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Doppelpremiere im Alten Rathaus

Förderverein und Hinterländer Mountainbiker Doppelpremiere im Alten Rathaus

Das Alte Rathaus in Lohra mit Leben füllen, um es erhalten zu können. Dazu veranstaltete der Förderverein einen multimedialen Vortrag, mit dem die Hinterländer Mountainbiker ihr Buch vorstellten.

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Mit der alten „Hindenburg-Leica“ in der Hand leitet Ulrich Weigel den multimedialen Vortrag der Hinterländer Mountainbiker vor rund 20 Zuhörern im Obergeschoss des Alten Rathauses ein.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn sind einige Mitglieder schon vor Ort, platzieren Stühle im Saal des Obergeschosses, bereiten Snacks vor und stellen Getränke für die Gäste bereit. Eine Handvoll, so Vorsitzende Petra Kunze-Bruckhoff, seien es immer, die bei solchen Aktionen mithelfen. Insgesamt hat der Verein 35 Mitglieder, Tendenz: rückläufig.

Eine Situation, wie bei vielen anderen Vereinen, dennoch ist in Lohra etwas anders. Der „Förderverein Altes Rathaus Lohra“ hat ein Gebäude zu unterhalten, seitdem er sich im Jahr 2002 dem Erhalt des alten Gebäudes am Lindenplatz widmete.

Vor Jahren schon begann die Restaurierung, unter anderem mit Geldern von Gemeinde und Denkmalschutz, doch: „Wir sind noch lange nicht fertig“, sagt die Vereinsvorsitzende. Erschwerend kommt hinzu, dass das Haus zwar wieder genutzt wird, doch „die Kosten für Heizung, Reparaturen und Versicherung fressen uns auf“, beschreibt Kunze-Bruckhoff ( Foto: Fain) die Lage. Denn der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnahmen bei Veranstaltungen.

Für private Feiern stehen die beiden Säle des Hauses zur Verfügung, unten für 24 Besucher, oben passen 45 Menschen hinein. Auch das Trauzimmer kann in dem romantischen Gebäude genutzt werden, allerdings behält dann die Gemeinde, die die Standesbeamtin stellt, den größten Teil des Verdienstes ein. Nutzen ortsansässige Vereine das Alte Rathaus als Versammlungsort, so zahlen diese nur einen Anteil an den Heizkosten.

Gut angenommen wird laut der Vorsitzenden das Rathaus-Café, das seit 2006 als fester Bestandteil zum Programm des Vereins gehört, auch wenn es nicht mehr wie zu Beginn jeden Monat stattfindet. Kaffee und selbstgemachte Kuchen der Mitglieder füllen an den Sonntagen das Alte Rathaus, kulturelles Leben und auch Verdienstmöglichkeiten brachten Aktionen wie die Kräutertage, das Fest des alten Handwerks oder die Vortragsabende unter anderem des Lohraer Geschichtsvereins ins Haus.

Am Freitag beschritt der Verein einen neuen Weg. Die Premiere war zugleich auch eine für die Hinterländer Mountainbiker. Die fünf fahrradbewährten Männer aus dem Hinterland stellten ihr neues Buch „Schurken, Schätze, schnelle Beine“ vor und betraten dabei Neuland.

Fahrrad-Trip durch 
die Kontinente

Während Harald Becker, Jörg Krug und Ulrich Weigel von ihren Abenteuern mit Siegfried Pitzer und Matthias Schmidt bei ihrer Spurensuche in der alten und neuen Welt aus dem Buch lasen, warf ein Beamer Foto-Eindrücke von ihren Touren in China, Brasilien, Namibia, Japan und den USA auf eine Leinwand. Am Ende eines jeden Kapitels war zudem ein kurzer Film zu sehen, der die Hinterländer Mountainbiker in den jeweiligen Ländern im Einsatz zeigt.

Drei mediale Wege, um darzustellen, wie die fünf Hinterländer auf ihren Touren der Geschichte auf den Fersen bleiben. Ob es nun die Spur eines der Posträuber aus der Subach in der neuen Welt ist, die Verfolgung der Wurzeln aus dem Hinterland bis zur Freiheitsstatue von Amerika oder schlicht das Wirken von Hessen in China oder das Schicksal einer Hinterländer Pfarrersfamilie in Brasilien: Lebendig werden ihre Abenteuer, wenn die Biker sie aus dem Buch vortragen.

Natürlich kommen darin auch die sportlichen Berichte nicht zu kurz, zum Beispiel der nicht ganz legale Trip über einen gesperrten Teil der Chinesischen Mauer oder die „aufregendsten Radkilometer“ bei der Abfahrt von der größten Düne in der ältesten Wüste der Welt: „Big Daddy“ in Namibia.

Geschichte zum Anfassen

Auf das Werk sind die fünf „sehr, sehr stolz“, bemerkt Weigel, der auch darauf verweist, dass Michael Acker aus Buchenau als Co-Autor wesentlichen Anteil am Entstehen des Buches hatte.

Doch die trotz der widrigen Witterungsverhältnisse ­gekommenen rund 20 Zuhörer erfuhren nicht nur von den Höhepunkten in der 25-jährigen Geschichte der Hinterländer Mountainbiker. Sie verrieten auch, dass jede ihrer Touren, für die von der Idee über die geschichtliche Recherche bis zur Planung und Realisierung zwei Jahre vergehen, 40.000 bis 50.000 Euro kostet und auch nicht ganz ungefährlich sind. Auf „mehr als 20 Knochenbrüche“ bringen es die fünf Mountainbiker in all den Jahren.

Ihre Erzählungen können das Publikum fesseln. Am Ende jedes Kapitels, nach jedem Film erhielten sie Applaus. Uwe Wagner findet zum Beispiel den Vortrag und auch die Idee „schön“. „Sie motivieren sich, selbst aktiv zu werden“, sagt der Gießener.

Geschichte zum Anfassen gab es auch. Die Referenten ließen eine der drei noch existierenden und wertvollen Hindenburg-Leicas, die beim Unglück des Luftschiffes an Bord waren, durch die Reihen gehen.

von Gianfranco Fain

Termine 2017 im Alten Rathaus

5. Februar: 14 bis 17 Uhr Rathaus-Café

24. März: 20 Uhr Jahreshauptversammlung

2. April: 14 bis 17 Uhr Rathaus-Café

12. Mai: 19.30 Uhr Vortrag von Professor Siegfried Becker über „Kornblumen und Margariten in der Geschichte“

4. Juni: 14 bis 17 Uhr Rathaus-Café

3. September: 14 bis 17 Uhr Rathaus-Café

22. Oktober: Kräutertag mit Vortrag von Petra Kunze-Bruckhoff über „Luther und die Pflanzen der Bibel“

3. November: 19.30 Uhr Weinprobe

5. November: 14 bis 17 Uhr Rathaus-Café

17. Dezember: 13 bis 17 Uhr Offenes Café beim „Lichterglanz am Lindenplatz“.

 
Termine Hinterländer Mountainbiker

20. Januar: 19 Uhr im Café Q, Dietelstraße 20 in Niederdieten

10. Februar: 19.30 Uhr in Assmanns Mühle, Mühlbachstraße 21, Angelburg.

 
 
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