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Drei Anlässe zum ausgiebigen Feiern

Freiwillige Feuerwehr Drei Anlässe zum ausgiebigen Feiern

Mit einem dreitägigen Fest feiert die Freiwillige Feuerwehr Gladenbach an diesem Wochenende sich selbst und ihre beiden Nachwuchsorganisationen.

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Stolz präsentieren sich die Gladenbacher Feuerwehrleute vor ihrem Stützpunkt. Die Mitglieder der Wehr feiern an diesem Wochenende mit der Bevölkerung ihr 150-jähriges Bestehen.

Quelle: Wiegand

Gladenbach. Ende Mai stiegen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gladenbach schon in die Feierlichkeiten dieses Jahres ein.

Der Anlass für den Auftakt war die Erinnerung an die erste Löschübung, die vor 150 Jahren stattfand. Den feierlichen Höhepunkt kombinierten die Gladenbacher Brandschützer mit dem jährlich am letzten Augustwochenende stattfindenden Tag der offenen Tür.

Der fällt dieses Jahr etwas umfangreicher aus, gilt es doch, dreifach zu feiern: das 150-jährige Bestehen des Feuerwehrvereins, die 45 Jahre alte Abteilung der Jugendfeuerwehr und die seit 10 Jahren aktiven „Fire Kids“. Das alles wird an diesem Wochenende mit einem großen Fest gefeiert (siehe das FESTPROGRAMM).

Die Initialzündung für das Feierwochenende erfolgte am 14. März des Jahres 1866, als die freiwillige Feuerwehr in Gladenbach gegründet wurde. Zuvor existierte eine Pflichtwehr, die von 1886 bis 1907 wieder aufleben musste, nachdem die 
Einsatzbereitschaft für die freiwillige Wehr zum Erliegen 
gekommen war. Sogar ganz 
ohne Wehr musste die Stadt während des Ersten Weltkrieges auskommen.

Erste Motorspritze kam im Jahr 1934

Zur Pflichtwehr waren vor 
allem Dachdecker, Schmiede, 
Schreiner und Zimmerleute 
abkommandiert, während 
Beamte das Kommando führten. Mitgliedern des Turnvereins ist es zu verdanken, dass 1866 die erste freiwillige Feuerwehr Gladenbachs gegründet wurde. Zwei Monate später, am 22. Mai 1866, fand die schon erwähnte erste Übung statt. Ein Spritzenhaus wurde „am Damm“, der heutigen Teichstraße, gebaut.

Nach der Auflösung im Jahr 1886 vergingen 21 Jahre, ehe ein neuerlicher Anfang auf freiwilliger Basis stattfand. Das Spritzenhaus erfuhr 1931 eine Teilsanierung und drei Jahre später erhielten die Einsatzkräfte 
ihre erste Motorspritze – eine 
Flader TS4.

Im Gegensatz zum Ersten blieb die Feuerwehr während des Zweiten Weltkriegs bestehen. Allerdings halfen 13 Frauen und Mädchen ab 1944, die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Den letzten Kriegseinsatz absolvierten die Helfer am 25. März 1945 nach einem Luftangriff amerikanischer Jagdflieger auf den Bahnhof.

Neue, leistungsfähigere Technik stand den Aktiven ab dem Jahr 1950 zur Verfügung. Mit dem Löschfahrzeug, das LF 15, wurde zugleich auch der Brandschutz im gesamten Salzbödetal übernommen.
Von Feuer unter dem eigenen Dach blieben die Gladenbacher nicht verschont – am 4. Dezember 1958 brannte das Gerätehaus. Dessen Ende war laut der Vereinschronik der Beginn eines jahrelangen Tauziehens um eine geeignete Unterkunft.

Zudem nahmen in den Folgejahren die Anforderungen an die ehrenamtlichen Helfer stetig zu, die auch eine neue Ausrüstung erforderten: Anfang 1964 erhielt die Wehr ein neues Löschfahrzeug (LF 8), einen Pulverlöschanhänger und eine 12-Meter-Anhängerleiter. Die Gladenbacher Freiwilligen brachten selbst einen VW-Bus als Mannschaftstranporter ein.

Jugendwehr und „Fire Kids“ für den Nachwuchs

Nach zweijähriger Bauzeit bezog die Gladenbacher Feuerwehr 1981 den neuen Stützpunkt in der Industriestraße. Da die Ausstattung nicht ausreichte, um die vielfältigen Aufgaben optimal bewältigen zu können, kauften die Ehrenamtlichen aus ihrem Vereinsvermögen ein gebrauchtes HLF 16. Eine große Spendenaktion ermöglichte im Dezember 1983, eine gut erhaltene Drehleiter zu erwerben.

Als einer der größten und schwierigsten Einsätze führt die Vereinschronik den Brand der Zigarrenfabrik am 17. Januar 1992 auf. In buchstäblich letzter Minute retteten die Feuerwehrleute fünf Bewohner vor dem Flammentod. Eine weitere große Bewährungsprobe folgte am Abend des 2. Januar 2005. Damals beobachteten viele Gladenbacher, wie die Gladenbacher Wehren beim Brand des Nautilust-Bades im Einsatz waren.

Zu ihrem 130-jährigen Bestehen stellte die Feuerwehr eine neue Drehleiter und ein Gerätewagen Gefahrgut in den Dienst. Als eine der ersten Wehren öffnete sich die Gladenbacher Feuerwehr einer breiten Jugendarbeit. Im Laufe der Zeit entstanden zwei Gruppen, in denen Kinder schon möglichst früh an die vielfältigen Tätigkeiten im Verein herangeführt werden.

Seit mittlerweile 45 Jahren geschieht dies in der Jugendfeuerwehr, die für Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren offen ist. Die Jüngeren können sich seit 10 Jahren bei den „Fire Kids“ beweisen.

von Gianfranco Fain

 
Festprogramm

Freitag, 26. August: Festkommers für geladene Gäste mit Ehrungen.

Samstag, 27. August: Ab 20 Uhr spielt die Band Aalbachtal-Express im Feuerwehrstützpunkt in der Industriestraße. Der Eintritt kostet 8 Euro, 7 im Vorverkauf bei der Agip-Tankstelle und bei Betten Baumann.

Sonntag, 28. August: Ab 8.30 Uhr Großübung aller Gladenbacher Feuerwehren; ab 11 Uhr Frühschoppenkonzert, Fahrzeugschau, Vorführungen und Mitmachaktionen sowie Speisen und Getränke; ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen.

 
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