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Ein Hobby für Jung und Alt

25. Tauschbörse der Modellbahnfreunde Ein Hobby für Jung und Alt

Ob Autos oder Eisenbahnzubehör, ob neu oder gebraucht, am 4. Dezember heißt es für Anhänger 
des Modellbau-Hobbys im Haus des Gastes wieder: schauen, prüfen, kaufen oder tauschen.

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Sehnsüchtig blickte der Junge vor vier Jahren auf den vorbeifahrenden Zug. Mittlerweile könnte er schon stolzer Besitzer einer eigenen Modelleisenbahn sein. Wer für eine solche Anlage Teile erwerben will, ist am Sonntag in Gladenbach an der richtigen Stelle.

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. Mittlerweile gehört die Veranstaltung der Rachelshäuser Modellbahnfreunde in Gladenbach zur Adventszeit wie der Kranz mit den vier Kerzen zur Vorweihnachtszeit. An diesem Sonntag, dem 2. Advent, ist es wieder so weit, dann öffnen sich von 10 bis 16 Uhr im Haus des Gastes die Türen zur 25. Modelleisenbahn- und Autotauschbörse.

Dann erwarten mehr als 20 Anbieter die Interessenten, bieten Neu- und Gebrauchtware, wie zum Beispiel Waggons, Schienen, Loks, Häuser und weiteres Zubehör aller Fabrikate und Spurweiten zum Kauf oder Tausch an.

Und wessen Lok auf der eigenen Anlage die Puste ausgeht, der kann sie Hans-Jürgen Staubitz anvertrauen. Der Lok-Doktor bringt die Maschine wieder zum Laufen, sofern der Schaden nicht allzu groß ist.

Natürlich ist auch die Autosparte reichlich vertreten, zudem gibt es in diesem Jahr eine Premiere. Erstmals ist eine Ausstellung mit Feuerwehrmodellautos im Maßstabe 1:87 zu bewundern. Diese dürfte die kleinen und großen Besucher ebenso faszinieren wie die diversen vereinseigenen Modelleisenbahn-Anlagen, auf denen Züge in verschiedenen Größen von Z bis zur Gartenbahn ihre Runden drehen.

Teures Hobby? „Apps müssen auch bezahlt werden“

Die Gladenbacher Tauschbörse der Rachelshäuser Modellbahnfreunde ist nicht die einzige, wohl aber die mit der längsten Tradition im Landkreis. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Bernd Müller darüber, was die Faszination des Hobbys Modelleisenbahn ausmacht.

OP: Herr Müller, wird die 25. Modelleisenbahn- und Autotauschbörse eine „Alt­herren-Veranstaltung“?
Bernd Müller: Diese Möglichkeit besteht durchaus, aber wir hoffen auch auf Familien mit ihren Kindern, denn auch ihnen können wir einiges bieten.

OP: Warum lassen sich Kinder und Jugendliche nicht mehr so leicht für eine Modelleisenbahn begeistern?
Müller: Wie vieles anderes hat sich auch das Spielen gewandelt. Heute kommt mehr Elektronik zum Einsatz.

OP: Geht dadurch etwas verloren?
Müller: Vor allem die Kreativität. Zum Beispiel das Gestalten von Landschaften nach eigenen Vorstellungen. Oder das Erweitern: Auf einer Modellbahnanlage gibt es keinen Stillstand, die wird nie fertig, kann immer wieder verändert werden. Hierbei bietet uns die Elektronik wiederum Möglichkeiten, die vor Jahren noch undenkbar waren. Heutzutage können wir zum Beispiel einen Feuerwehreinsatz an einem brennenden Haus nachstellen, mit lodernden Flammen und blinkenden Fahrzeugen.

OP: Also weiterhin ein teures Hobby?
Müller: Natürlich kostet es Geld. Aber Handy-Spiele und Gigabytes müssen auch bezahlt werden.

OP: Wie „spielt“ ein Erwachsener mit einer Modellbahnanlage, wenn sie erst einmal steht?
Müller: Es geht um Fahrbetrieb in allen seinen Facetten. Er ist begeistert, wenn alles fährt, wenn er mit Hilfe der Elektronik Pfeiftöne oder andere typische Geräusche auslösen oder als Lokführer agieren kann. Es gibt zum Beispiel Apps, die einen in einen virtuellen Lokführerstand versetzen.

OP: Warum sollten Eltern ihren Kindern noch eine Modelleisenbahn zu Weihnachten schenken?
Müller: Die Kinder bekommen einen Bezug zum Beförderungsmittel Eisenbahn, entwickeln Vorstellungen fürs reale Leben. Sie können selbst etwas erschaffen, bauen, löten, lernen etwas über den Stromkreislauf und entwickeln so ein technisches Verständnis und eignen sich einige an Rüstzeug für ihr Leben an.

OP: Das schaffen die ganz alleine?
Müller: Da darf auch der Vater oder die Mutter helfen und mal wieder zum Kind werden …

von Gianfranco Fain

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