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Drei Kandidaten treten an

Bürgermeisterwahl Drei Kandidaten treten an

Die mittlerweile in allen Stadtteilen aufgestellten hölzernen Plakatwände sind deutliches Zeichen dafür, dass in Gladenbach der Wahlkampf beginnt.

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Die drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Gladenbach: Lydia Werner, Christiane Becker und Peter Kremer.

Gladenbach. Zwei Frauen und ein Mann wollen Nachfolger von Gladenbachs Bürgermeister Klaus- Dieter Knierim werden.

Gladenbach. Gestern um 18 Uhr war Annahmeschluss für die Bewerbungsunterlagen zur Bürgermeisterwahl in Gladenbach. Wenn am kommenden Mittwoch der Wahlausschuss nach Überprüfung der Unterlagen keine Beanstandungen hat, dann werden auf dem Stimmzettel zwei Kandidatinnen und ein Kandidat zur Wahl stehen. 9650 Gladenbacher sind am 25. Mai aufgerufen, zu entscheiden, ob der 52-jährige parteilose Peter Kremer, die ebenfalls unabhängige 36-jährige Lydia Werner oder die 44-jährige Christiane Becker (CDU) Stadtoberhaupt werden. Erreicht keiner der drei Bewerber die absolute Mehrheit, kommt es am 15. Juni zur Stichwahl.

Für Lydia Werner, Christiane Becker und Peter Kremer hat das Werben um Wählerstimmen eigentlich längst begonnen, ab dem Zeitpunkt nämlich, als für sie feststand, dass sie Stadtoberhaupt werden wollten. So waren alle drei schon fleißig unterwegs, um Klinken zu putzen oder feiner gesagt: Hausbesuche zu machen.

So richtig los geht es für das Trio aber erst am Mittwochabend, nachdem der Wahlausschuss sein Okay zu den Bewerbungen gegeben hat. Der tagt um 19 Uhr öffentlich im Haus des Gastes. Ihm gehören neben Wahlleiter Günter Becker sechs Beisitzer an. Am meisten Arbeit bereitet das Überprüfen der Unterstützer-Unterschriften. 74 muss jeder sogenannte Einzelbewerber vorweisen, das entspricht der doppelten Zahl der im Parlament vertretenen Stadtverordneten. Lydia Werner legte mit ihren Bewerbungsunterlagen gut 90 Unterschriften vor, Peter Kremer 190.

Bei Christiane Becker müssen andere Formalien erfüllt sein. Sie wurde in geheimer Wahl von der CDU-Mitgliederversammlung nominiert, das von zwei Vertrauenspersonen unterzeichnete Protokoll der Wahl musste mit den Unterlagen eingereicht werden.

Früher als von ihm geplant hatte Peter Kremer seine Kandidatur erklärt. Seine Bewerbung bekanntgeben wollte das parteilose Mitglied der SPD-Fraktion eigentlich erst, nachdem sich Amtsinhaber Klaus-Dieter Knierim (CDU) erklärt hatte. Nachdem dieser Ende Januar überraschend seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur und damit dritte Amtsperiode verkündet hatte, ging Kremer etwas früher als vorgesehen in die Öffentlichkeit.

Amtsinhaber vermisst Unterstützung aus der CDU

Während der 52-Jährige sich seit langem mit dem Gedanken einer Kandidatur befasst und nur noch den richtigen Zeitpunkt abwartete, musste sich der CDU-Stadtverband ganz neu orientieren. Klaus-Dieter Knierim hatte der Stadtverbandspitze bekanntgegeben, dass er, unter anderem wegen Querelen in der CDU und mangelnder Unterstützung aus der Fraktion, nicht zur Wahl antreten werde.

Die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes folgten am 21. Februar der Empfehlung des Vorstandes und wählten Christiane Becker zur Kandidatin. Bevor sie sich bereit erklärte, zu kandidieren, versicherte sie sich der Unterstützung ihrer Familie, die mit ihrem politischen Engagement seit Jahren Erfahrung hat und die dem vielleicht nervenaufreibenden Wahlkampf offen gegenüber stehen muss. „Das war für mich der wichtigste Punkt bei der Entscheidung, zu kandidieren“, sagte sie, kurz nach der Nominierung durch den Vorstand. Sie könnte die erste Frau im Amt des Bürgermeisters in der Geschichte Gladenbachs werden. Das schreckt sie ganz und gar nicht ab. „Ich bin auch die erste Frau an der Spitze des Ortsbeirates in Erdhausen“, sagt sie.

Im Rennen ist eine zweite Frau: Im Mai feiert Lydia Werner ihren 37. Geburtstag. Vielleicht hat sie im Wonnemonat einen weiteren Grund zum Feiern, dann nämlich, wenn die gebürtige Marburgerin die Bürgermeisterwahl gewinnt. Nein, sie hat sich nicht aus Spaß oder Protest beworben. „Ich habe mir schon vor Jahren Gedanken darüber gemacht, einmal Rathauschefin zu werden. Der Entschluss, dieses Vorhaben umzusetzen, sei schon länger gereift. „Ich hätte mir die Bewerbungsunterlagen auch geholt, wenn Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim noch einmal angetreten wäre“, stellt sie klar. Es spiele für sie keine Rolle, wer sonst noch kandidiere. „Ich traue mir das zu“, betont sie.

von Hartmut Berge

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