Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Ein Leben für das Ehrenamt

Ehrung Ein Leben für das Ehrenamt

Willi Arnold aus Hartenrod wird heute durch Staatsminister Dr. Thomas Schäfer und Landrätin Kirsten Fründt mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Voriger Artikel
Ende des Jahres ist Schluss: Klaus Ronzheimer hört auf
Nächster Artikel
Sensationsfund im Kirchengebälk

Willi Arnold hat sich über Jahrzehnte durch ehrenamtliches Engagement um seine Heimatgemeinde verdient gemacht.
Foto: Helga Peter

Hartenrod . In Anerkennung seines besonderen bürgerschaftlichen Engagements wird Willi Arnold aus dem Bad Endbacher Ortsteil Hartenrod der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „Ich bin dem Dorf treu geblieben. Mein Heimatdorf hat mir immer am Herzen gelegen, sodass ich Projekte ganz bewusst und mit viel Liebe gestaltet habe“, bekennt der 75-jährige Arnold in ganz eigener bescheidener Art. Er erlernte den Beruf des Autoschlossers und arbeitete annähernd 40 Jahre in einem heimischen Unternehmer als Baggerfahrer und Polier.

Willi Arnold steht für das gelebte Ehrenamt. Ob in der Politik oder im Vereinsleben: Sein Wissen und Können war stets gefragt, wenn in Hartenrod Projekte anstanden und umgesetzt werden sollten. Rückblickend berichtet Arnold, dass ihn der Sport von Jugendzeit an fasziniert habe. Dies zunächst als Turner und später dann auf dem Fußballfeld als rechter Läufer. Er habe den Abstieg des Vereins aus der Bezirksklasse miterlebt und sei mit einer neu gebildeten Mannschaft, die er ehrenamtlich trainierte, wieder aus derA-Klasse in die Bezirksklasse aufgestiegen. Dem Sportverein gehört Willi Arnold seit 60 Jahren an. Seit zehn Jahren ist er Ehrenmitglied.

Sei es der Rasenplatz mit Vereinsheim oder der neue Kunstrasenplatz: für die Belange des Sportvereins Rot-Weiß hat sich Arnold stets tatkräftig eingesetzt und eingebracht.

Nicht zuletzt bei dem Bau einer Zisterne zur Bewässerung des Rasenplatzes. Bei der 2011 geplanten Umsetzung des Projektes Kunstrasenplatz war Willi Arnold mit seinem Sachverstand und seiner Tatkraft gefragt. Er berichtet, dass sowohl vom Sport- als auch vom Turnverein insgesamt 2000 Stunden Eigenleistung in das Projekt eingeflossen seien.

Für das Jugendharmonika-Orchester, das sich 1978 auf Elterninitiative gründete, hat sich Arnold enorm eingesetzt und den Verein als Vorsitzender 25 Jahre geführt. In diesem Zusammenhang berichtet er, dass es für ihn immer ein Anliegen sei, für behinderte Menschen da zu sein. So habe er zusammen mit Elli Kind, Leiterin der Dautphetaler Werkstätten, 1986 ein Konzert in der Hinterlandhalle organisiert, das damals2000 Besucher zählte. Seine Silberhochzeit, die er an diesem Tag eigentlich feiern wollte, habe er am kommenden Tag mit einer Fahrt in den Urlaub nachgeholt.

In der Kommunalpolitik hat Arnold mehr als drei Jahrzehnte agiert, sei es als Gemeindevertreter, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler oder als Ortsvorsteher. „Alle fünf Bürgermeister der Großgemeinde Bad Endbach habe ich seit der Gründung miterlebt“, berichtet Arnold schmunzelnd.

Die Begeisterung für die Projekte, die er in dieser Zeit mit fachmännischem Rat und praktischer Tatkraft begleiten durfte, ist spürbar. Sei es die Hartenroder Ortsdurchfahrt oder die Dorferneuerung mit dem Abriss des bäuerlichen Gehöftes„Jeegels Hoob“ und dem Bau des gleichnamigen Dorfzentrums. Dabei lässt er auch die Ärgernisse im Zusammenhang mit diesem Projekt nicht aus.

„Ich habe nach Auftrag gehandelt. Missverständnisse gab es keine“, sagte Arnold, der darauf verweist, dass für dieses Projekt 3000 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wurden.

Das Dorfzentrum, dessen Einweihung 2007 erfolgte, wird durch den Kultur- und Förderverein in Eigenregie gemanagt. Arnold führt dort zusammen mit Helmut Brodt Hausmeistertätigkeiten aus und organisiert die Belegung des Zentrums. Der 75-Jährige erklärt, dass er sich in neue Projekte nicht mehr einbringen wolle. Dennoch weiß er ganz genau, dass die Anbindung des neu geschaffenen Parkplatzes, den er selbst ausgebaggert hat, an die Ortsdurchfahrt dringend umgesetzt werden muss. Diese Anbindung wurde im Zuge der Dorferneuerung zu Gunsten des Jugendprojektes einstweilen zurückgestellt.

„Einer kann gar nichts“, so seine bescheidene Feststellung und dabei verweist er auf die vielen ehrenamtlichen Helfer. Sein Dank gilt seiner Ehefrau Ursula und der Familie, die vieles mitgetragen haben.

Für Willi Arnold ist die Auszeichnung, die sein ehrenamtliches Schaffen würdigt, eine große Ehre. Nach dem Festakt will er diesen Tag mit einer Feier im Dorfzentrum „Jeegels Hoob“ begehen.

von Helga Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr