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Dorfgemeinschaftshaus Rodenhausen ist „zu kalt und ungemütlich“

Zahlen und Fakten Dorfgemeinschaftshaus Rodenhausen ist „zu kalt und ungemütlich“

Zu Gegenwart und Zukunft der zehn Dorfgemeinschaftshäuser in der Gemeinde Lohra befragt die OP die Ortsvorsteher. Geringe Nutzung bei hohem Sanierungsbedarf in Rodenhausen. Dazu meint Heinz-Werner Kraft: Bei einer eventuellen Schließung würde das Haus nur bei Beerdigungen vermisst.

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Lohra. Es sei klar, dass die Gemeinde Lohra die Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) nicht wie bisher halten könne, sagt Heinz-Werner Kraft. Doch für den Ortsvorsteher des Ortsteils Rodenhausen hinkt der reine Vergleich mit der Auslastung. Der Kernort habe mehr Menschen und auch mehr Vereine, die das Bürgerhaus nutzen, meint er.

Im rund 250-Seelen-Ort an der Gemarkungsgrenze zu Gladenbach hingegen, gebe es nur die freiwillige Feuerwehr, den Verein „Alte Schule“ und die Dorfgemeinschaft. Genutzt werde das Dorfgemeinschaftshaus für die Sitzungen des Ortsbeirates, von einer fünfköpfigen Senioren-Bastelgruppe sowie neuerdings einmal wöchentlich von Kindern, die zu einer Tischtennisübungsstunde kommen, die von einem Ortsbewohner betreut wird. Selten werde es für andere Gelegenheiten gemietet. „Ab und an“ - trotz fehlender „echter“ Theke - für Geburtstagsfeiern mit mehr als 50 Gästen und natürlich auch für Beerdigungen. Die Trauerfeiern, so vermutet Kraft, wären auch die einzigen Veranstaltungen, für die das Dorfgemeinschaftshaus vermisst würde, sollte es eventuell geschlossen werden.

Der Ortsbeirat habe sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie das DGH mehr mit Leben zu füllen sei. Doch das Gremium sei zu keinem Schluss gekommen. „Wir haben keine Lösung in petto“, sagt Kraft. Zudem sieht der Ortsvorsteher keinen Verein, der das Gemeinschaftshaus in Trägerschaft übernehmen könnte.

Keinesfalls nehme der neue Treffpunkt dem Dorfgemeinschaftshaus die Kundschaft weg, erwidert Kraft Äußerungen hinsichtlich der „Alten Schule“. Es habe jeder Verein von der Gemeinde Zuschüsse für den Bau eines eigenen Heimes erhalten, ergänzt er, und die wieder geöffnete „Alte Schule“ biete nicht genügend Platz für große Veranstaltungen.

Die „Alte Schule“ wurde von einem Trägerverein mit finanzieller Hilfe der Gemeinde vor rund 14 Monaten übernommen und saniert. Die gröbsten Arbeiten bis auf den Flur im Obergeschoss seien erledigt und das Haus werde seit rund einem Jahr genutzt.

Es gebe jeden Freitag einen Treff, der im Erdgeschoss stattfinde, wo der Aufenthaltsraum etwa 30 Personen Platz bietet, berichtete der Ortsvorsteher. Ein solcher Treff, so Kraft, würde im Dorfgemeinschaftshaus nicht funktionieren: „Dazu ist es da zu kalt und ungemütlich.“

Hintergrund

  • Das Dorfgemeinschaftshaus Rodenhausen wurde 1973 erbaut.
  • Es bietet 90 Gästen Platz und verfügt über Küche und  Theke.
  • Die Auslastung liegt bei 3 Prozent.
  • Im Jahr 2011 standen Kosten von 16 262,12 an Erträgen 1 118,91 Euro gegenüber.
  • Das Haus ist nicht barrierefrei und weist Sanierungbedarf auf: Elektroheizung ersetzen, Beleuchtung erneuern, Wärmedämmung, Toiletten vollständig, Fassade, Fußboden im Saal, Türen, Teil der Fenster, Küche, Theke, Tische und Stühle erneuern.

von Gianfranco Fain

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