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„Ein Beitritt ist längst überfällig“

Wasserverband im Nachbarkreis „Ein Beitritt ist längst überfällig“

Das Biedenkopfer Parlament will die Wasserversorgung im Stadtgebiet langfristig über eine Mitgliedschaft im Wasserverband Siegen-Wittgenstein sicherstellen.

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Die Versorgung mit Trinkwasser im Stadtgebiet von Biedenkopf soll künftig über eine Mitgliedschaft im Wasserverband Siegen-Wittgenstein sichergestellt werden.

Quelle: Thorsten Richter

Biedenkopf. „Ein Beitritt ist längst überfällig“, erklärte Dieter Spies, Fraktionsvorsitzender der UBL vor der Abstimmung. Auch Siegfried Engelbach (CDU) sah in der Vorlage den nächsten Schritt. Die Mitgliedschaft im Wasserverband Siegen-Wittgenstein hält er für folgerichtig. Diese Meinungen teilten die Stadtverordneten und segneten den Tagesordnungspunkt ab, der vorsieht, dass der Magistrat bevollmächtigt wird, entsprechende Schritte einzuleiten.

Seit 1990 unterhält die Stadt Biedenkopf vertragliche Beziehungen mit dem Wasserverband im Nachbarkreis. Seit dieser Zeit wird der überwiegende Teil des Wassers über den Wasserverband Siegen-Wittgenstein zugekauft. Vor zwei Jahren wurden 527.400 Kubikmeter Wasser über den Wasserverband bezogen, aus den Tiefbrunnen in Biedenkopf und Wallau sowie aus dem Stollen in Dexbach wurden nur rund 123.000 Kubikmeter Wasser gefördert. Im vergangenen Jahr nahm der Zukauf um weitere rund 10.000 Kubikmeter zu.

Ein Zuliefervertrag über die ausgegründeten Stadtwerke besteht bis zum Jahr 2020 mit einer Option zur Verlängerung um zwei Jahre. Die Stadt Biedenkopf hat daher den Wunsch, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, mit der Mitgliedschaft in die Tat umgesetzt. Grund sind die begrenzten städtischen Wasserressourcen. Mit dem Beitritt Biedenkopfs besteht dann ein länderübergreifender Verband zwischen Nordrhein Westfalen und Hessen, für den besondere Vorschriften gelten, vor allem in Bezug auf die Aufsichtbehörden.

Früher sorgten die Gemeinden noch selbst für frisches Wasser

Seit 1953 besteht der Wasserverband Siegen-Wittgenstein bereits und versorgt mittlerweile rund 300.000 Einwohner mit Trinkwasser. Die beiden Talsperren Obernautal und Breitenbachtal sowie die Wasseraufbereitungsanlage in Dreis-Tiefenbach stehen für die Wasserversorgung im Verbandsgebiet zur Verfügung. Der Verband verfügt über 28 Hochbehälter, 29 Pumpwerke und unterhält ein 323 Kilometer langes Leitungsnetz.

Die Mitgliedgemeinden haben zum Teil bis Anfang der 1970er Jahre ihre Wassergewinnungsanlagen noch selbst betrieben, zwischenzeitlich haben sie die Verantwortung an den Verband übergeben, sodass mittlerweile fast das gesamte Trinkwasser im Verbandsgebiet über den Wasserverband gewonnen wird. Es wird von ihm aufbereitet und in die Städte und Gemeinden transportiert. Dort übernehmen dann die kommunalen Wasserwerke die weitere Verteilung bis zum Verbraucher.

Mit der Mitgliedschaft im Wasserverband gehen auch Biedenkopfer 
Anlagen in den Besitz des Verbandes über. Das Vermögen beziffert die Stadt Biedenkopf auf etwa 55.000 bis 90.000 Euro, wobei der Tiefbrunnen im Gonzhäuser Feld und der Stollen in Dexbach schon abgeschrieben sind.

Die Aufbereitungsanlage im Gonzhäuser Feld wurde ebenfalls weitgehend außer Betrieb genommen, da die klassische Aufbereitung des Trinkwassers nicht mehr erforderlich ist. 2007 wurde dort ein Gebäude errichtet, dessen Wert zwar noch auf 55.000 Euro beziffert wird, aber derzeit keinen Nutzen hat. Die Grundstücke sollen weiterhin im Eigentum der Stadt bleiben, Details dazu sollen noch mit dem Wasserverband geklärt werden.

Mit dem Beitritt in den Wasserverband spart die Stadt Biedenkopf künftig die Ausgaben für die Wartungsarbeiten und für die Wasserproben.

von Silke Pfeifer-Sternke

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