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Ein Blitzer für Willershausen

260 Raser pro Tag Ein Blitzer für Willershausen

Eine Lärmminderung für die Willershäuser durch die Beruhigung des Verkehrs auf der Bundesstraße will die Gemeinde Lohra erreichen. Sie prüft nun, ob die Aufstellung einer stationären Geschwindigkeitsmessanlage Sinn macht.

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Auf dem schnurgeraden Stück der B 255 bei Nanz-Willershausen ist die Geschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt. Die Gemeinde Lohra prüft, ob ein stationärer Blitzer installiert werden soll. Ziel ist, die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren.

Quelle: Gianfranco Fain, Montage:OP

Nanz-Willershausen. Schnurgerade ist das kurze Stück der Bundesstraße 255, dass am Lohraer Ortsteil Nanz-Willershausen vorbeiführt. Aber zum Ärger einiger Verkehrsteilnehmer ist das zum Durchfahren und Überholen gut geeignete Teilstück nur eingeschränkt nutzbar: Schilder zeigen die Begrenzung der Geschwindigkeit mit 80 Kilometern pro Stunde an.

Der Hauptgrund für die Existenz der Geschwindigkeitsbegrenzung sei bisher der Abzweig zur Kreisstraße nach Lohra gewesen, erklärt Lohras Bürgermeister Georg Gaul. Positiver Nebeneffekt: Die Geräuschbelastung für die Willershäuser wurde einigermaßen in Grenzen gehalten. Dennoch beschwerten sich die Anwohner der Straße zunehmend über die Lärmbelästigung. Die Unzufriedenheit gipfelte in der Forderung, die Straße vom Dorf wegzuverlegen.

Doch nun, genauer seit der Freigabe der Ortsumgehung Niederweimar, hat sich die Lage verändert. Es wurde schon festgestellt, dass vor allem der Schwerverkehr aus Gießen in Richtung Gladenbach die B3 nicht schon bei Fronhausen sondern jetzt erst beim Kieswerk Niederweimar verlässt.

Deshalb wurde eine Verkehrszählung mit Erfassung der Geschwindigkeiten veranlasst. Ein kleiner grauer Kasten hing im April für einige Tage am Pfahl eines Verkehrsschildes. Weil die Ergebnisse deutlich von denen der mobilen Geschwindigkeitsmessanlage abwichen, wurde die Aufzeichnung vor Kurzem wiederholt. Das Ergebnis: Rund 7800 Fahrzeuge durchfahren im Durchschnitt pro Tag diesen Abschnitt, davon rund 3320 in Richtung Marburg und 4100 nach Gladenbach. Dabei scheint die Anziehungskraft Gladenbachs größer zu sein, als die Marburgs: 180 Fahrzeuglenker waren in Richtung Hinterland zu schnell unterwegs, nach Marburg waren es nur 80.

Zurzeit werden die Messungen genauer ausgewertet, berichtet Bürgermeister Gaul. In rund 14 Tagen rechnet er mit den Ergebnissen, die Aufschluss darüber geben sollen, ob sich die Installation einer Blitzer-Säule lohnt. Denn eines steht für Gaul schon fest: Aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde, wird sich diese den Kauf einer solchen Säule nicht leisten können. Bleibt also nur das Leasen einer solchen Säule. Das heißt, das private Unternehmen, das die Anlagen aufstellt partizipiert an den Bußgeldeinnahmen der Gemeinde . In Wetter gibt die Stadt zum Beispiel fünf Euro pro „Ticket“ an den Aufsteller ab. Andere Abrechnungsmodelle sind möglich - alles also ein Frage des möglichen Ertrags. Und der sinkt, ist Gaul sicher: „Wenn die Fahrer wissen, dass da ein Blitzer steht, wird die Geschwindigkeit auch vermehrt eingehalten.“ Somit hätte zumindest die Gemeinde ihr Ziel erreicht. Ob es aber dazu kommt, darüber werden die politischen Gremien entscheiden sagt Gaul.

von Gianfranco Fain

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