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Drücken statt Rütteln

Grabsteine Drücken statt Rütteln

Standsicher müssen die Grabsteine sein, damit es auf den Friedhöfen keine Verletzten gibt.

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Mit seinem Spezial-Messgerät prüft Stephan Koch die Standfestigkeit der Grabmale in der Gemeinde Lohra, hier auf dem Friedhof in Rodenhausen. Grabsteine, die mehr als 70 Zentimeter hoch sind, müssen einer Kraft von mindestens 500 Newton standhalten. Simuliert wird die Situation, in der eine Masse von rund 50 Kilogramm auf den Stein einwirkt. Besteht ein Stein die Prüfung nicht, weisen farbige Aufkleber auf den Mangel und die Pflicht hin, diesen zu beheben.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Rodenhausen. Anfang August stand auf den Friedhöfen der Gemeinde Lohra die jährliche Standfestigkeitsprüfung der Grabsteine an. Seit einigen Jahren ist in der Gemeinde dafür die Firma BSK Torsten Köster aus Hennigsdorf zuständig. „Wir werden hauptsächlich in Hessen und Bayern eingesetzt, da wir hier niemanden kennen und so objektiv bleiben können“, erklärt Stephan Koch, während er mit einem Kollegen den Rodenhäuser Friedhof kontrolliert. „Auf kleinen Friedhöfen wie diesem sind wir meistens nur zu zweit, bei größeren sind wir auch schon mal mit vier bis fünf Prüfern“, meint Koch.

Die Friedhofsverwaltung ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Grabsteine jährlich auf ihre Standfestigkeit prüfen zu lassen. Besteht ein Grabstein nicht, versehen ihn die Prüfer mit einem Aufkleber, der Passanten warnen und den Nutzer zur Reparatur auffordern soll.

„Wir rütteln aber nicht an den Steinen, wie viele denken“, erläutert Koch, „sondern simulieren den ‚anlehnenden Menschen‘ durch die Druckprobe mit einem speziellen Gerät.“ Denn für ältere Menschen, die sich am Grabstein abstützen, oder Kinder, die daran herumturnen, stellen lockere Steine eine große Gefahr dar. „Auch wenn sie nicht so aussehen, selbst kleine Grabsteine wiegen meistens schon über 100 Kilogramm.“

Mit seinem Prüfgerät lehnt sich Koch gegen einen Stein und übt so, je nach Größe des Objekts, 300 Newton oder 500 Newton Kraft auf den Grabstein aus.

Zudem kontrolliert er, ob das Fundament noch ordnungsgemäß mit dem Dübel des Steins verbunden ist. Das Problem bei vielen sehr alten Steinen sei, dass diese noch gar nicht verdübelt wurden. Auch das müssen Nutzer richten.

von Johanna Stein

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