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Ein Beitrag zum Hochwasserschutz

Hochwasserschutz Ein Beitrag zum Hochwasserschutz

2,8 Millionen kostete das neue Rückhaltebecken in Damm. Das Ziel des Projekts: Schäden durch Hochwasser zu verhindern.

Damm. Auf dem Auslaufbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens informierte Heinz Müller (Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke) auf Einladung des Vereins für Vogel- und Naturschutz Damm etwa 15 interessierte Bürger über das sich in der Endbauphase befindliche Bauwerk. Vor etwa zwei Jahren wurde mit dem Bau dieses Hochwasserrückhaltebeckens begonnen, berichtete Heinz Müller. Dieses Projekt sei mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt, wobei 85 Prozent der Kosten von dem Land Hessen übernommen werden. Die übrigen 15 Prozent werden auf die Teilnehmer des Gewässerverbandes Salzbödetal umgelegt. Wie Müller weiter ausführte, werde dieser Kostenrahmen eingehalten.

Anlage regelt den Abfluss automatisch

Das Hochwasserrückhaltebecken hat eine Einstauhöhe von drei Metern, eine überstaute Fläche von 13 Hektar und ein Rückhaltevolumen von 215000 Kubikmetern Wasser. Die Dammlänge beträgt 450 Meter und die höchste Höhe beträgt 4,50 Meter. Insgesamt, so Müller, sei dieses Objekt für ein 50-jähriges Hochwasserereignis ausgelegt.

Bei dem Damm handele es sich um einen Zweizonendamm und damit um einen Stütz- und einen Dichtungskörper. Das Erdmaterial für diesen Damm sei aus der Umgebung gewonnen worden, wobei auch für das Projekt Ausgleichsmaßnahmen erbracht werden mussten. So sei oberhalb von Lohra eine Fläche von zwei Hektar aus der Nutzung genommen, entkernt und 25000 Kubikmeter Erde entnommen worden. Diese Fläche solle dann später extensiv beweidet werden. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme sei mit der Umgestaltung des Dammer Wehrs erfolgt.

Zweifel an Kosten-Nutzen-Rechnung

Der Regelabfluss des Ausbaulaufwerks sei mit 16 Kubikmetern pro Sekunde gemessen und werde, wenn mehr Regenwasser anfalle, durch die Anlage automatisch reguliert. Mittlerweile sei die Dichtigkeit des Dammes festgestellt worden. In den nächsten Wochen solle noch mit Bepflanzungsarbeiten begonnen werden.

Der Betriebsweg in unmittelbarer Nähe des Hochwasserrückhaltebeckens, der auch als Radweg genutzt wird, sei aber vorrangig ein Betriebsweg. Der jetzige Durchgang der Schrankenregelung solle aber erweitert werden, betonte Müller. Das in Blau gehaltene Geländer an dem Auslaufbauwerk sei optisch deshalb so dominant dargestellt, da es eine Absturzsicherung sei. Auch seien Greifvogelstangen installiert worden, denn einer etwaigen Mäuseplage im Dammbereich solle damit entgegengewirkt werden.

Die Bürger hatten während der Informationsveranstaltung die Möglichkeit, Fragen an Heinz Müller zu stellen. Dieser berichtete in puncto Unterhaltungskosten, dass die Pflegeschnitte relativ teuer seien. Ein Bürger wollte wissen, ob bei einem Hochwasser das Rückhaltebecken in Weidenhausen zuerst gefüllt werde bevor das in Damm beansprucht würde. Hierzu berichtete Müller, dass diese beiden Rückhaltebecken voneinander unabhängig seien. Auch wurde die Frage gestellt, ob dieses Projekt, das Kosten von 2,8 Millionen Euro verursache, im Kosten-Nutzen-Verhältnis stehe. Hierzu entgegnete Müller, dass Hochwasser und Überschwemmungen ein hohes Schadenspotenzial nach sich ziehen.

von Klaus Peter

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