er. Und: „Wie viele Ärzte haben wir überhaupt in der Gemeinde?“

Leerstand der Praxen vorbeugen

Das sei „sehr kurzfristig gedacht“, antwortete Christdemokrat Christian Weigel. Es sei sicher, dass das Problem in absehbarer Zeit eintrete. „Deswegen sollten wir jetzt alles auf den Weg bringen.“

Zuvor hatte der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes den Antrag begründet. „Viele Landärzte gehen demnächst in den Ruhestand.“ Jetzt müsse man sich Gedanken um die Nachfolge machen, damit es gar nicht erst zu leer stehenden Praxen komme.

Im zuvor tagenden Sozialausschuss warb auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Horst Falk für den Antrag: „Ich finde, wir sollten dem Gemeindevorstand Rückhalt aus dem Parlament geben, mit örtlichen Ärzten das Gespräch zu suchen.“ Dr. Falk hält „flexible Gemeinschaftspraxen“ für eine Möglichkeit, um dem „Landarztmangel“ vorzubeugen. Solche Praxengemeinschaften könnten mehrere Ärzten zentral und gemeinsam unterhalten.

Bürgermeister Schmidt sprach sich letztlich im Hauptausschuss auch dafür aus: „Ich bin der Meinung, lassen Sie uns das Thema anpacken.“

Vier Ja-Stimmen und drei Enthaltungen

Bei vier Ja-Stimmen von CDU und FW empfiehlt der Hauptausschuss, bei drei Enthaltungen der SPD-Fraktion, der Gemeindevertretung, diesen Antrag anzunehmen. Der Sozialausschuss stimmte bei zwei Enthaltungen ebenfalls dafür.

nWeitere Themen der Dautphetaler Gemeindevertreter sind unter anderem der Haushaltsplan 2016 der Gemeinde. Ferner stehen die Änderung des Flächen- und des Bebauungs­planes zur Anbindung des Gewerbegebiets in Allendorf an die K73 sowie des Bebauungs­planes Camp Lachenwald auf der Agenda. Zudem gibt es einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen zur Standort- und Arbeitsplatzsicherung bei der Firma Johnson Controls (die OP berichtete). Die Sitzung im Bürgerhaus Dautphe beginnt um 19 Uhr.

von Gianfranco Fain

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