Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Drei Bewerber für Windräderbau

Wer baut das Rad? Drei Bewerber für Windräderbau

Drei Hersteller haben sich auf die Ausschreibung der Gemeinden Breidenbach und Biedenkopf für den Bau eines Windparks auf dem Schwarzenberg gemeldet.

Voriger Artikel
Nur um Stellenplan gibt‘s Kontroversen
Nächster Artikel
Vier Windkraftstandorte für Biedenkopf

Mehrere Windräder sollen sich demnächst auf dem Schwarzenberg drehen, wo die Kommunen Breidenbach und Biedenkopf einen Windpark errichten wollen.Archivfoto

Quelle: A2942 Ingo Wagner

Breidenbach. Das teilte Breidenbachs Bürgermeister Werner Reitz (SPD) am Dienstagabend in einer Bürgerversammlung mit. Mit den Bewerbern haben bereits Gespräche stattgefunden, die derzeit ausgewertet würden, sagte Reitz. Aufgrund dieser Ergebnisse sollen zwei Anbieter ausgewählt werden, mit denen im April weitere Verhandlungen geführt werden.

Unabhängig davon, wer am Ende den Zuschlag erhält, steht jetzt schon fest, dass die Räder eine Höhe zwischen 141 und 149 Meter haben sollen. So steht es in den Angeboten der Bewerber, unter denen sich auch die Firma Enercon befindet, von der bereits das große Windrad in Oberdieten stammt.

Wie viele Räder in dem Gebiet gebaut werden, konnte Reitz noch nicht sagen. Bis zu zehn seien auf der zur Verfügung stehenden Fläche möglich, betonte er - sechs davon auf Breidenbacher Gemarkung, die restlichen vier auf Biedenkopfer. Sollten alle zehn Anlagen verwirklicht werden, entspräche dies einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro.

Die Anzahl hänge aber auch von den Ergebnissen der Gutachten ab, antwortete Reitz auf die Frage eines Besuchers, der darauf hinwies, dass in dem betreffenden Gebiet eines besonders schützenswerte Fledermausart gefunden worden sei.

70 Hektar stehen für Fotovoltaik zur Wahl

Weiter wies der Bürgermeister darauf hin, dass mittlerweile die gemeinsame Windpark GmbH mit Biedenkopf gegründet wurde. Die Vertragsunterzeichnung dazu erfolgt in der Vorwoche. Der weitere Fahrplan sieht vor, noch im März eine Energiegenossenschaft zu gründen, über die sich Bürger durch Einlagen an der Finanzierung der Anlagen beteiligen können. Diese Genossenschaft habe auch Mitspracherecht in der GmbH und soll an den Planungen des Windparks beteiligt werden.

Schon jetzt gebe es in beiden Kommunen rund 60 Interessentenbekundungen, sagte Reitz. Zur Einlagenhöhe, mit der man Mitglied werden kann, konnte er hingegen noch keine genaue Zahl nennen. Sie werde aber bewusst niedrig gehalten, damit sich möglichst viele Menschen beteiligen können.

Neben dem Windpark auf dem Schwarzenberg war aber auch die Ausweisung von Flächen für Fotovoltaikanlagen ein Thema der Versammlung. In Breidenbach sieht der Regionalplan rund 70 Hektar Flächen dafür vor. Reitz machte aber deutlich, dass er ein Gegner solcher Freiflächenanlagen ist, da sie die Landwirte zu sehr einengten und teilweise sogar in ihrer Existenz bedrohten.

Bei den im Regionalplan ausgewiesenen Flächen handele es sich um jene, die aufgrund ihrer Lage als geeignet für den Anlagen-Einsatz erachtet würden, erklärte er. Die gemeindlichen Gremien müssen nun dazu Stellung nehmen. Sollten tatsächlich Flächen für die FV-Nutzung übrigbleiben, müssten diese in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Und darin habe die Gemeinde die Möglichkeit, ungewollte Anlagen zu verhindern. Denn der Flächennutzungsplan obliege der Hoheit der Gemeinde, sagte Reitz.

von Sascha Valentin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr