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Drei Youngster übernehmen Ortsbeirat in Allendorf

Durchschnittsalter 22 Jahre Drei Youngster übernehmen Ortsbeirat in Allendorf

Sie sind jung, sie sind unverbraucht, sie stellen sich der Verantwortung: Jonas Bandel, Christian Bösser und Tim Vollmerhausen bilden den wohl jüngsten Ortsbeirat in Hessen im Dautphetaler Ortsteil Allendorf.

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Den neuen Ortsbeirat von Allendorf bilden Christian Bösser, Tim Vollmerhausen und Jonas Bandel. Vollmerhausen ist Ortsvorsteher, Bandel sein Stellvertreter und Bösser Schriftführer.

Quelle: Gianfranco Fain

Allendorf. Es bedarf keiner besonderen Recherche, um ungestraft zu behaupten, dass am Mittwochabend in Allendorf etwas in Hessen Einmaliges geschah. Glänzen Ortsbeiräte im Allgemeinen durch die große Lebenserfahrung, die ihre Mitglieder einbringen, so konstituierte sich im Dautphetaler Ortsteil der jüngste Ortsbeirat des Landkreises, höchstwahrscheinlich auch Hessens.

Bestimmt durch die Wähler bei der Kommunalwahl am 6. März traten der 22-jährige Jonas Bandel, der schon 25 Jahre vorweisende Christian Bösser und der 19 Lenze zählende Tim Vollmerhausen im Dorfgemeinschaftshaus ihre Ämter an. Die noch offiziell während der Sitzung zu klärenden Punkte, die Verteilung der Aufgaben samt Anfragen und Mitteilungen, waren in 12 Minuten schnell abgehakt.

Tim Vollmerhausen ist Ortsvorsteher

Offenbar hatten sich die drei Ortsbeiratsmitglieder zuvor schon darauf geeinigt, wer Ortsvorsteher sein soll - Tim Vollmerhausen -, wer dessen Stellvertreter ist - Jonas Bandel - und wer die Schriftführung übernimmt - Christian Bösser. Das Votum fiel einstimmig aus und entspricht der Rangfolge die die Kommunalwahl ergab.

Zeugt die Vorbereitung der Ämterverteilung schon von einem gewissen Einblick in das Politikgeschehen, so begeben sich alle drei Ortsbeiratsmitglieder doch auf Neuland. Zwar sind alle drei in mehreren Vereinen des Ortes aktiv und weisen auch schon ehrenamtliches Engagement vor - Bösser und Vollmerhausen sind beispielsweise als Rettungsschwimmer tätig, Bandel arbeitet im Vorstand der Burschenschaft mit - doch in der ehrenamtlichen Politik hat noch keiner der drei mitgewirkt, und sie hatten es nach eigener Aussage auch nicht vor.

Wie kam es also dazu, dass der Softwareentwickler Bösser und die Auszubildenden zum Verwaltungsfachangestellten, Bandel beim Kirchenkreisamt in Marburg und Vollmerhausen beim Landkreis, im Ortsbeirat zusammenfanden? Sie kennen sich zwar alle aus dem Fußball-, dem Gesangs- oder einem sonstigen Vereine des rund 700 Seelen aufbietenden Allendorf, doch abgesprochen haben sie sich nicht, versichern alle drei.

Trio muss sich erst einarbeiten

„Ich hätte es schade gefunden, wenn es mangels Kandidaten keinen neuen Ortsbeirat gegeben hätte“, erklärt Tim Vollmerhausen, der „schon immer gern Interessen vertreten hat“, zum Beispiel als Schul- oder Kreisschulsprecher. So fand er sich an jenem Abend ein, als der alte Ortsbeirat um Interessenten für die Nachfolge warb. Bei dieser Gelegenheit habe er entschieden zu kandidieren, berichtet Vollmerhausen. Bandel und Bösser waren zwar auch „interessehalber“ anwesend, brauchten aber etwas länger für ihre Entscheidung. Bandel etwa die eine Stunde, in der sich nur Vollmerhausen zur Kandidatur bereiterklärt hatte, Bösser noch etwas länger.

Und nun? „Ich habe wirklich keinen Plan, was auf uns zukommt“, gesteht Bösser nicht nur für sich. Auch die anderen beiden Anfänger geben an, sich erst einzuarbeiten. Ziel aller drei ist, die gute Verbindung zum Rathaus der Gemeinde weiterzuführen, dort auch die Interessen der Allendorfer zu vertreten und ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitbürger zu haben. Zunächst wird es um die Sanierung der Hohenfelsstraße und um den Schimmelbefall in der Hausmeisterwohnung des Dorfgemeinschaftshauses.

Zumindest in der Übergangsphase dürfen sie sich der Unterstützung von Gunhild Krämer-Kornja sicher sein. Sie gehörte 15 Jahre dem Ortsbeirat an, war stellvertretende Ortsvorsteherin und die letzten zehn Jahre die erste Frau im Dorf. Die scheidende Ortsvorsteherin hat eine hohe Meinung von ihren Nachfolgern: „Sie sind jung, dynamisch, motiviert und haben eine andere Denke als wir. Die kriegen das hin!“

von Gianfranco Fain

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