Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Ein Appell an die Vernunft der Raser

Gefahrenschwerpunkt Zollbuche Ein Appell an die Vernunft der Raser

Die Zollbuche ist eine beliebte Raserstrecke bei Motorradfahrern. Auf der Straße haben Unbekannte eine Markierung aufgemalt, ab der die Zeit gestoppt wird. Sanfter Druck soll die Raser nun zur Vernunft bringen.

Voriger Artikel
Ex-Pächter: „Tanzgala war ein Fiasko“
Nächster Artikel
„Postraub“ steht hoch im Kurs

Klaus Schnitzky, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht (von links), Norbert Schulz, Leiter der Polizeistation Biedenkopf, Ralph- Dieter Brede, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf, Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter, Jutta Herrmann von der Straßenverkehrsbehörde und Roland Döhler, Fachbereichsleiter Ordnung und Verkehr, zeigen auf das neue Schild an der Zollbuche.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Weidenhausen. In der Motorradsaison von Mai 2014 bis Mai 2015 registrierte die Polizei an der Zollbuche 13 Motorradunfälle mit 16 Verletzten, davon neun Schwerverletzte. Vor diesem Hintergrund starteten der Landkreis, die Verkehrswacht und die Polizei am Parkplatz an der Zollbuche, einem beliebten Treffpunkt bei Rasern, eine gemeinsame Aktion, um an die Vernunft der Motorradfahrer zu appellieren.

„Posing (Posieren) – Cruising (Herumfahren) – Racing (Rennen fahren)– ist das Motto der Aktion, das auf einem Schild mit Bildern verdeutlicht, dass das Rasen Folgen hat: Ein Foto zeigt einen Unfall an der Zollbuche. „Posing und Cruising, also das Präsentieren und das genussvolle Fahren in angemessener Geschwindigkeit sind vollkommen in Ordnung. Das Rasen bringt jedoch nicht nur für die Motorradfahrer ein unkalkulierbares Risiko mit sich“, sagt Ralph-Dieter Brede, selbst begeisterter Motorradfahrer und Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf.

„Bei sonnigem Wetter und zu bestimmten Tageszeiten ist hier richtig was los“, bestätigt der aus Weidenhausen stammende Roland Döhler, Fachbereichsleiter Ordnung und Verkehr. Kaum hatte er das Thema angeschnitten, raste ein Motorradfahrer am Parkplatz vorbei. Kurz darauf gesellte sich ein empörter Autofahrer zu der Delegation und berichtete, dass eben dieser Motorradfahrer dicht aufgefahren und an einer uneinsehbaren Stelle überholt hat.

„Viele halten sich nicht an die Verbote“

Der Autofahrer bestätigte somit genau, wovor die Aktion warnen soll: unvernünftiges Fahren auf der Strecke Richtung Aartalsee. Diese Strecke sei vor allem auch an den Wochenenden beliebt, erklärt Brede. Im Internet kursieren mit Helmkameras aufgenommene Videos, auf denen das hohe Tempo anhand des Tachos dokumentiert wird. Dem Herr zu werden, sei nicht einfach.

Deshalb seien in der Vergangenheit und werden auch während der aktuellen Saison verstärkt Kontrollen der Polizei vorgenommen. Denn, eigentlich ist auf der Strecke für Motorradfahrer nur ein Tempo von 80 Stundenkilometern erlaubt, im Kurvenbereich noch weniger, zwischen 40 und 60 Stundenkilometern. Auch das Abbiegen auf den Parkplatz Zollbuche entgegen dem Verkehr ist verboten.

„Doch viele halten sich nicht daran und rasen die Strecke mehrfach rauf und runter“, sagt Döhler. Entdecke ein Motorradfahrer eine Polizeikontrolle, wird dies sofort anderen mitgeteilt. „Die Fahrer sind vernetzt, und die Raserei ist schwer in den Griff zu bekommen“, sagt Brede. Deshalb werde nun mit dem Aufstellen des Schildes, das auf die Unfallgefahr hinweist, auf die Vernunft gesetzt.

„Die Kontrollen laufen weiter“, bestätigte Brede. Auf diese Weise wolle die Polizei sanften Druck ausüben. Nicht alle Motorradfahrer seien Verkehrsrowdys, deshalb hofft er, dass sich die Botschaft verbreitet und letztlich auch bei Rasern ankommt.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr