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Eckelshäuser müssen in Etappen weiter warten

Ortsumgehung Eckelshäuser müssen in Etappen weiter warten

Warten auf den Sichtvermerk des Bundesverkehrsministeriums: Wann 
dieser vorliegt, ist ebenso ungewiss wie der weitere Verlauf bis zum Bau der Umgehungsstraße.

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Rund 35 Eckelshäuser kamen ins Bürgerhaus, um sich von Hessen-Mobil-Mitarbeitern über den Stand der Planungen zur Ortsumgehung informieren zu lassen.

Quelle: Gianfranco Fain

Eckelshausen. Zu einer Informationsveranstaltung luden der Bürgermeister Biedenkopfs und Hessen Mobil die Eckelshäuser am Montagabend ein, und rund 35 Einwohner des Ortes kamen ins Bürgerhaus. Dort erfuhren sie zwar viele Details über die Planung der Umgehungsstraße, die in rund dreijähriger Arbeit zum jetzigen Vorentwurf führte, jedoch keine Neuigkeiten zum Stand des Verfahrens.

Wie der Regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil für Westhessen, der Angelburger Eugen Reichwein, erklärte, liegt der Vorentwurf bei der Fachabteilung des Bundesverkehrsministeriums in Bonn vor, um dort den sogenannten Sichtvermerk – die Zustimmung – zu erhalten. Wie die OP berichtete, verließ der Vorentwurf am 20. April die Planungsabteilung in Marburg.

Mehr als die Erläuterungen von Reichwein und seinen Mitarbeitern zur geplanten Umgehungsstraße – es gab auf Nachfrage keine Einwände zum Streckenverlauf aus dem Publikum – 
interessierte die Eckelshäuser aber, wie es weitergeht.

Das liege erst mal nicht in der Hand seiner Behörde, erläuterte Reichwein. Erst müsse der Sichtvermerk erteilt werden, dann wären eventuelle Änderungswünsche einzuarbeiten. Damit rechnet Ingenieur Tobias Müller aber weniger, da der Plan zur Vorprüfung schon in Bonn war.

Sichtvermerk schützt nicht vor neuen Gesetzen

Liegt der Sichtvermerk vor, erfolgt eine weitere Prüfung in Wiesbaden. Danach folgen die Erstellung eines Grunderwerbsplans, die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beim Regierungspräsidium (RP) Gießen mit dem Beschluss nach einem Anhörungsverfahren. Liegt die Rechtskraft vor, so kann das Geld für den Bau beantragt werden, und der Grunderwerb und die Ausschreibung erfolgen.

Wie lange das alles dauern kann, wollten die Eckelshäuser wissen. Bis zu einem Jahr für den Sichtvermerk, dann noch drei bis vier Monate in Marburg bis zur Weiterreichung an das RP – 
„wenn wir Kapazitäten frei haben“, schränkte Reichwein ein.

Dann hänge es davon ab, wie viele Einwände es gibt und wie gewichtig diese sind. Eventuell müsste der Plan dann nochmal geändert werden, erklärte Reichwein, weshalb er meinte: „Ich kann‘s einfach nicht sagen, wie lange das dauert.“

Erich Mohrherr vom Sprecherrat der BI Eckelshausen hofft dennoch, dass es „zügig weitergeht“. Er äußerte seine Befürchtung: „Je länger es dauert, desto mehr Verordnungen kommen zum Tragen.“ Das musste auch Ortsvorsteher Siegfried Engelbach zur Kenntnis nehmen, der davon ausging, dass die Freigabe des Verkehrsministeriums vor weiteren Wendungen schützt. „Der Sichtvermerk ist kein Schutz vor neuen Gesetzen“, erklärte Reichwein.

Zumindest erwartet der Regionalbeauftragte keine ernsthaften Hindernisse durch Fragen des Naturschutzes. Dieser sei auf recht hohem Niveau, sagte Reichwein, sodass auch für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder die Zauneidechse Lösungen zu finden seien.

von Gianfranco Fain

 
 Das Projekt

Der Bau der Ortsumgehung Eckelshausen wird nach derzeitigem Stand rund 20 Millionen Euro kosten. Dafür entsteht eine 2,7 Kilometer lange und 8,5 Meter breite Straße, die mit drei Brücken über die Lahnauen führt.

Sie beginnt am Anschluss der alten an die neue B 62 beim Gewerbegebiet „Seewasem“ und mündet hinter Kombach in die Kombacher Gerade. Von Eckels‑
 hausen aus wird eine Nebenstraße ins Gewerbegebiet führen. Nach einer alten Darstellung wird auf rund 19 Hektar eine Furkation der Lahn, ein neuer Flußarm, entstehen.

Für Eckelshausen bedeutet die Umgehungsstraße eine Minderung des Durchgangsverkehrs von derzeit bis zu 15.300 – im Jahr 2025 sollen es prognostizierte 17.400 Fahrzeuge sein – auf bis zu 1700 Fahrzeuge.

 
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