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Ein 1. Mai ähnlich wie ein 3. Oktober

Ausflugsziel Rimbergturm Ein 1. Mai ähnlich wie ein 3. Oktober

Trockenes Wetter, herrliche Ausblicke auf frühlingshafte Natur und eine große Besucherzahl machen die Maifeier des Fördervereins Rimbergturm zum Erfolg.

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Wo steht das Auto? Iris Osterloh (von links) zeigt es. Linus, Gero, Lars, Jonas und Simon schauen genau hin. Foto: Björn-Uwe Klein

Damshausen. Eine Tour zum Rimbergturm bei Damshausen lohnt sich immer, besonders aber am 1. Mai und am 3. Oktober. Dann nämlich lädt der Förderverein Rimbergturm alle Bürger der Umgebung zum Feiern ein. So auch in diesem Jahr.

In den umliegenden Wäldern wimmelt es von Wanderern, deren Ziel der Rimbergturm ist. Im Laufe des Vormittags treffen dort immer mehr Menschen ein. In kleinen und größeren Gruppen kommen die gut gelaunten Besucher, Alt und Jung gleichermaßen, Familien ebenso wie Vereine. Die meisten erreichen den Rimbergturm wandernd, einige auch mit dem Fahrrad. Bequemer mag es hingegen die Burschenschaft Holzhausen: Ihre Mitglieder rollen am frühen Vormittag mit einem Traktor und einem geschmückten Anhänger an.

Einige machen es sich an den Tischen und Bänken bequem, andere hocken sich lieber ins Gras. An den Getränkeständen bilden sich lange Schlangen, ebenso vor dem Bratwurstgrill. Hoch im Kurs stehen zudem die Backhausbrote, die die Mitglieder des Fördervereins der Burgbergschule Friedensdorf am Tag zuvor buken. Bereits eine Stunde nach der Eröffnung sind von den 40 Broten nur noch 9 übrig. Die Einnahmen kommen dem Förderverein der Burgbergschule direkt zugute. Verwendet werden soll das Geld für den Kauf von Spielfahrzeugen für die Klassen 1 bis 4, teilt Fördervereinsvorsitzender Florian Erle mit. Erle ist zugleich Schriftführer des Fördervereins Rimbergturm. Über den Verlauf der Veranstaltung äußert er sich um die Mittagszeit zufrieden. „Es wird gut angenommen.” Zwar sei der Andrang nicht ganz so groß wie im Vorjahr – dies aber sei wohl den vergleichsweise kühlen Temperaturen geschuldet. „Das Wetter ist diesmal so ähnlich wie am 3. Oktober“, sagt Erle und ergänzt: „In den vergangenen Jahren wurden wir am 1. Mai vom Wetter verwöhnt.“

Besonders freut sich Erle darüber, dass auch aus anderen Teilen des Landkreises zahlreiche Besucher kommen. Jahr für Jahr seien viele bekannte Gesichter zu sehen. „Es zahlt sich aus, dass wir einen festen Termin haben. Die Leute wissen: Am 1. Mai ist auf dem Rimberg was los.” Wenn auch die Temperaturen im Laufe des Tages kaum über 14 Grad kommen, so bleibt es doch trocken. Und siehe da: Tatsächlich öffnet sich am Nachmittag die Wolkendecke, die Sonne zeigt sich und ermöglicht eine bessere Sicht vom Rimbergturm. Deutlicher als noch am Vormittag ist neben Hinterland und Marburger Land auch das Gießener Umland zu erkennen. So manches Gespräch ergibt sich beim Ausblick auf die Landschaft. „Dort unten haben wir unsere Autos stehen“, sagt Iris Osterloh und weist eine Gruppe Kinder auf ein paar bunte Punkte in der Entfernung hin. Osterloh und ihre Familie sind aus Züschen im Hochsauerlandkreis angereist. Mit ihnen drei befreundete Familien. In Caldern stellten sie ihre Autos ab und wanderten los.

„Im Sauerland sind wir schon alles abgewandert“, erklärt Osterloh. Die Strecke habe ihr sehr gut gefallen. Es sei zwar kälter als sie erwartet habe, „aber die Natur ist hier schon weiter als bei uns.“ Viel Spaß hätten auch die Kinder, für die der Turm eine besondere Attraktion ist. Zufriedenheit auch bei den rund 20 Helfern des Fördervereins Rimbergturm, die sich um das Wohl der Besucher kümmern. Sie freuen sich über die Aufmerksamkeit, die ihre Vereinsarbeit erfährt. Über weitere Unterstützung der 40 durch neue Mitglieder freue man sich, sagt Florian Erle. Die Gründung des Fördervereins erfolgte im Jahr 2007 im Zuge der Sanierung des Turms. Dieser wurde früher vom Oberhessischen Gebirgsverein genutzt, bevor er Anfang der 1970er Jahre einstürzte.

Für rund 200 000 Euro erfolgte der Wiederaufbau. Der Förderverein übernahm die Trägerschaft des Turms, der eine Liegenschaft des Landkreises Marburg-Biedenkopf ist. Der Turm steht auf Dautphetaler Boden, die Grenze zur Gemeinde Lahntal verläuft aber in nur 50 Metern Entfernung. Die Grenzlage des Rimbergs machte diesen in früheren Zeiten zu einem Ort, an dem in rauer Manier so mancher Zwist zwischen Damshäusern und Caldernern ausgetragen wurde.

Heute steht der geschichtsträchtige Rimberg, der dem Maler Otto Ubbelohde (1867 bis 1922) als landschaftliches Vorbild für seine Märchenmalerei „Frau Holle” diente, für etwas Verbindendes – sowohl zwischen den Bewohnern von Damshausen und Caldern, als auch zwischen den Gemeinden Dautphetal und Lahntal. Dies wurde auch bei der Sanierung des Turms deutlich, der mit seinen 24 Metern Höhe seit September 2007 wieder die Kuppe des Berges ziert.

von Björn-Uwe Klein

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