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Eckelshäuser Ortsumgehung rückt näher

Bundesstraße 62 Eckelshäuser Ortsumgehung rückt näher

Nachdem ein Meilenstein erreicht ist, hoffen die Eckelshäuser nun auf eine zügige Fortführung des Projekts im Verfahren 
zur Planfeststellung.

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Noch mündet die Biedenkopfer Umgehungsstraße auf die alte Bundesstraße 62. Für die geplante Umgehungsstraße in Richtung Eckelshausen wird der Parkplatz an der Lahn (rechts im Bild) weichen.

Quelle: Gianfranco Fain

Biedenkopf. Gute Nachrichten kamen am Mittwoch aus Berlin. Erst teilte der heimische Bundestagsabgeordnete Sören Bartol mit, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Plänen für die Ortsumgehung des Biedenkopfer Stadtteils Eckelshausen an der Bundesstraße 62 den sogenannten Sichtvermerk erteilte.

Kurze Zeit darauf meldete sich auch der Christdemokrat Stefan Heck aus Berlin zu Wort: „Dieser sogenannte ‚Gesehen-Vermerk‘ ist zwar in erster Linie ein Verwaltungsakt, aber dessen Erteilung zeugt dennoch davon, dass keine Verzögerungen mehr zu erwarten sind.“

Nun sei es Sache des Landes Hessen das Projekt voran und in die Planfeststellung zu bringen, ergänzte Sozialdemokrat Bartol. „Jetzt gilt es, den Planungsentwurf auszuarbeiten und das Bauvorhaben schnellstmöglich voranzutreiben.“

Als Landtagsabgeordneter bleibt Schäfer „am Ball“

Auf ein zügiges Vorangehen, hoffen auch die Betroffenen vor Ort. Von einem „guten Tag für Eckelshausen und Biedenkopf“ spricht Bürgermeister Joachim Thiemig, ebenso von einem Meilenstein, der erreicht sei. Aber der Sozialdemokrat im Rathaus äußert auch die Hoffnung, das Land Hessen möge schnellstmöglich in das Verfahren zur Planfeststellung einsteigen und bei Hessen Mobil auch die entsprechenden Resourcen bereitstellen.

„Die Entlastung von Eckels­hausen rückt nun immer weiter in greifbare Nähe“, wird der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer in Hecks Pressemitteilung zitiert. Was er zum Vorantreiben beitragen könne, erklärte der Biedenkopfer Christdemokrat auf Nachfrage der OP: „Als Landtagsabgeordneter für die Region werde ich natürlich am Ball und in direktem Kontakt mit den zuständigen Behörden bleiben. Wichtig ist, dass wir als Landesregierung die Planungskapazitäten von Hessen Mobil konsequent erweitern, um Projekte wie in Eckelshausen zügig umsetzen zu können.“ Dazu erhalte Hessen Mobil im nächsten Jahr zehn zusätzliche Stellen.

Auf einen baldigen Beginn­ des Planfeststellungsverfahrens­ setzt auch Siegfried ­Engel­bach. „Ein weiterer Schritt ist ­getan, ich hoffe, dass sich die ­nächsten zügig anschließen“, erklärt der christdemokratische Stadtverordnete und 
Eckelshäuser Ortsvorsteher. Dass es vorangeht, hofft auch Helga Lenz-Morherr. „Sehr froh“ ist sie über diese Nachricht, die leider für einige Aktive der Bürgerinitiative Ortsumgehung Eckelshausen schon zu spät komme. Ihr verstorbener Ehemann, Erich Morherr, war eine der treibenden Kräfte der in den 1980er-Jahren aufgenommenen Bemühungen, eine Umgehungsstraße für Eckels­hausen zu bekommen.

Planfeststellung bestenfalls nach einem Jahr erlangt

Die Ortsumgehung sei bisher nicht entscheidend vorangekommen, dafür die Windkraftanlagen auf dem Weißen- und Schwarzenberg umso schneller entstanden, bemerkt die Eckelshäuserin verbittert. Dennoch höre sich die Nachricht vom erteilten Sichtvermerk „recht positiv an“, findet Helga Lenz-Morherr.

Doch wie geht es nun weiter? Der Staffelstab sei nun ans Land Hessen weitergereicht, erklärt Bartol, der von einem „Riesenschritt nach vorne“ für die Ortsumgehung spricht. Das BMVI habe an den Plänen von Hessen Mobil nur kleine Änderungswünsche, zum Beispiel eine ­höhere Schutzwand für Fledermäuse, weshalb die Vorabplanung wohl zügig in einen vorlegbaren Endzustand zu bringen sei.

Wichtig sei laut Bartol, dass Hessen Mobil die Pläne nun schnell aktualisiere und an das Regierungspräsidium (RP) in Gießen weiterreiche, damit dort die Planfeststellung eingeleitet werden kann. Wie lange die Straßenbaubehörde dazu benötigt, verriet Eugen Reichwein auf Anfrage der OP nicht. Der „Regionale Bevollmächtigte für Westhessen“ will dies bei einem Pressetermin am Freitag, 9. September, im Biedenkopfer Rathaus kundtun.

Bartol: Geld für Straßenbau ist beim Bund vorhanden

„Wir rechnen damit, die Planunterlagen im Jahr 2017 von Hessen Mobil zu erhalten“, sagt Thorsten Haas auf Anfrage der OP. Laut dem stellvertretenden Pressesprecher des RP könne das Verfahren zur öffentlichen Anhörung etwa ein Jahr dauern – bestenfalls, wenn es keine ­besonderen Einwände gebe. Anders sehe es aus, wenn zum Beispiel von Anwohnern oder von den Naturschutzverbänden schwerwiegende Bedenken vorgetragen oder die Planung beklagt würden. Dann, so Haas, könne niemand sagen, wie lange sich das Verfahren hinzieht.

Das wäre nicht nur für die Eckelshäuser ein Horrorszenario. „Die Ortsumgehung ist greifbar nah“, sagt Sören Bartol. Dazu müsse aber ein zügig erreichter rechtsgültiger Beschluss der Strecke Berlin erreichen. Denn: Die Bundesregierung habe für die Infrastruktur eine noch nie dagewesene „positive Finanzsituation“ geschaffen. Zurzeit könnten alle Projekte, die geplant und festgestellt sind, mit einer sofortigen Finanzierungszusage rechnen.

Für die Eckelshäuser könnte­ das bei einem günstigen Verlauf einen Baubeginn innerhalb weniger Jahre und die Erlösung vom zunehmenden Verkehrslärm bedeuten. Zählte man im Jahre 1980 noch etwas mehr als 10.000 Fahrzeuge pro Tag, die durch den Ort fuhren, kam eine Zählung für eine Studie der IHK Lahn-Dill auf mehr als 17.000 Fahrzeuge pro Werktag mit einem großen Anteil an Schwerfahrzeugen. Im Jahr 2030 sollen es 20.000 Kraftfahrzeuge sein.

von Gianfranco Fain

 
 
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