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Eigener Honig auf dem Frühstückstisch

Direktvermarkter Eigener Honig auf dem Frühstückstisch

Hans-Otto Seitz ist seit fünf Jahren Hobby-Imker. Anfangs hatte er zwanzig Bienenvölker, jetzt sind es noch acht. Sie produzieren etwa 300 Kilogramm Honig pro Jahr.

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Der Unternehmer Hans-Otto Seitz entdeckte vor fünf Jahren das Hobby Imkern für sich. Seine acht Bienenvölker hat er auf zwei Standorte verteilt: Hartenrod und Schlierbach.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Hartenrod. Vor fünf Jahren kam Hans-Otto Seitz auf den Geschmack: Ein Freund motivierte ihn, beim Probe-Imkern mitzumachen. Das gefiel dem Hartenroder so gut, dass er sich mehr und mehr damit beschäftigte.

Mittlerweile ist er ein Kenner auf dem Gebiet und weiß um die Vorteile der in Deutschland weit verbreiteten Carnica-Biene, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie nicht stechlustig ist. „Die Rasse ist für Freizeit-Imker gut geeignet“, sagt Seitz.

Einem Problem, dem auch er sich stets aufs Neue stellen muss, ist die Verbreitung der Varroamilbe. Denn, alarmierend sei, dass die Zahl der Bienenvölker pro Jahr sinkt. Ein Grund dafür sei die Dezimierung der Völker durch den Parasiten.

Bienenhonig wird 
zweimal im Jahr geerntet

Seine acht Bienenvölker hat der 66-Jährige auf zwei Standorte verteilt: an seinem Wohnhaus in Hartenrod und auf einem Gartengrundstück in Schlierbach. Zwei Mal im Jahr wird geerntet: Anfang Juni und Ende Juli. Den Honig ersetzt er nach der letzten Entnahme durch spezielles Bienenfutter. Seitz lässt aber noch ausreichend Honig im Volk, da er als Hobby-Imker nicht vom Ertrag leben muss. Seitz ist sich sicher, dass seine Bienen davon profitieren.

Hauptsächlich verteilt der Unternehmer den Honig an seine Kunden – als Werbegeschenk. Mittlerweile wird er den süßen Nektar auch mithilfe von Mund-zu-Mund-Propaganda los. Um das Geschäft noch etwas anzukurbeln, hat sich Seitz auch der Vereinigung der Direktvermarkter im Landkreis Marburg-Biedenkopf angeschlossen.

Für den Hartenroder zahlt sich das Hobby doppelt aus: Er verkauft Honig, und er beschäftigt sich viel mit der Natur. Von Frühjahr bis zum Spätsommer kümmert er sich überwiegend an den Wochenenden um die Bienenvölker. Einsatz muss er vor allem dann bringen, wenn die Bienen anfangen zu schwärmen.

Wenn sich die Bienen um eine Königin an einem Strauch oder Baum sammeln, dann muss er sie möglichst wieder einfangen. „Das ist nicht gefährlich“, sagt er. Es passiert immer dann, „wenn sich die Völker eine neue Königin ziehen, wenn sie nicht mehr kriegen, was sie wollen“, beschreibt Seitz den Vorgang mit einfachen Worten.

Damit seine Bienenvölker überleben, behandelt er sie regelmäßig nach dem letzten Honigschleudern, erstmalig Ende Juli, Anfang August, und aufgrund ständiger Kontrolle und Bedarf bis Oktober sowie noch einmalig im Dezember. Die Dezemberbehandlung soll möglichst den noch vorhandenen Rest der Varroamilbe dezimieren, damit das Volk gestärkt ins neue Brutjahr im Frühling gehen kann. „Wenn man nichts gegen den Befall tut, sind alle Bienenstämme bis zum Ende des Jahres hin“, sagt er.

Wenn der Frost kommt, dann ziehen sich die Bienen zusammen und benötigen nur noch wenig Futter. Seitz versorgt seine Bienen so weit damit, dass es bis zur ersten Blüte im kommenden Frühjahr ausreicht. Weil ihm zu Beginn das erste Bienenvolk eingegangen ist, hat sich Seitz intensiv mit der Imkerei beschäftigt. Er hat etliche Seminare besucht und viel recherchiert. Auch das Thema Zucht war für ihn von großem Interesse.

Geheimtipp: Gläser
 mit Honig einfrieren

Mitunter hat er sich sogar Bienenköniginnen in Österreich gekauft, weil diese aus höher gelegenen Regionen stammen und widerstandsfähiger sein sollen und dadurch vor allem eine regionale Inzucht verhindert wird. Er ist der Meinung, „wer guten Honig produzieren will, nicht nachlassen darf, sich mit dem Thema zu beschäftigen – auch wenn das Hobby viel Freizeit in Anspruch nimmt“.

Nach dem Abfüllen erhalten die Imkergläser ein Etikett, das belegt, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden. Über eine Kontrollnummer lässt sich ermitteln, wer den Honig hergestellt hat. Zudem steht auf jedem Glas das Haltbarkeitsdatum. „Wir füllen direkt in Gläser ab, um auf das Erhitzen in Kunststoffeimern zu verzichten“, sagt Seitz.

Vorher wird der Honig dreimal täglich an vier bis fünf Tagen gerührt. Viele Imker würden den Honig erhitzen, damit er flüssiger wird. Der Hartenroder Hobby-Imker Seitz hält davon nichts. Er begründet dies damit, dass sein Honig normalerweise nicht fest ist.

Sein Geheimtipp ist das Einfrieren des in Gläser gefüllten Honigs. „Dieser Honig ist absolut cremig“, sagt Seitz. Von dem intensiven Geschmack ist er voll und ganz überzeugt.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
 
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