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„Ich bin ein Millionär an Bienen“

Direktvermarkter „Ich bin ein Millionär an Bienen“

Süß und klebrig – Tausende Bienen sorgen in der Hobby-Imkerei Burk in Frohnhausen jedes Jahr für eine goldene Ernte. Die Herstellung der süßen Leckerei hat bei Burks ­Familientradition.

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Imkerei aus Leidenschaft: Honig, Kerzen und einen Beitrag zum Artenschutz sind den Hobby-Imkern Armin Burk (links) und Sascha Greiner wichtig.

Quelle: Ina Tannert

Frohnhausen. Zurzeit herrscht Stille im Bienenhaus in Frohnhausen – Tausende Bienen halten Winterruhe. Doch in jedem Frühling geht das geschäftige Brummen und Sammeln wieder los. Dann steht auch für Hobby-Imker Armin Burk viel ­Arbeit an.

In seinem Garten und in einem Bienenhaus am Ortsrand hält er 14 Bienenvölker. Die bescheren ihm im Jahr zwischen 30 und 40 Kilogramm Honig, die der Imker in Geschäften und Bäckereien der Umgebung anbietet. Das Geschäft ist dabei weniger Beruf als vielmehr langjähriges Hobby für den 66-Jährigen.

Eigentlich war er als Kaufmann tätig, betreibt die Imkerei seit Jahrzehnten nebenher, und das bereits in der dritten Generation. Sein Großvater baute die Bienenzucht mit auf, „schon als Junge war ich mit dabei, bei uns war immer die Natur zu Hause“, sagt der bekennende Naturbursche, der die Arbeit mit den ­Insekten in der freien Natur sehr schätzt.

Er übernahm die Hobbyzucht 1992 vom Vater und errichtete ein neues Bienenhaus, in dem seine schwarz-gelben Mitarbeiter ihr s??ßes Werk verrichten. Wie die meisten Imker baut er die Behausungen selbst, muss regelmäßig Obstbäume schneiden und neue Rahmen für die Waben anfertigen.

Zwischen 30 und 40 Kilogramm Honig pro Jahr

„Bei der Imkerei ist immer auch etwas Handwerk dabei“, weiß Burk. Sein Bestand im Stock ändert sich regelmäßig, zur Hochsaison, Ende Mai oder Anfang Juni brummen Abertausende Bienen durch die Umgebung. „Starke Völker schaffen es leicht auf 60.000 Stück pro Volk – ich bin ein Millionär an Bienen“, erzählt er mit einem Schmunzeln.

Die fleißigen Honigproduzenten bescheren ihm im Jahr zwischen 30 und 40 Kilogramm Honig, je nach Population. Das vergangene Jahr war dabei kein gutes Bienenjahr, „zu nass und zu kalt“. Dennoch erntet er über das Jahr hinweg die unterschiedlichsten Sorten des süßen Brotaufstrichs, wie etwa Waldhonig, Blüten-, Raps- oder ­Löwenzahn-Honig.

Besonders der Raps bringt gute Erträge hervor. Doch die Nutzpflanze kann nicht nur Futter, sondern auch Gefahr für die Bienen werden, ist „Segen und Fluch zugleich“, sagt der 66-Jährige. Einerseits entsteht durch die Verbreitung von Raps auch ein hoher Ertrag für den Imker, andererseits können die häufig verwendeten Pestizide auf den Feldern den Bienen schaden. Bedrohlich für die Tiere ist, neben dem zunehmend schwindenden oder einseitigen Futterangebot, saisonal auch die eingeschleppte Varroamilbe. „Ein Befall macht die Bienen anfällig und kann zum Tod eines ganzen Volkes führen“.

Außer der Herstellung von ­Honig hat seine Imkerei für Burk daher noch einen weiteren Nutzen, sein Beitrag zum Erhalt der Honigbiene ist ihm wichtig. Er sieht sich als „praktizierender Naturschützer“. Regelmäßig schaut er im Stock nach, überprüft den Gesundheitszustand der Bienen. Ist das Volk fit, arbeitet es auch gut und füllt die Waben, die eigentlich als Winterfutter dienen, mit dem ­beliebten Brotaufstrich.

Bis zu dreimal im Jahr macht sich Burk an die Ernte, kurbelt an der Schleudermaschine den flüssigen Honig aus den Waben. Zusätze darf der Imker dem Naturprodukt nicht hinzufügen. „Das ist schon von Natur aus Bioqualität“. Aus dem übrig gebliebenen Bienenwachs zieht er Kerzen, dekoriert die Wachsstücke in aufwendiger Kleinarbeit mit bunten Verzierungen. Die verschenkt er eher, als dass er die Unikate verkauft.

Zur Hand geht ihm bei der Honigherstellung seine Ehefrau Elisabeth. Ebenso wie ­Imker-Kollege Sascha Greiner – sein „Schwiegersohn in Lauerstellung“, wie Burk mit einem Schmunzeln erzählt. Der Nachwuchs-Imker teilt die Leidenschaft des erfahrenen Kollegen für das Hobby, hat mittlerweile­ eine eigene Imkerei, den Hinterländer Bienenhof, gegründet. Beide Betriebe arbeiten über ­eine Imkerei-Gemeinschaft zusammen.

Auch für Sascha Greiner ist das Imkern „ein Ruhepool im Alltag und Ausgleich zum Beruf“, erzählt der junge­ Geschäftsmann aus Gießen. Schließlich sei ein ruhiges Verhalten oberste Pflicht im Umgang mit Bienen. Auch die ­traditionelle Handarbeit schätzt er an dem alten Handwerk. „Es ist einfach eine naturnahe Beschäftigung und toll zum Entspannen“. Und die ganze Imker-Familie liebt das süße Produkt ihrer Bienen. „Ich esse jeden Tag Honig“, sagt Burk. Den nehme er sogar mit in den Urlaub, sagt Burk lachend. „Es ist einfach mein liebstes Hobby.“

von Ina Tannert

Betriebsdaten

 Name: Imkerei Armin Burk

Gründungsjahr: 1992

Tierhaltung: 14 Bienenvölker

Vermarktung: Einzelhändler, Bäckerei

 
 
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